Blätter und Babuschka

Der große graue Karton (50×70 cm) war immer noch zu klein, um das gewaltige Wachstum zu fassen, das ich gern darstellen wollte. Aber so ist es eben: Man muss sich in den Raum schicken, der einem zur Verfügung gestellt wird.

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Auch die magische Babuschka, ebenfalls gestern gezeichnet, leidet an Platzmangel. Sie explodiert fast unter dem Druck von all dem, was sich in ihrem Inneren an Wachstum vorbereitet. Daher die Abweichung von der Symmetrie, die Deformation ihres Leibes. Daher auch das sprossende Etwas an ihrer rechten Seite.

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magische Babuschka

Warum ich sie magisch nenne? Na, siehst du denn nicht den Zaubervogel, der sich unter ihren schwarzen Kleidern abzeichnet? Das Auge des Vogels ist zugleich der Eintritt in ihr geheimnisvolles Inneres. Inspiriert wurde sie durch die Flasche in der Beuys’schen Alchemisten-Kammer, die ich kürzlich in der Ausstellung „Mirror of the Mind“ sah. Meine hat natürlich nichts von der Beuys’schen Eleganz, dafür aber ist sie weiblich. Und das heißt: sie gebiert aus ihrem deformierten Leib heraus neues Leben.

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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6 Antworten zu Blätter und Babuschka

  1. Arabella schreibt:

    Das Bild finde ich sehr anregend, vielleicht gebiert sie den roten Vogel den ich sehe.

    Gefällt 1 Person

  2. teggytiggs schreibt:

    …interessant die Babuschka, sie sieht mit ihrem Herzen, das sich zum Auge eines Vogels ausgebildet hat…und gleich wird sie ihn gebieren, er wird ihr entsteigen mit seinen Schwingen und so ihr Herz fliegen lassen…

    Gefällt 1 Person

  3. Monika schreibt:

    Liebe Gerda,
    irgendwie fehlt mir die Kraft, zu denken, zu verstehen. Also lasse ich mal nur zu was ich sehe und wie es auf mich wirkt. Hinein lassen, mich öffnen, für Wachstum, wo ich doch müde bin. Aber diese Blätter drängen nach Erweiterung, nicht Aufgabe. Nach Raum, um sich auszubreiten, wie das Wort, das aus dem -, oder meinem Munde dringt, sich verbreiten will. Gehört, gesehen, wahrgenommen werden. Ernst genommen werden, in dieser Welt. Meiner Welt, unserer Welt.
    Wohin mit uns, unseren Gedanken, Fragen und den wenigen Antworten.
    LG. Monika

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      in etwa dieser Gemüts- und Geistesverfassung war ich, als ich die beiden Zeichnungen machte. Zu viel will sich bilden und in die Welt hineingeboren werden, zu wenig lässt sich ausdrücken, vor allem deshalb, weil es noch keine rechte Gestalt angenommen hat. LG

      Gefällt 1 Person

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