Aus dem Archiv: 20. September 2018 (Herbstbeginn, Jahresvergleich))

An jedem Sonntag steige ich hinunter ins Archiv, um nachzusehen, was mich an einem Tag wie diesem in einem anderen Jahr beschäftigte. Diesmal landete ich im Jahr 2018. Von Joachim Schlichting hatte ich gelernt (hier), dass Pflanzen im Herbst das kostbare Chlorophyll einbunkern, um es im nächsten Frühjahr zur Verfügung zu haben. Daraufhin beobachtete ich die Blätter der Bäume in meinem Garten, die in dieser Hinsicht sehr unterschiedliches Verhalten zeigten.

Rückzug des Chlorophylls, 20.9.2018

Der Aprikosenbaum und die Granatapfelbäume waren am 20. September 2018 noch grün, Wein und Feige aber ließen ihre Blätter verschrumpeln und lieblos fallen, ohne sich um Farbenreichtum zu kümmern.

In diesem Jahr? Der Aprikosenbaum ist abgestorben, weil er sein Höchstlebensalter erreicht hat. Das bekümmert mich sehr, denn ich liebte ihn, und seine goldgelben Blätter erfreuten mein Herz. Alle anderen – Wein, Granatapfelbäume, Mandelbaum, Quitte und Feige – sind in diesem Jahr noch vollständig grün.

Offenbar sind wir in diesem Jahr später mit dem Herbst dran als vor acht Jahren. Das entspricht meinem inneren Gefühl: der Sommer war vergleichsweise gemäßigt, wir hatten nur wenige extreme Hitzetage und sogar ein paar Regengüsse im Juli und August. Besonders eindrucksvoll ist der Feigenbaum: Er ist dicht belaubt, und die Blätter sind kräftig dunkelgrün. Nur vereinzelte Blätter sind verschrumpelt oder glatt und gelb zu Boden gesegelt. Jeden Tag habe ich ein paar reife Feigen geerntet, andere wurden von Vögeln angepickt, und immer noch gibt es reichlich grüne Früchte, die ich zu ernten hoffe, wenn ich in die Mani zurückkehre. Beim Wein ist es nicht viel anders, nur dass wir wenige Trauben geerntet haben. Die Wespen und andere Leckermäuler sind uns zuvorgekommen. Der Mandelbaum ist noch grün, aber die Blätter hängen etwas schlaff herunter, die Granatapfelbäume sind grün und die Früchte reifen langsam. Viele sind freilich schon angefault und zu Boden gesegelt.

Ich habe nun noch nach anderen Einträgen aus dieser Jahreszeit gesucht, um einen Vergleich zu haben: Auch am 22. September 2017 fotografierte ich einen Feigenbaum in vollem grünem Blätterkleid. Offenbar war das Jahr 2017 weniger heiß und trocken als das Jahr 2018.

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Ein Feigenblatt vom 10. September 2018 dokumentiert diesen Unterschied:

zerbressenes FeigenblattEin Foto des Granatapfelbaums vom 10. September 2023 zeigt reifere Früchte und ein etwas trockeneres Laub als in diesem Jahr:

Am 20. September 2022 entstand das folgende Foto: Da war die Blätter noch voll grün.

Hier nun noch ein Foto von Weinlaub am 19. September 2020. Auch da war das Laub noch recht kräftig, begann aber bereits zu vergilben.

Die Quitten waren am 10. September 2018 viel reifer als in diesem Jahr. Das Laub rollte sich schon ein und zeigte Ermüdung, war aber noch grün, so wie auch im laufenden Jahr.

Quitten

Die Zeit der Reifung und der Verfärbung der Blätter ist offenbar von Jahr zu Jahr etwas verschieden.

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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