„Vier-Knochen-Oper“ (Bleistiftzeichnung)

Heute habe ich den großen Knochen, vermutlich vom Rind, den ich als Vase für Trockengräser verwende, in vier verschiedenen Positionen auf ein Blatt (50 x 70) gezeichnet. Dazu auch meine Hand und drei gewundene Zweige vom Origano.

Dann habe ich noch vier Holzstücke – ein Schwemmholz und drei abgesägte Olivenäste – sowie Trockengräser hinzugefügt. Hier ein Foto der Objekte.

Es entstand ein dichtes Netzwerk von, wie ich finde, dramatischen Formen.

Eine Vier-Knochen-Oper.

„4-Knochen-Oper“, Bleistift, 50×70 cm, 2018 (c) gerda kazakou

Anschließend habe die Zeichnung mithilfe von Fotoshop-Filtern bearbeitet. Wenn du Lust hast, klicke die Bilder an, um sie zu vergrößern.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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55 Antworten zu „Vier-Knochen-Oper“ (Bleistiftzeichnung)

  1. Katrin - musikhai schreibt:

    Ich finde den Knochen eigentlich kein schönes Zeichenobjekt. Aber was du daraus gemacht hast, vor allem mit Photoshop, ist sehr interessant!

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    • gkazakou schreibt:

      danke, Katrin. Ich weiß, dass Knochen oft als abstoßend angesehen werden, weil sie an den Tod erinnern. Dabei sind sie sehr gut geformte Hohlkörper, richtige Wunder an Stabilität. Solange das Tier lebte, hat der Knochen ihm gut gedient. Mögen unsere Knochen uns ebenfalls gut dienen, solange wir leben! Dir eine gute Nacht mit einem hoffentlich beruhigten Nachbarn!

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  2. mmandarin schreibt:

    Es ist wirklich seltsam, was Knochenbetrachtungen so auslösen in einem. Gerade eben habe ich meditiert und unweigerlich komme ich zu der Frage, wer bin ich, woher komme ich, wohin gehe ich… und dann zeigen mir deine Knochen die Vergänglichkeit deutlich vor Augen. Zugegeben, du setzt sie wunderbar in Szene, aber eine Antwort habe ich deshalb noch nicht. Meine eigenen Knochen spüre ich momentan auch…. viel Gartenarbeit… deine Zeichnungen sind so präzise, das Blau als Hintergrund springt mich am meisten an. Blau scheint derzeit mein Thema zu sein. Hm. Liebe Grüße von einer nächtlich grübelnden Marie

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Marie, da hast du ganz recht: unweigerlich kommen einem Tod und Sterben in den Sinn, wenn man einen Knochen in die Hand nimmt. Ich habe dazu noch etwas bei KopfundGestalt angemerkt. Deinen Knochen wünsche ich gute Erholung (meine spüre ich auch, obgleich ich nicht im Garten gearbeitet habe. Es ist das Alter, sie melden sich).

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  3. kopfundgestalt schreibt:

    Eindrucksvoll! Auch die Photoshopbearbeitungen, jede für sich eigen und interessant.
    Alles organisches „Material“, das quasi anorganisch geworden ist.

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    • gkazakou schreibt:

      danke dir, Gerhard. „Organisches, das quasi anorganisch geworden ist“ – ich glaube, das ist der Schlüssel für die Verstörung, die vom Knochen ausgeht. Auch die anderen Objekte sind ja abgeschnitten und tot, aber bei Pflanzen hat man weniger dieses Todeserlebnis (finde ich). Man braucht sich nicht die Sehnen, Nerven, Blutbahnen, das Mark – kurz, das volle Leben des Warmblütlers vorzustellen, wenn man sie in die Hand nimmt.

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  4. Christiane schreibt:

    Allein der Knochen bzw. die Bilder davon ist/sind schon phantastisch!
    Liebe Grüße
    Christiane

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  5. Elke H. Speidel schreibt:

    Wahnsinn, was man aus vier Knochen machen kann! Großes Kompliment, liebe Gerda!

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  6. violaetcetera schreibt:

    Oft entdecke ich in deinen Zeichnungen etwas Menschliches (Gesicht, Gliedmaßen), auch wenn gar nichts vordergründig Menschliches dargestellt wurde. Faszinierend, wozu deine Werke das Gehirn des Betrachters anregen.

