Bei den Artisten zu Haus – und ein Bild an ihrer Wand

Heute zeigte Susanne Haun ihre eigene Legearbeit mit den Schnipseln, die sie mir anschließend schickte.  Auch sie stellte – wie konnte es anders sein – eine Zirkusnummer dar. Und so entschloss ich mich spontan, den Artisten einen Besuch abzustatten, um ihnen Susannes Bild – sozusagen ihr Ahnenfoto – zu zeigen.

Die meisten waren daheim. Die Kleinen saßen um einen runden Tisch, die große Schwester und die Mama schleppten Tabletts mit Leckereien herbei. Die Wohnung war erstaunlich gut aufgeräumt und das Einzige, was vielleicht ins Auge fiel, war, dass sich die Kids nicht von ihren Kopfbedeckungen trennen mochten und die Mama einen Indianerschmuck trug. Sonst waren sie eine ganz normale Familie. Dass der Papa sich von der Kindertafel fernhielt – nun, das soll ja auch in den normalsten Familien vorkommen.

Eine echte Überraschung wartete dann aber doch noch auf mich. Als ich nämlich (wie es meine Gewohnheit in fremden Wohnungen ist) das Bild hinten an der Wand genauer anschaute, wunderte ich mich nicht schlecht. Es zeigte spielende Kinder in altmodischen Kostümen, die aus der mir sehr bekannten Schneiderei gkazakou stammen. Wie ist es nur an die Wand der Artistenfamilie geraten?

Hier noch mal zum Vergleich, wie unterschiedlich sich Susannes und meine Schnipsel ausmachen. Die Schnipsel in der ersten Reihe stammen, abgesehen von den blauen, von Susanne. Die Schnipsel in der zweiten Reihe stammen von mir.)

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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6 Antworten zu Bei den Artisten zu Haus – und ein Bild an ihrer Wand

  1. juergenkuester schreibt:

    Liebe Gerda!
    Die Schnipsel sind das Eine. Sie sind das Material.
    Aber nun beginnen bei mir plötzlich die Fragen (bisher bin ich eher oberflächlich mit der ganzen Thematik umgegangen und fand auch nie so recht den Einstieg in die Technik, das Material und die Geschichten). Aber jetzt, unvermittelt ändert sich das. Ich weiss auch nicht wieso. Also:
    Woher kommen eigentlich die Geschichten in den Szenen, die auf der Schnipselbühne dargestellt werden?
    Geht es um Psychohygiene?
    Welchen Einfluss hat das Material auf das Dargestellte?
    Oder sucht sich etwas anderes über das Material einen Weg auf die Bühne?
    Kann man wirklich annehmen, dass sich über die Schnipsel Energie transportieren läßt?
    Wenn ja, wessen Energie ist denn dann wo spürbar?
    Wie stellst Du die Dokumentation der flüchtig geschaffenen Szenen sicher?
    Was soll für wen mit den dargestellten Szenen geklärt werden? Oder spielt da nur jemand?

    Meint Gott, jetzt habe ich offensichtlich echten Klärungsbedarf und ich hoffe nicht, dass Dich meine penetrante und massive Fragestellung nervt. Wenn ja, bitte löschen.
    Liebe Grüße und ein schönes Restwochenende
    Juergen

    Gefällt 2 Personen

  2. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Gerda,
    das Bild im Bild, das mag ich gerne. Eine Verbindung und doch auch eine Trennung, unsere Individualität bleibt gewahrt.
    Schon vor einigen Jahren habe ich mich mit Collagen als Aufarbeitung gefundener Fotos auseinandergesetzt. Auf meiner Homepage erhälst du die beste Übersicht der Serie: https://www.susannehaun.de/werk/collagen/
    Durch das Arbeiten und Beobachten der Schnipsel habe ich einen neuen Zugang zur Collage erhalten, den ich in Zusammenarbeit mit Doreen und den nächsten Salon anwende. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis der Weiterentwicklung.
    Nun werde ich meine letzten Korrekturen in meiner Portraithausarbeit einarbeiten und dann den Sonntag geniessen…. am besten mit einem heißen Bad 🙂
    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, liebe Grüßé von Susanne

    Gefällt mir

  3. www.wortbehagen.de schreibt:

    und zu allem Schönen und Erfreulichen, zu allem Spielerischen dann auch noch das Bild an der Wand, das ich gut erkenne.
    Ein wundervoller Einfall, liebe Gerda

    Gefällt 1 Person

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