Schneeflöckchen und zwei Baumskizzen

Schneidende Kälte bei Sonnenschein. Und vom Himmel tanzten Schneeflöckchen herab, getrieben von einem Wind aus dem Norden! Wie lange habe ich keine mehr gesehen. Drum ist es auch kein Wunder, dass mir nur der Anfang des Liedes einfallen wollte. Genug, um meinen heutigen Spaziergang musikalisch zu begleiten. Ein paar der Flocken zoomte ich mir heran, um sie euch als Beweis vorzuweisen.

Originaltext*

Schneeflöckchen, vom Himmel
Da kommst du geschneit,
Du warst in der Wolke,
Dein Weg ist gar weit;

Ach setz’ dich an’s Fenster,
Du niedlicher Stern,
Giebst Blätter und Blumen,
Wir sehen dich gern!

Schneeflöckchen, ach decke                             Schneeflöckchen, Weißröckchen
Die Saaten geschwind,                                       So kommet doch all’,
Sie frieren, du wärmst sie,                                Dann wird bald ein Schneemann,
So bittet das Kind.                                              Dann werf’ ich den Ball.[1]

Es war so schön im Wald, dass ich mich nicht trennen mochte, bevor ich nicht jedenfalls zwei Baumszenen in mein kleines Skizzenbuch gezeichnet hatte. Wieder benutzte ich Doppelseiten, um die hohen Bäume nicht zu verstümmeln.

———-
* Wikipedia: „Die Urfassung stammt von Hedwig Haberkern (geb. Stenzel; 1837–1901), die zunächst Kindergärtnerin und dann Lehrerin in Breslau war. Als „Tante Hedwig“ verfasste sie Erzählungen für Kinder; 1869 erschien in ihrem Erstlingswerk Tante Hedwigs Geschichten für kleine Kinder die Geschichte von der Schneewolke, in dem das Lied Schneeflöckchen vom Himmel vorkommt.“

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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30 Antworten zu Schneeflöckchen und zwei Baumskizzen

  1. Ulli schreibt:

    Schneeflöckchen, Weißröckchen jetzt also auch bei dir, ich staune!!! Mir gefällt wie du sie eingefangen hast, die Unschärfe machts in diesem Fall!
    Bei uns ist seit gestern Tauwetter, aber das ändert sich wohl schon wieder morgen mit eisigem Wind, der angesagt ist und viel Schneefall, na, ich lasse mich überraschen, ich war jetzt erst einmal noch einkaufen, dann muss ich morgen nicht fahren.
    liebe Grüße
    Ulli

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  2. mynewperspective schreibt:

    Ach. liebe Gerda. Jetzt habe ich eine singende Serap bei mir zu Hause, die micht mehr aufhören will, Schneeflöckchen zu singen. 😉
    Übrigens: Auf der ersten Skizze (unten rechts) sehe ich einen Menschen, mit ausgestreckten Armen und zwei Blätter, die aus dem Herzen heraus wachsen. Hat etwas sehr lebendiges an sich.

    Gefällt 1 Person

  3. pflanzwas schreibt:

    Der Baum, also die Skizze, sieht jedenfalls sehr energiegeladen aus! Das Lied paßt gut dazu. Den ganzen Text kannte ich gar nicht. Danke fürs Zeigen!

    Gefällt 1 Person

  4. Susanne Haun schreibt:

    So mag ich den Winter und Kälte am liebsten, liebe Gerda, Schnee, Sonnenschein und blauer Himmel! Ich mag das Format deinen Skizzenbuchs. Ich hatte mir in der Größe eines für Italien (im Oktober letzten Jahres) gekauft. Mal schauen, wann ich es schaffe, darüber zu bloggen 🙂
    LG Susanne

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    • gkazakou schreibt:

      Heute ist es noch schöner, denn in der nacht hat es tüchtig geschneit und nun scheint die Sonne. Aber leider taut die Pracht schnell weg.
      Auch ich habe übrigens dieses kleine Skizzenbuch für Italien gekauft und dort ein wenig benutzt, besonders bei der Schiffsfahrt nach Amalfi entstanden viele Skizzen. da passte das format wunderbar. https://gerdakazakou.com/2018/07/15/mit-dem-boot-entlang-der-amalfi-kueste-fotos-und-zeichnungen/

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      • Susanne Haun schreibt:

        Wir werden dieses Jahr (endlich) Neapel besuchen. Da werde ich auch das kleine Skizzenbuch mitnehmen. Gerade, wenn man nur mit Handgepäck fliegt, ist diese Größe von Skizzenbuch praktisch.
        Ich hoffe, in der Bucht von Neapel ebensoviele Skizzen zu machen wie du 🙂

