
Über Hüte, liebe Myriade, könnte ich endlos erzählen – und das ist wohl auch der Grund, warum ich mich bisher nicht an diesen Impuls herangewagt habe. Meine Legebild-Figuren sind ohne Hut überhaupt nicht denkbar. Und auch im Leben, bei Zeichnen und Dichten und Denken sind sie omnipräsent. Wo also beginnen?
Nun, es muss ja nicht alles auf einmal geschehen. Ich grase mal mein Blogarchiv ab auf der Suche nach von mir gezeichneten und von mir bei anderen Künstlern bemerkten Hüten. Da gibt es sicher schon was zu sehen und zu erzählen.
Zum Anwärmen ein paar Blindzeichnungen „Mann mit Buch und Hut“ vom November 2022. Man sieht, es ist kalt, zum Glück gibt es den Hut und auch eine Tasse wärmenden Kaffee.
Den ebenfalls lesenden „Mann mit Journal und Hut“ sah ich im Februar 2023 in einer Ausstellung des Goulandri-Museums für moderne Kunst in Athen. Niki de Saint-Phalle hat ihn gestaltet. Die auf der Tafel hinter ihm abgebildeten Zeilen des griechischen „Dichterfürsten“ Odysseas Elytis sind womöglich von der Kuratorin der Ausstellung zugeordnet worden (vergl. hier).

Von mir ist dann wieder die genau ausgeführte Kohlezeichnung „antike Maske mit Strohhut“. Sie entstand im August 2024 im einigermaßen kühlen Atelier. Der Hut hat trotzdem nicht nur dekorative Funktion. Er half mir, das Stereotype der Antikenzeichnerei zu lockern und die Rundungen von Mme Kolokytha (rechts im Bild) wieder aufzunehmen.

Die „Junge Frau mit Hut und Sonnenbrille“ sind frühe Federzeichnungen, die ich von meiner Freundin H aus Würzburg machte. Ich lernte sie in meinem ersten Athener Jahr als Nachbarin kennen. In den 80er Jahren sind diese Zeichnungen entstanden. Als sie Jahre später nach Deutschland zurückging, besuchte ich sie gelegentlich. Oft denke ich an sie.

Die schnelle Skizze von einem „Mann mit Hut“ am Nachbartisch der Taverne am Meer (August 2020)

Im selben Monat und Jahr ist auch dieser „Mann mit Hut“ entstanden.
Im Juni 2018 setzte ich mir einen Hut auf, um für meine zeichnenden Freundinnen Modell zu sitzen. Diese „Frau mit Zopf und Hut“ wurde von Magda gezeichnet.

Wieder von mir ist der „Lesende mit Hut“ vom Mai 21.

Nicht nur wegen des Hutes erinnerte mich diese Zeichnung an Cezannes „Kartenspieler“, über die ich im August 2018 einen Beitrag schrieb (hier)

Am 1. Mai 2019 entstand Asterias Meisterwerk. Die vierjährige Tochter der Tavernenbetreiber erwies sich als Hutmacherin der besonderen Art.
Genug? Nun, auch ohne Kopf kann sich ein klassischer Sonnenhut sehen lassen (Zeichnung vom Oktober 2023).

wird fortgesetzt