Im Olivenhain (No 6 und No 7)

Nach einem feinen Regen war ich auf unserer schmalen Oliventerrasse. Rote Anemonen und Vogelgezwitscher. Das Gelände ist von altersher terrassiert, unendliche Arbeit der Bauern steckt darin, denn sie hatten ja kaum Hilfsmittel, um die Terrassen in die Hänge zu graben und zu befestigen. Heute drohen viele einzusinken. Auch unsere schmale Terrasse ist während schwerer Regenfälle an manchen Stellen abgebrochen, und die alten Bäume, die nun sehr nah am Absturz zur darunterliegenden Terrasse stehen, klammern sich mit ihren Wurzeln mühsam im knapp gewordenen Erdreich fest.  Für die Zeichnungen ergeben sich daraus interessante Perspektiven.

Hier ein solcher Baum. Tief unten erscheinen die Olivenbäume der nächst niedrigen Terrassen, die uns nicht gehören, und ein wildes Zypressenwäldchen.

Eine weitere Zeichnung machte ich, indem ich dem Verlauf unserer Terrasse folgte. Der vorderste Baum scheint sich gegen den Absturz (links) mit Kräften zu wehren. Ich würde ihn – trotz der vermutlich hohen Kosten – gern unterstützen, aber es ist nicht einfach, die alten Terrassen wieder herzustellen, ohne mit den Nachbarn ins Gehege zu kommen, die ihrerseits die Abbruchkante für sich beanspruchen.

Heute konnte ich keine Fotos mit Licht-Schatten-Effekten machen, denn der Himmel ist bedeckt. Also zeige ich die bisherigen sieben Zeichnungen der Serie „Im Olivenhain“ diesmal als normal ausgeleuchtete Fotografien. Alle sind mit schwarzem Kuli und Bleistift auf glattem Zeichenkarton, 25 x 35 cm entstanden.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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17 Antworten zu Im Olivenhain (No 6 und No 7)

  1. hanneweb schreibt:

    Ich liebe diese ausdrucksstarken Olivenbäume und hast das auch wieder sehr schön, interessant zu Papier gebracht.
    Liebe Grüße von Hanne

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  2. kunstschaffende schreibt:

    Es ist sooo schön Gerda, daß Du sie zeichnerisch festhält! Hoffentlich halten sie noch lange stand, diese wundervollen Zeitzeugen! Du katalogisierst sie quasi für die Ewigkeit, Du gute Seele!😍👌👍😘
    Liebe Grüße Babsi

    PS: Mich hats voll mit Grippe erwischt, es wird eine Weile dauern, bis ich wieder zu malen komme! Ich habe schon die letzten Wochen gemerkt, es stimmt was nicht und es der MS zugeschrieben. Aber jetzt hats mich total weggefegt!🙈

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  3. kowkla123 schreibt:

    kann man sich genau so vorstellen, von mir für dich kommen beste Grüße, Klaus

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  4. Ich kann nur wiederholen: Ich bin beeindruckt von deinen ausdrucksstarken Zeichnungen!

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  5. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Eine wundervolle Galerie von Ölbaumzeichnungen hast Du nun schon, liebe Gerda.
    Einer ist schöner als der andere und beim allerletzten, der so knapp an den Kante der Terrasse steht, das sieht man tatsächlich, daß er sich gegen den Absturz wehrt, daß er all seine Kräfte bündelt und dagegen hält! Er will nicht abstürzen, er will bleiben, an diesem Platz, der ihm schon so lange gehört.
    Gehört die Abbruchkante zum Grundstück des Nachbarn? Dann muß er doch daran interessiert sein, daß die Kante erhalten bleibt?

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    • gkazakou schreibt:

      Herzlichen Dank, Bruni. Ich hab auch meine Freude an diesen Zeichnungen. Heute habe i h noch eine geschafft, ab morgen sind wir dann wieder ein Weilchen in Athen.
      Dem Nachbarn gehört das Land, das auf Seins runterpurzelt. Wenn meine Terrasse einbricht, wird seine größer. Aber ich möchte was tun, denn bei jedem schweren Regen bricht ein Stück ab. Nur weiß ich noch nicht, wie ich es anstellen soll. Man kann keine Maschinen aufs Gelände bringen, es gibt keinen Zugang. Schwierig.

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  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Ach, er bekommt dann eigentlich welches dazu? Dann ist es doch Dein Recht, Deines zu schützen, zu befestigen? Da gibt es bestimmt Tips, wie man das tun kann ohne schweres Gerät, denn es wird ja bestimmt auch bei anderen passieren…

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  7. wildgans schreibt:

    Wieso wachsen manche der Olivenbäume aus kreisrunden steinernen Einfassungen heraus?
    Gruß von Sonja

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  8. Ule Rolff schreibt:

    Diese Olivenbäume haben so eine bewegte, fast menschliche Lebendigkeit durch deine Striche! Das ist sehr toll! Erinnert mich etwas an die Art, wie Horst Janssen zeichnete.

    Gefällt 1 Person

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