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    • gkazakou schreibt:

      Herzlichen Dank, Viola. Diesmal ist es wohl unausweichlich, dass man in den Knochen etwas Lebendiges mit quasi menschlichem Gesicht sieht. Sie treten auf einer Bühne auf. Drum nannte ich es auch „Oper“.

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  7. Ulli schreibt:

    Wundervolle Zeichnungen und dieses Mal gefallen mir auch einige Bearbeitungen sehr, sehr gut, den Favorit habe ich unter dem Bild selbst benannt.
    Sonnige Grüße, Ulli

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  8. Kabra schreibt:

    Die Knochzeichnungen wirken sehr goyaresk. Wundervoll

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    • gkazakou schreibt:

      danke, Kabra. Tatsächlich habe ich schon bei der vorletzten Komposition mit den verschlungenen abgeschnittenen Hölzern an Goya gedacht. Daher liegt auch die Kopie einer Goya-Gravour (Subir y trajar) neben dem Computer …. 🙂

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  9. Werner Kastens schreibt:

    Tolle Ergebnisse der Bildbearbeitung!
    Und wie man so schön fragt: was lernt uns das?
    Die Realität (der Knochen, wie er ist) wird verdrängt von den Umständen, d.h. wie er dargestellt wird. Ob rohfasering, blau oder ocker hinterlegt, ob ins Licht gestellt, ob liegend oder stehend etc. Und jeder dieser „Umstände“ hinterlässt einen anderen „Eindruck“ bei uns, weil er sich immer wieder anders mit persönlichen Erwartungen oder Erfahrungen verbindet und wechselwirkt (tolles Wort).

    Theoretisch müssten so ja unendlich viele Varianten möglich sein?

    LG Werner

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    • gkazakou schreibt:

      danke, lieber Werner. Ja, wie ist denn die Realität des Knochens? wenn er erst mal seinen Platz, an dem er gewachsen ist und konkrete Funktionen ausfüllte, verlassen hat, geht der Variantenreichtum der „Umstände“ tatsächlich gegen Unendlich. Bei Menschen nennt man das Freiheit von den Bindungen der Tradition 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      In einem erweiterten Sinne, vielleicht. ich meinte die Freiheit des Individuums, das sich von dem Ort seiner Herkunft und Traditionen getrennt hat und nun durch die Welt treibt, allerlei Begegnungen hat und neue Beziehungen eingeht – oder auch nicht eingeht

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  10. Werner Kastens schreibt:

    Du kreierst doch Deine Varianten. Hauchst Du ihnen dadurch nicht eine/ein Stück deiner Seele ein?

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    • gkazakou schreibt:

      Na, die Zeichnung ist vor allen Varianten „Ausdruck“ von mir, bei den Varianten kommt dann das Medium Fotoshop noch hinzu. Es ist wie im Theater, wo die Schauspieler den richtigen Ausdruck suchen, und ihr Spiel durch Beleuchtungseffekte zusätzlich interpretiert wird.

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    • gkazakou schreibt:

      Nee, das Theaterstück gehört dem Betrachter ja auch nicht. Aber er kann sich seine eigene Interpretation im Kopf schaffen. die gehört ihm dann ganz allein 🙂

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      • Werner Kastens schreibt:

        Ich bin noch nicht ganz zufrieden, liebe Gerda.
        Heißt das nicht im Grunde, dass jedes Bild zwar einen Schöpfer hat, der es nach seinen Vorstellungen/seinem Bilde erschaffen hat, dann aber zunächst im eigentlichen Sinne sinn-„frei“ ist und erst wiederum durch den Betrachter Bestandteil dessen Vorstellungen/dessen Welt wird und damit einen (neuen? changierenden? „beliebigen“? ) Sinn/Sinnhaftigkeit erhält ?

        P.S.
        Ich glaube, ich habe eben einen Teil der Schöpfungsgeschichte erst richtig verstanden.

