von Freitag zu Freitag: Dialoge erfinden

Mir macht die Anregung durch lz’s abc etüden sehr viel Spaß, und da dachte ich, ich könnte auch gelegentlich solche Anregung anbieten. Nicht für eine Geschichte, auch nicht für ein Gedicht, sondern für einen Dialog.
Das Theater liegt ja sehr im Argen, kaum jemand ist noch fähig, einen wirklich brauchbaren Dialog zu erfinden. Ich finde das höchst bedauerlich, denn ich liebe das Theater, mehr als jede andere Kunstform. Dialogisch waren auch die alten Geschichten, die als Gesang vorgetragen wurden. Denk nur an Homer!

Meine wöchentliche Anregung wird in einer flüchtigen Skizze bestehen. Darauf sind zwei Figuren zu erahnen. Um wen es sich dabei handelt, ist allein dir überlassen. Du machst sie lebendig durch den Dialog. Willst du dich dran versuchen?

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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42 Antworten zu von Freitag zu Freitag: Dialoge erfinden

  1. kunstschaffende schreibt:

    Warum bist Du so blind, ich habe es Dir immer gesagt, jetzt wirst Du ohne meine Hilfe einen Ausweg finden müssen! Dein gejammer interessiert mich nicht mehr!

    Das war mein erster Gedanke zu Deiner Zeichnung, für einen Dialog!

    Lg Babsi

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  2. wolfgangdannyweber schreibt:

    -sage mir bitte, was du denkst.-
    -bei all deinem unverstand ? ich werde mich hüten.-

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  3. mmandarin schreibt:

    „Nein, nein und nochmals nein…..du kriegst k e i n Handy“. 😡… .schmunzel….Marie

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  4. Liebe Gerda.
    Hier findet keine Sprache statt. Nur Gestik. Da ist ein stark pochendes, gesundes, kräftiges, festes Herz, das den Körper, sowohl auch den Geist reguliert. Es bleibt die Bodenhaftung, nur der Geist macht eine rückwärtige Bewegung, um dieser Wolke der Übermacht zu weichen. Nicht zu fliehen. Nur für den Augenblick der Gefahr. Die Hand, wird zum Schild und betont die Festigkeit, der eigenen geistigen Haltung. Sehe ich mir das Gebilde der Information an, so nehme ich auch wahr, dass an Boden verloren wurde. Sie nur noch im Raum schwebt. Ich könnte, wenn ich wollte sie auf ein normales Maß an Größe reduzieren, um mit ihr in einen sinnvollen Dialog zu treten.
    Alle Macht der Welt, liegt bei denen, die ein Herz haben. Nicht nur Geist (Verstand).
    LG. Monika

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    • gkazakou schreibt:

      das sind feine Charakteristiken, liebe Monika. daraus ließe sich wahrhaftig ein interessanter Dialog formen. Besonders gefällt mir dein Hinweis auf Bodenhaftung, Standhaftigkeit, Herz und momentanes Zurückweichen der kleineren Figur, Haltlosigkeit, Lufftigkeit und Verlust der Bodenhaftung der anderen Person, die leicht zu normaler Größe zusammenschnurren könnte. Verstand sehe ich da allerdings nicht, sondern Erregung, starke Emotionalität.

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      • Du versperrst mir die Sicht und sie hob die Hand zum Schutz, um die Nähe der Enge und Größe, besser ertragen zu können. Welche Sicht, meinst du, fragte die Gestalt. Die Sicht auf die Weite, den Raum, auf die Möglichkeiten, antwortete das Mädchen. Die hattest du bevor ich kam, erwiderte die Gestalt. Nein, entgegnete sie und wurde nachdenklich. Ich habe die Weite, die du mir nun versperrst, nicht wahrgenommen. Darum bin ich hier, entgegnete er und wurde kleiner. Sie setzten sich an einen Tisch und ……..

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    • gkazakou schreibt:

      das ist eine sehr interessante Wendung, liebe Monika! Ich bin erstaunt, was die kleine Zeichnung hervorzulocken vermag.
      ich lese bei dir: Die Weite wird dem Mädchen erst bewusst und erstrebenswert, als sie ihr verstellt wird. Das Hindernis wird zum Mittel der Erkenntnis.
      Das ist eine gelungene Erziehungssituation, scheint mir. Oft werden Mütter oder Väter ja von Pubertierenden als Hindernis wahrgenommen. Und so helfen sie, dass den Heranwachsenden ihr Dang nach Weite bewusst wird. Und wenn sie sich dann zusammensetzen, kann dieser noch blinde und oft genug wilde, ungezügelte Drang gesprächsweise kanalisiert werden.