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    • gerda kazakou schreibt:

      wir waren drei Tage in Neapel, es war sehr sehr interessant, aber auch anstrengend. Ein sehr gutes archäologisches Museum haben sie dort. Paestum und Herkulanum haben wir von dort besucht und sind herrliche endlose Stunden durch Neapel gewandert, meist über steile Stufen! Zum Zeichnen kam ich überhaupt nicht. Du aber wirst das sicher tun!
      Erst in Salerno (vier Tage) machte ich ein paar Skizzen. Wir wohnten mit Bed and Breakfast hoch über dem Ort. Von da sind wir u.a. mit dem Boot nach Amalfi gefahren und über endlose Stufen in eine wunderschöne Schlucht gewandert..Das Treppensteigen war tatsächlich eine der Haupterfahrungen dieser Reise. 🙂

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  5. kopfundgestalt schreibt:

    Das Weißröckchen ist mir als einziges in Erinnerung geblieben. Es ist ein liebevoller Begriff 🙂

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  6. kowkla123 schreibt:

    liebe Gerda, war heute beim Arzt zur Kontrolle, entsprechend den Umständen soweit alles ok, lass es dir, wie das Wetter auch ist, gut gehen, Klaus

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  7. elsbeth weymann schreibt:

    „Wenn dir’s in Kopf und Herzen schwirrt,
    Was willst du Bessres haben!
    Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt,
    Der lasse sich begraben.“ (Goethe)

    Liebe Gerda, Dank für die Weißröckchen !!!…mir fiel dazu dieser Goethevers ein…beim Herunterschwirren der kleinen Sterne, die ja in einem weiterziehen und vieles anregen…an Gedanken, Empfindungen ,Erinnerungen. Hier hält es sich mit dem Schnee (noch) in Grenzen.
    Ich warte schon drauf ! Am meisten liebte ich als Kind diese „Blumen“ an den vereisten Fenstern in der Weißröckchenzeit, die man anhauchen und in Bewegung bringen konnte.
    Dir eine gute Zeit im griechischen Winter !!! Elsbeth

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Elsbeth, für die feinen Erinnerungen! Eisblumen habe ich schon seit einer halben Ewigkeit nicht mehr gesehen. Die Isolierfenster taugen dafür wohl nicht.
      Ich konnte mangels Auto nicht zum Schnee, also kam der Schnee zu mir. Ich habe grad einen glücklichen Vormittag draußen verbracht, Welch herrliche Luft, und die Menschen so fröhlich. Nun ist es schon fast vorbei damit. Ab morgen sind starke Südwinde angesagt, die Temperatur steigt dann tüchtig an.
      Auch dir schöne Wintertage! Alles Liebe, Gerda

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  8. Peter Klopp schreibt:

    Dieses Gedicht haben wir als Kinder gern zu Weihnachten gesungen. Ich bin erstaunt, wie du noch bei klirrender Kälte so schön zeichnen kannst, liebe Gerda. Gestern ging ich mit meiner Frau spazieren auf Jagd nach neuen Fotos. Da froren mir die Hände und ich hatte Schwierigkeiten, die Kamera zu bedienen. Hoffentlich wird es bei euch wieder ein wenig wärmer.

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  9. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Wir haben es etwas anders gesungen, liebe Gerda

    Schneeflöckchen, Weißröckchen,
    wann kommst du geschneit,
    du wohnst in den Wolken,
    dein Weg ist so weit.
    Komm setz dich ans Fenster,
    du lieblicher Stern,
    malst Blumen und Blätter,
    wir haben dich gern.
    Schneeflöckchen, du deckst uns
    die Blümelein zu,
    dann schlafen sie sicher in himmlischer Ruh.
    komm zu uns ins Tal,
    dann bau´n wir den Schneemann
    und werfen den Ball.

    Vermutlich ist es eine späteren Version *g*.
    Ich hatte es schon in den Wetternachrichten gehört: Bei Gerda schneit es *schmunzel*
    Geh nie mehr ohne Skizzenblock oder -buch aus dem Haus! Wir würden hier so viel vermissen.

    Bei uns regnet es nur…

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    • gkazakou schreibt:

      Danke Bruni! Heute Nachmittag hatte ich das Skizzenbuch zwar mit, aber zum Zeichnen wars dann doch zu kalt. Zudem wären Farben nötig gewesen: Gold im Licht, feines Blau und Violett in den Schatten. Auf demHeimweg war es schon gefährlich glatt, war froh nicht zu fallen. Die Strassen sind abschüssig und nicht geräumt, und Tito zieht es in alle Richtungen….

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