Im Hörsaal – Skizzieren während einer Podiumsdiskussion

Heute abend war ich in der Universität von Kalamata, wo ein wirtschaftswissenschaftlches Buch über den Niedergang des Westens und den Aufstieg Chinas vorgestellt wurde. Die Redner waren für mich zwar nicht gut zu erkennen, aber ich versuchte sie dennoch zu portraitieren, während ich den recht interessanten Einführungen lauschte.

Die fünf Personen auf dem Podium habe ich mehrfach skizziert, dazu auch ein paar Zuhörer von hinten oder von der Seite. Fotografiert habe ich die Skizzen unter einer Straßenlampe vor dem Eingang.

Und ein paar einfache Bearbeitungen:

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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23 Antworten zu Im Hörsaal – Skizzieren während einer Podiumsdiskussion

  1. Ulli schreibt:

    Mir gefallen zwar die Baerbeitungen auch sehr gut, aber die Zeichnungen mit dem Sraßenlaternenlicht sind auch so schon toll.
    Der Vortrag war bestimmt spannend, da denke ich wieder einmal an das Buch von Doris Lessing (Shikasta, ich habe schon mehrfach darüber geschrieben) und ihrer Vision, dass im 21. Jahrhundert die Chinesen die Weltherrschaft innehaben, sie sind auf dem besten Wege dahin.

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    • gerda kazakou schreibt:

      Das Thema ist wichtig, unbedingt. Die Einführungen waren auch interessant, gaben etliche Informationen über China, das zwei der Referenten ganz gut zu kennen scheinen. Die Einschätzungen über die Lebensform und -qualität der Menschen dort gingen auseinander. Auch die Frage, ob die Chinesen als Hegemon der Welt die USA ablösen oder ob das eine überholte Vorstellung sei, da sich eher mehrere Machtzentren ausbilden, deren unterschiedliche Kulturwelten nebeneinander bestehen können, blieb kontrovers. China verlangt ja vielleicht nur nach dem ihm zustehenden Platz in der Welt, und wir projizieren einen aggressiven Weltherrschaftsanspruch, der uns selbst (den Westen) kennzeichnet.
      Das Zentrum stand das Thema der Globalisierung: Der Westen hat ein Regelsystem aufgestellt und der Welt geradezu aufgezwungen, das durch Freihandel und freie Kapitalbewegung charakterisiert ist. Das hat China weitgehend legal für sich ausgenutzt und ist zu einem Weltspieler herangewachsen. Deshalb wird eben dieses Regelsystem jetzt im Westen – zuallererst in den USA unter Trump – massiv in Frage gestellt. Kein Freihandel mehr, wenn dadurch die US-Interessen geschädigt werden! America first! (Deutschland stellt sich gegen Trump, weil es bisher wie China aus dem Freihandel massiv profitiert hat. Aber überall in Europa, auch in Deutschland, stellen die Menschen die Globalisierung in Frage und fordern, zu protektionistischen Maßnahmen zurückzukehren – Schutz der heimischen Produktion vor billigen Importen, Begrenzung der Niederlassungsfreiheit, Schließung der Grenzen, um den Zustrom billiger Arbeitskräfte zu stoppen. Man nennt Politiker, die solche Wünsche aufgreifen, gern Populisten.)
      Die im Raum stehende Frage war: Wird der Übergang zu einem neuen Regelsystem, der auch anderen Spielern faire Chancen einräumt, friedlich vonstatten gehen? Bisher waren alle solche Übergänge von Kriegen begleitet (spanisch-britische Kriege, als GB die spanische Vorherrschaft, 1. Weltkrieg, als Deutschland die britische Vorherrschaft auf dem Meere in Frage stellte etc). Doch heute gibt es die Atomwaffen und ein Gleichgewicht des Schreckens, das vielleicht den offenen Krieg verhindert. Aber schon laufen überall, wo die Vorherrschaft des Westens in Frage gestellt wird, Stellvertreterkriege, die immer schlimmer werden.

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    • gerda kazakou schreibt:

      der sog. Klimawandel, lieber Gerhard, beunruhigt mich tatsächlich am allerwenigsten. Er wird nicht das Zentrum der Konflikte sein. Oder brach schon mal ein Krieg aus, weil sich Menschen in der Sahelzone nicht ernähren können? das Gegenteil ist der Fall: Kriege führen dazu, dass sich Menschen nicht ernähren können. Ohne die Kriege und die Ungleichverteilung des erarbeiteten Reichtums könnten sie es, mit oder ohne Klimawandel.

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    • gerda kazakou schreibt:

      Wer weiß. Vielleicht hatten wir „bis dahin“ schon einen Atomkrieg. Wenn überhaupt.

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      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        ich hoffe, daß davor das Krümelchen Vernunft schon so groß und stark geworden ist, daß er vermieden werden kann!