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  5. Susanna Maurer schreibt:

    „Wer bist Du?“ fragte das kleine Mädchen, stelle sich auf die Zehenspitzen und reckte sich und seine Hände dem Vogel entgegen. 🙂

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  6. gkazakou schreibt:

    o, hübsch! Ein Märchen!

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  7. Frau Rebis schreibt:

    „Ich vertraue mich Dir an …“
    „Ich bedrohe Dich trotzdem …“

    Man liest immer das, was man kennt. Mir ist ein wenig ängstlich geworden. Aber sie ist so schön und stark, die Kleine.
    Hab Dank für dieses Bild!
    Einen herzlichen Gruß zu Dir,
    Frau Rebis

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  8. kunstschaffende schreibt:

    Na klar, habe ich zu später Stunde übersehen, sorry!
    Die kleine Mutter spricht zu ihrem großen Sohn. Es könnte Zeus sein, der wieder einmal verliebt war und die falsche geschwängert hat.🙈😜😊

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  9. kowkla123 schreibt:

    ich bin begeistert, trotz alledem, erhole dich gut am Wochenende

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  10. dergl schreibt:

    „Spieglein, Spieglein in der Hand…“ *knips, was ein schönes Selfie*
    „Das reale Leben spielt sich nicht mit dem Ding ab. Habe ich dir schon 1.000 Mal gesagt.“

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    • gkazakou schreibt:

      Noch ein angesichts moderner Trends überforderter Erzieher?

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      • dergl schreibt:

        Wie man es nimmt. Kann überfordert sein, kann genervt sein, weil Kind das Ding dauernd vor der Nase hat und nicht ansprechbar ist, kann aber auch sein, dass das Verhalten des Kindes sich problenatisch entwickelt. Es gibt Kinder/Jugendliche, die versuchen ihre Körper so anzupassen, dass sie bloß auf den Selfies schön aussehen und das kann gesundheitlich gefährlich werden, dann spricht ein so reagierender Erzieher vielleicht eher ein versuchtes Machtwort. Man bildet sich ja wahrscheinlich ein, es bringt was.

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    • gkazakou schreibt:

      danke für diese Erweiterung, dergl. Die 1000 mal gesagten Vorhaltungen sind offenbar 1000 mal auf taube Ohren gestoßen. Vielleicht sollte er keine weiteren verlieren, sondern dem Kind ein bisschen mehr vom „realen Leben“ anbieten oder zumuten?

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      • dergl schreibt:

        Das dürfte ab einem bestimmten Alter schwierig werden, so ab Wechsel auf weiterführende Schule hast du als Eltern/Bezugsperson nicht unbedingt mehr ein Durchkommen. So mit 11/12 zählt oft schon eher die „Peergroup“ denn die Erwachsenen. Das scheint heute rascher zu gehen als noch vor zum Beispiel 20 Jahren. Und meine Generation galt für deine auch schon als frühreif.

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    • gkazakou schreibt:

      na ja, einfach war es nie für die Eltern pubertierender Jugendlicher. Es stimmt wohl, dass sich auch jüngere Kinder heute nichts mehr sagen lassen von Erwachsenen, umso abhängiger sind sie von Gleichaltrigen. Frühreif würde ich das nicht nennen. Für die Eltern ist dies allzu frühe Loslassen noch ganz „unreifer“ Kinder bequem bzw bei berufstätigen Müttern eine Notwendigkeit. Man übergibt die Kinder ja ganz bewusst den „peer groups“ mit nur oberflächlicher Betreuung durch einen Gruppenerzieher (Kita, Schule), wodurch die Heranwachsenden kaum noch in einen gedanklichen Austausch mit der realen Erwachsenenwelt kommen. Hinterher beklagt man, dass die Kleinen in Scheinwelten landen, und kritisiert sie, macht ihnen Vorhaltungen.

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  11. wildgans schreibt:

    Beschwichtigend das Kind: „Hey, Mami, ich lüge diesmal wirklich nicht!“
    Aufbrausende Mutter: „Natalia, du wirst rot, deine Nase wird gelb- und da willst du mir erzählen, dass du nicht lügst? Sag mal, spinnst du?“

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    • gkazakou schreibt:

      Aha, ja. Mama will die Wahrheit wissen, Kind will nicht damit rausrücken. Und Farben hast du auch dazu erfunden, nicht schlecht. Aber nun hast du mich neugierig gemacht. Was hat diese Natalia denn wohl zu verbergen?

