25 (52) Wochen – ein Objekt: Farbanpassung

Kurz nur, aber kräftig und mit Hagelkörnern vermischt, fiel heute um vier Uhr nachmittags der Regen auf die heiße Erde. Die Hagelkörner machten Kling und Klang auf dem Vordach, unter dem ich stand und tief durchatmete. Endlich! Es war arg schwül gewesen an den letzten Tagen, und der Himmel war trüb von Sand und anderen Minipartikeln. Nun ist alles schon wieder trocken, und ich habe die Betten, die ich vor dem Regen einsammelte, wieder hinausgetragen in die Nacht.

Die kleine Metallfigur des Kleinen Prinzen trug ich zur fälligen Fotosession zu den noch verbliebenen Pfützen auf der Straße, auf dass er sich darin spiegele.

 

Bläulich schien er in diesem Licht, und messingfarben sein Haar. Sein goldenes Kleid nahm die Farbe der vertrockneten nassen Vegetation am Straßenrand an.  War der Kleine Prinz ein Chamäleon?

In der Spiegelung waren alle unterscheidenden Farben verschwunden, mattbraun war der Prinz, genauso wie das spiegelnde Laub des Olivenbaums.

Dann trug ich ihn zurück zum Haus. Unterwegs fiel mir auf, dass die verwelkten Blätter genau die Farbe des Haars hatten, von der der Fuchs so angerührt war: weizenblond!

Dein Schritt wird mich aus dem Bau locken wie Musik. Und schau! Siehst du die Weizenfelder dort? Ich esse kein Brot. Weizen ist für mich unnütz. Weizenfelder erinnern mich an rein gar nichts. Und das ist traurig! Aber du hast goldene Haare. Wundervoll wird das sein, wenn du mich erst gezähmt hast! Der goldene Weizen wird mich an dich erinnern. Und ich werde es lieben, das Rauschen des Windes im Getreide …“

Dann blickte ich nach oben und sah eine rotgoldene Wolke, die vogelgleich über dem regennassen Land schwebte. Als ich den kleinen Prinzen unter dieser Wolke fotografierte, nahm sein Gewand genau denselben Goldton an. Und sein kleiner Planet schimmerte grau und goldocker. Wunderbare Farbanpassung!

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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