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      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        Ich hätte keine Bearbeitungen gebraucht, liebr Gerda, alle sind auch im Original hoch interessant, aber die drittletzte, die gefällt mir wirklich gut und die Rückenansichten finde ich ausgesprochen gelungen *schmunzel*

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  2. Ule Rolff schreibt:

    Mir geht es wie Ulli: auch ohne Bearbeitung enthalten die Zeichnungen genügend Spannung, die Straßenbeleuchtung genügt zur Unterstreichung.
    Aber dir geht es ja auch um die Erprobung dieses neuen Kunststils der zusätzlichen digitalen Bearbeitung.
    Bei zunehmender Häufigkeit der Betrachtung weiterer so entstandener Bilder spüre ich allerdings, dass sich sein Reiz bald abnutzt, wenn nicht noch etwas weiteres hinzutritt – etwas, das die Varianz der Zufälligkeit erweitert oder erneut die Hand der Künstlerin über dem Gesamtergebnis spürbar macht?

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    • gerda kazakou schreibt:

      Da gebe ich dir recht, Ule. Ich zögerte, ob ich die Bearbeitungen überhaupt poste. Dann aber fand ich, dass die eine und andere die angestrebten Charakteristika der Zeichnung noch einmal verdeutlichte. Ichsah sie mir dann extra noch in groß auf der Computeorberfläche an und fand insbesondere die drittletzte doch eindrucksvolll.

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  3. puzzleblume schreibt:

    Auch ich schliesse mich den geäusserten Empfindungen zu den Zeichnungen im Licht der Strassenlaterne an, finde aber auch die bei der Bearbeitung entstandenen Betonungen einzelner Personen reizvoll und die beiden Versionen desselben Bildes in der letzten Reihe wirken nun, stärker als das abfotografierte Original, mehr wie Illustrationen aus Büchern oder Zeitschriften um die 30er, 40er Jahre, was wieder zumindest mich auf die schrecklichen kriegerischen Ereignisse verweist, die sich vor und parallel zum Zweiten Weltkrieg in Europa ausserdem in China, Japan, Korea und im pazifischen Raum ereigneten.

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    • gerda kazakou schreibt:

      Herzlichen Dank! Deine Assoziation zu den beiden letzten Bearbeitungen finde ich hoch interessant, da sie einen Zusammenhang zwischen abgebildeten Zuhörern und Gehörtem andeutet. Und zwar nicht über den Ausdruck des Zuhörers, sondern über den Stil der Abbildung vermittelt! Danke! das ist ein Gedanke, der mich geradezu elektrisiert. Ich möchte ihn weiter verfolgen, weiß aber noch nicht, wie.
      Auch mir gefällt, wie sich bei den Bearbeitungen das eine und andere Gesicht aus der Menge herausschält. Danke auch für diese Beobachtung, durch die die Bearbeitungen ihren eigenen Stellenwert behalten. Und so freue ich mich, dass ich sie eingefügt habe

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    • kopfundgestalt schreibt:

      Rossner und Pinker haben ja geäussert, daß die kriegerischen Auseinandersetzungen allmählich weniger geworden sind. Haben sie wirklich recht?! Die nächsten Jahre und Jahrzehnte werden es zeigen.

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      • kopfundgestalt schreibt:

        Rossling…natürlich.

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      • gerda kazakou schreibt:

        Lieber Gerhard, danke für diesen Hinweis! ich kannte die Namen nicht, habe jetzt ein wenig nachgelesen und eine interessante Besprechung gefunden. Nicht Optimismus und Pessimismus, sondern Possibilismus! Nachdenken über das, was möglich ist – und nicht immer nur beschreiben, was nicht geht bzw welche Alpträume uns bevorstehen – das ist genau mein Ansatz! Auch in meinem obigen Kommentar, wenn auch nicht sehr deutlich, möchte ich NICHT zu der Überzeugung beitragen, dass unsere Welt zugrunde geht, damit eine andere, noch schrecklichere die Herrschaft übernimmt. Und ich möchte auch NICHT den Eindruck erwecken, ein Weltkrieg oder die Zunahme der Kriege weltweit seien unausweichlich,weil sich der angeschlagene Riese nicht kampflos ergibt. Es gibt ja auch die Möglichkeit (Possibility) harmonischeren Zusammenlebens, zwischen den Nationen und zwischen Mensch und Erde. Wir müssen es nur wollen und daran arbeiten.

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      • kopfundgestalt schreibt:

        Unausweichlich ist nichts.
        Wenn es überall auf der Agenda steht, dass wir es besser machen wollen und uns bewusst ist, daß wir es können, dann ist uns sicher geholfen.
        Ich persönlich habe nur Sorge, wenn die Probleme zuviel werden sollten.
        Die Jugendbewegung, die jetzt sagt, ihr habt 50 Jahre geschlafen, die kann nochmal wachrütteln.

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  4. kopfundgestalt schreibt:

    Die Bearbeitungen gefallen mir. Vielleicht ist die vierte die Schönste, Gelungenste.

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  5. Durch das Portraitieren has du die Podiumsdiskussion doppelt genießen oder wenigstens die unangenehmsten Aussagen kompensieren können.

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