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      • wildgans schreibt:

        Hat vielleicht Mamas Schmuck in der Schule verschenkt…?
        Oder ist ohne Unterhose gegangen…?
        Oder hat den Papa in der Stadt mit einem fremden Fräulein gesehen…?
        Oder…

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  12. Pingback: Dialogenes – MitmachBlog

  13. gkazakou schreibt:

    schaut doch bitte mal die Geschichte an, die unter dem Pingback https://mitmachblog.wordpress.com/2017/03/11/dialogenes/ nachzulesen ist. Sie ist angeregt durch meine kleine Skizze und so was von gut erzählt!!!

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  14. christoph1956 schreibt:

    Ehrlich, ich trau mich nicht, einen Dialog zu schreiben. Aber die Idee ist gut. Danke für die Anregung. Ich hoffe, es später doch mal zu versuchen.

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    • gkazakou schreibt:

      wenn du dich nicht traust, Christoph, fang doch einfach mal ganz klein an, zB Mama schimpft: „Hast du wieder mal ne fünf im Aufsatz geschafft?“ – Kind: „Nee, ne sechs“. oder Mama: „hast du die ganze Konfitüre ausgelöffelt? Und mir nix übriggelassen? du solltest dich was schämen!“ oder Gespenst: „Huhu!“ – Kind: „Ich hab keine Angst vor dir. Mama sagt, es gibt keine Gespenster“.

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  15. gkazakou schreibt:

    was mir zuerst so einfiel:

    Wie bitte? Antworte mir. Ich bin ganz ruhig, ganz Ohr. Du warst mit dem Ewald unterwegs? Ihr habt die Schwäne unten am See gefüttert? Aha, ich verstehe. Und was habt ihr sonst noch so getrieben, du und der Ewald? Wehe du sagst nicht die ganze Wahrheit. Glaubst du, ich krieg sie nicht heraus? Ich bin ganz ruhig, ganz Ohr. Sprich, fürchte dich nicht. Wenn du bei der Wahrheit bleibst, hast du nichts zu fürchten. Also, ich höre. Wie, du verstockte Göre, du willst nicht reden? Du willst nicht mit der Wahrheit heraus? Na warte, die werden wir schon aus dir herausprügeln. Wie bitte? Was flüsterst du da? Warum sprichst du nicht klipp und klar? Ihr habt nur… Ja, weißt du denn nicht, was der Ewald für einer ist? Mit der Roten ist er gegangen, für die freie Liebe hat er geschwärmt, ha! Man hat ihn erwischt, drunten am Fluss, mit der Roten, die hatte nachher nen dicken Bauch, woher wohl? An einen solchen hängst du dich, du, meine Tochter! Wegen dir sollen sie nicht mit den Fingern auf mich zeigen, du Luder. Du bleibst jetzt im Haus, kannst am Tag die Arbeit machen, und nachts schließen wir dich weg, bis du Verstand annimmst. Besser du heulst jetzt als später. Und nun mach, dass du in die Küche kommst, aber holla! Und dass die Töpfe hinterher blitzen.

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  16. bruni8wortbehagen schreibt:

    Der Geist: „Ich wollte Deine Angst sein, Kleine, aber du bist zu stark und furchtlos für mich. Du siehst mir ins Gesicht. Dann schaffe es nicht, deshalb mag Dir lieber ein Freund sein

    und die Kleine reckt sich ein bissel, um ihn genauer zu betrachten und antwortet ihm:
    „Ach, liebe Angst, ich erkannte Dich nicht, ich wollte doch nur sehen, wer du wirklich bist, denn du hast ein so freundliches Gesicht. Lass uns Freunde sein, lieber Geist.“

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  17. gkazakou schreibt:

    „Liebe Angst“ – das ist doch mal ne nette Ansprache. Hat der Angst-Geist sicher noch nie gehört. Ist ganz gerührt, wischt sich die Angstrührungstränen aus den Augen und lächelt angstvoll, bettelt: „Bitte, bitte, schick mich nicht fort, ich bin so einsam“.

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  18. Pingback: Griechische Dialoge | la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée

  19. Myriade schreibt:

    Ich habe die erste Szene spontan und undramatisch geschrieben. Macht aber Spaß https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2017/03/14/griechische-dialoge/

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  20. Pingback: Freitag: Dialoge erfinden | GERDA KAZAKOU

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