Weltpolitik am Sonntag: Über den Kongo

Ich denke, einmal in der Woche, am Sonntag, kann ich hier einen grundlegenden Bericht über eines der großen Weltthemen posten. Für die Premiere habe ich ein Video ausgewählt, das einen umfassenden Bericht über den Kongo enthält. Schau es an, du wirst hinterher etwas mehr von der Welt verstehen.

Seit ich als Studentin in Berlin gegen die Ermordung des frei gewählten Präsidenten des Kongo Patrice Lumumba und den Staatsbesuch der belgischen Marionette Tschombe protestierte, habe ich dieses große gequälte Land nicht mehr vergessen können. Aber ich wusste wenig über den Hintergrund der westlichen Interventionen, die bis heute anhalten. Und über den Zusammenhang mit den Kriegen in der ganzen Welt. Dieser Bericht schließt eine Lücke.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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19 Antworten zu Weltpolitik am Sonntag: Über den Kongo

  1. Werner Kastens schreibt:

    Es fällt mir schwer, den Liked button zu drücken, denn der Hintergrund ist so grausam und zieht sich seit vielen Jahrzehnten hin. Den Film kannte ich nicht, aber Erzählungen von den Grausamkeiten dort unter dem deutschen Offizier „Kongo Müller“ von einem Bekannten, der aus dessen Söldnertruppe desertiert ist, weil er das nicht mit ansehen und mittragen wollte. Danke Gerda, das öffnet uns mal wieder die Augen!

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  2. afrikafrau schreibt:

    mit viel Interesse habe ich deinen link zum Kongo gelesen, hatte hier mit einigen engen Kontakt,
    aber sie sprachen nie über die Politik und wenn, dann in Suaheli, beherrsche diese Sprache nicht,
    daher finde ich diesen Bericht sehr aufschlussreich, aber viele pflegten engen Kontakt nach Brüssel, dort lebten sie in einem Viertel zusammen, sehr oft reisten wir nach Brüssel, wo ich mir
    mein eigenes Bild machen konnte, vieles gesehen und gehört habe und beobachten konnte,.stoppte diese Besuche dann, da ich benutzt worden bin, Kongolesen hierher nach Deutschland zu bringen ( illegal), die kannten sämtliche Schleichwege über die grüne Grenze, Und hier…naja, das ist eine andere Geschichte. trotzdem war es eine lehrreiche Zeit für mich, sehr aufschlussreich….

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  3. Barbara Fringuella schreibt:

    … merci, Gerda ! Das geht ganz fest unter die Haut ! Natürlich haben wir von vielem in diesem Film schon gehört, aber diese Zusammenfassung ist aufschlussreich, zu vielen Teilen ja auch unbekannt … vor allem die wirtschaftlichen Zusammenhänge durchblicken wir sowieso nie so richtig … nicht zu reden von der Mitschuld, die wir alle zwangsmässig teilen müssen

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Barbara. Die alten Verbrechen waren mir einigermaßen bekannt. Was mich an diesem Interview besonders fesselte, war, was da über die Bedeutung von Cobald und Coltan für die moderne Kriegsführung gesagt wird. Und dass der Kongo schon deshalb unter der Knute gehalten werden muss, weil ohne Cobald und Coltan nichts geht, keine Batterie, kein Roboter, keine Dronen, kein smartphone, kein Atomreaktor, rein gar nichts.
      Und dass der Kongo ein Fast-Monopol auf diese Mineralien hat.
      Interessant fand ich auch zu erfahren, dass die Atombomben, die auf Japan fielen, mit Uran aus dem Kongo gebaut wurden….
      Dieser spezielle Zusammenhang zwischen Kolonialismus und modernen Kriegen war mir vollkommen neu. Wenngleich ich natürlich die These kenne, dass es für ein Land zum Fluch werden kann, wenn es reich an Bodenschätzen ist.

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  4. Raffa´s Welt schreibt:

    Danke Gerda, für´s Einstellen.
    Wie so oft das gleiche Muster – wie oft müssen wir „zivilisierten“ Menschen es noch sehen, um es zu erkennen…??
    Hoffnung macht, daß derzeit so vieles ans Licht kommt.
    LG, Raffa.

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  5. elsbeth weymann schreibt:

    DANKE !!! Gerda, für diesen wichtigen Hinweis. Proteste gegen die Ermordung von Lumumba aus meiner Studentenzeit erinnere ich noch gut. Die tieferen Zusammenhänge, die hier aufgezeigt werden, waren mir allerdings nicht bewusst. Vor allem nicht, dass der „offiziell“ beendete Kolonialismus brutal weitergeht. Und wir unbewusst mit drinhängen mit unserem „normalen “ modernen Leben…auch bekommen die Flüchtlingsströme aus Afrika noch einmal ein anderes Gesicht…. ( habe das Video weitergeleitet )

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    • gkazakou schreibt:

      Danke von Herzen, Elsbeth. Mir ging es wie dir. Die „Behebung der Fluchtursachen“ wird ja oft sehr allgemein als politisches Ziel formuliert, aber die wirklichen Zusammenhänge zwischen dem traurigen Flüchtlingsschicksal der Vielen und dem relativen Wohlstand unserer „entwickelten“ Länder bleiben im Dunkeln. Man ahnt sie bestenfalls. Wo sind die grundlegenden Analysen?
      Eben sah ich mir ein Video an, das einen anderen Aspekt der Migration herausgreift: der österreichische Autor Hannes Hofbauer spricht über sein neuestes Buch „Kritik der Migration“, das den Schwerpunkt auf die wirtschaftlichen Auswirkungen in den Geber- und den Empfängerländer legt. Hofbauer ist ideologisch links einzuordnen und kritisiert den Gleichschritt der Linken mit dem Kapital: offene Grenzen für alle. Ich bin nicht mit allem einverstanden, aber er hat einen wichtigen Punkt. https://deutsch.rt.com/programme/der-fehlende-part/77539-kritik-migration-oesterreichischer-historiker-hannes-hofbauer-im-gespraech/

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    • gkazakou schreibt:

      Danke! Über Riace und seinen Bürgermeister las ich schon viel, ein Bericht steht nun auch im neuesten Spiegel. Er wurde unter Hausarrest gestellt (weil er angeblich eine Afrikanerin telefonisch zu einer Scheinehe animieren wollte), und es gibt Solidaritäts-Demonstrationen deswegen.

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  6. Chrinolo schreibt:

    Danke für den interessanten Link – sehr interessant und sehr bedrückend.

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  7. afrikafrau schreibt:

    zur Aufklärung: im Kongo werden viele Sprachen gesprochen: Amtssprache Französisch , auch Suaheli, und noch einige andere Sprachen, dort leben u.a. durch Kriegswirren viele andere etnische Gruppen, der Kongo ist ein sehr großes Land, sehr vielfältig, auch in Sachen Sprachen, dagegen sind wir Waisenkinder- das ist nicht nur im Kongo so, sondern durch die gezogenen Grenzen ,bzw. Aufteilung in der Kolonialzeit, dies nur in Kürze!!!!!

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  8. mmandarin schreibt:

    Beklemmend, kaum zu ertragen, es fällt mir derzeit schwer, dort hinzuschauen. Es gibt im engen Freundeskreis gerade eine Katastrophe, die unglaublich schmerzt. Aber verdrängen lässt sich das alles nicht. Danke Gerda

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