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    • gkazakou schreibt:

      Du denkst in großen Zusammenhängen, lieber Werner. Und wenn du nun die Schöpfungsgeschichte für dich neu interpretieren kannst. dann hast du ein gutes Beispiel für deine Frage:
      Die Schöpfungsgeschichte wurde geschaffen – sie ist ein Text -, und nun kommst du als Leser und Nachdenker und eignest sie dir an. Wie geschieht das? Indem du dem Text einen Sinn gibst – deinen. Vielleicht stimmt dieser Sinn mit dem vom Erschaffer des Textes gemeinten überein? Wenn du dies Gefühl hast, dann hast du ein Aha-Erlebnis. „Aha, soo hat er es gemeint!“ Und du lächelst zufrieden, weil ldu etwas als wahr (wirklich, richtig) erkannt hast. Liebe Grüße dir! Gerda

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      • Werner Kastens schreibt:

        Dank an Dich, mit mir aufs Trampolin zu gehen, liebe Gerda! Bei den weiten Sprüngen mit Dir ist mir schon etwas schwindelig geworden! Aber ich denke, dass wir an einem gemeinsamen Ziel angelangt sind: nämlich das, was Du als Freiheit beschrieben hast: die Schöpfung (oder wenn Du willst der „Schöpfer“) gibt uns ein Anfangs-/Ausgangs-Bild des Lebens, aber gibt uns auch die Freiheit, zu wählen, wie wir es sehen, gestalten und kommunizieren wollen. Fragen nach Sinn oder Schuld liegen damit alleine beim Betrachter, weil alles „Erschaffene“ zunächst einmal in sich neutral, „unschuldig“, ist. Und es liegt alleine an uns, was wir daraus machen.

        LG Werner

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  11. kunstschaffende schreibt:

    Das Gesamt Ensemble ist beeindruckend und faszinierend!
    Die Knochenvase ist der absolute Design Hit! Würde ich sofort aufstellen! Diese Erinnerungen an die Vergänglichkeit in Deiner Zeichnung und daraus ein Opernensembles zeichnerisch zu kreieren ist künstlerisch einfach außergewöhnlich! 👏👏👏👏👏👌
    Auf so eine Idee muss man erstmal kommen! 👍
    Liebe Grüße Babsi

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  12. kowkla123 schreibt:

    so werden Knochen auch nicht langweilig, alles Gute für dich, Klaus

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  13. Die Metamorphose von Knochen in Kunstwerke. Ich bin sehr beeindruckt von deiner Zeichenkunst.

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  14. www.wortbehagen.de schreibt:

    Wow! Zuerst bin ich zurückgeschreckt vor den Knochen, die mich auch an Tod und Vergänglichkeit erinnern, aber dann ging ich Schritt für Schritt mit und siehe da, ich erkannte mal wieder, wie es Dir gelingt, aus leblosem Material Lebendiges zu schaffen und das dann gleich in einer Oper, die in der Bearbeitung immer mehr an Dramatik gewinnt und ich bin begeistert von Deiner Kreativität, liebe Gerda

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  15. TeggyTiggs schreibt:

    …tierische und pflanzliche tote Objekte, so von uns bezeichnet, obwohl sie sich immer noch in Veränderung befinden…aus dem Knochen in Deiner Hand will ein Vogel werden, scheint mir…und Deine Bearbeitungen, vor allem die vierte und fünfte von oben, bekommen etwas Dämonisches…ein Eigenleben, das zweifells in ihnen steckt…

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    • gkazakou schreibt:

      gut beobachtet! „Will ein Vogel werden“ – drum ist die Hand auch offen. Aber was für ein Vogel? Vielleicht ein Vogel Greif? 4, 5 wirken dämonisch, weil ich das Bild verzerrt habe. .Dazu noch die dunkle Schnittstelle.
      Ob das Dämonische in dem Knochen lebt? Ich glaube eigentlich nicht. Es ist ein unschuldiger frommer Knochen, tüchtig, stabil und funktionsgerecht – der Rest ist Projektion menschlicher Vorstellungen. 🙂

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      • TeggyTiggs schreibt:

        …ja, ich sehe ihn einen Greifvogel werden…natürlich sind es die Vorstellungen des jeweiligen Betrachters, die sich durch die Darstellung unterschiedlich entwickeln…in meinen Augen schreit der zweite Knochen von links, er wehrt sich gegen etwas, vielleicht gegen sein Schicksal, während der Knochen ganz links sich fügt und fast schon charmant hingibt, die Situation umsetzt und bereichert…

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    • gkazakou schreibt:

      es macht Spaß, deinen assoziationen zu folgen. Der ganz links hat sich brav in die Umstände gefügt – „charmant und bereichernd“, ja! – und seine neue Funktion gerne akzeptiert: eine Vase zu sein. Sein Kopf dient ihm sehr gut als Standfläche. Aber der zweite links,der Arme, der seinen Kopf oben behalten will! Ja, er hadert, er ist böse und zornig, er bekommt wohl gleich einen Tobsuchtsanfall. Der dritte von links hat durch meine Hand eine gewisse Stützung erfahren, er kann sich an die Schieflage hingeben und von neuen Wegen und Formen träumen. Der vierte von links wirkt bedauerlich, weggeworfen, vielleicht findet ein Hund an ihm ein Weilchen Gefallen. … Und was ist mit den Hölzern?

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      • TeggyTiggs schreibt:

        …interessanterweise ist jedem Knochen ein Holz zugeordnet, wie um die Knochen näher zu beschreiben bzw. zu unterstützen…die beiden linken Knochen werden von den Hölzern wie gerahmt, sie gehören offenbar zusammen, zwei Möglichkeiten, mit einer Situation umzugehen, auf dem Kopf stehend, oder den Kopf oben tragend, fügsam oder rebellierend…der Vogelknochen wird von seinem Holz im Aufstreben unterstützt, denn nur dieses Holz schneidet den oberen Bildrand…dieses Aufstreben, Losfliegen wollen bildet den Bildmittelpunkt, rechts liegt ein Knochen wie gescheitert, er hat aufgegeben, will nicht mehr, vielleicht schluchzt er in die Erde hinein, vielleicht erbricht er sich…stirbt mit einem letzten Atemzug…doch das Holz hinter ihm ist das, welches den größten Formenreichtum erkennen lässt, vielleicht ist es der Hoffnungsträger schlechthin, für das, was dem Knochen nach seiner Wandlung als Möglichkeit bleibt…

        …ich nehme an, Deine Sichtweise ist der meinen nicht ganz fern, denn bei Deinen Bearbeitungen sah ich, dass Du – 2x glaub ich – das Bild farblich in diese zwei Hälften teiltest…

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    • gkazakou schreibt:

      es ist wunderbar, liebe teggytiggs, wie du das Bild zu lesen verstehst. Ja, deine Lesart ist der meinen sehr verwandt. Zum „gescheiterten Knochen“ („vielleicht schluchzt er in die Erde hinein“ – o, wie gut du das ausgedrückt hast!) und dem Holz darüber – dieses Holz erscheint mir wie das Feuer der Wandlung, ein wahrer Phönix. Wie schön, dass du es auch so siehst!

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  16. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Gerda,
    Sehr surreal! Das sind die Bilder, in denen ich so viel sehen kann. Der orangefarbene Himmel gibt dem ganzen eine größere Tiefe.
    In Berlin ist das schöne Wetter schon wieder vorbei, leider. Noch liege ich faul mit meinem iPad im Bett und lese u.a. deinen Blog aber bald möchte ich aufstehen, frühstücken und den Zeichentag beginnen.
    Viele Grüße sendet dir Susanne

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Susanne, danke. So hatte ich mir auch meinen Tag gedacht, doch nun muss ich erst mal die Kröte schlucken, die die Nachrichten brachten, über den Angriff der „Gutmenschen“ auf das „Tier Assad“ (haha). Verdammt, und nicht kotzen zu können, um der Übelkeit ein Ende zu setzen. . Dennoch: Guten Morgen.

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      • Susanne Haun schreibt:

        Dir auch einen schönen Morgen, ich habe gerade in Ruhe den Tagesspiegel gelesen. Vielleicht auch keine gute Morgenlektüre aber es ist so ein Rhythmus, diese Zeit nehme ich mir nur Samstag und Sonntags.

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  17. sabeth47 schreibt:

    Manche der Knochenobjekte werden vor meinem Auge zu Frauen, manche zu Hemdchen, früher gab es Hemdröckchen, ja so sehen sie aus.

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