Um die Menge der Bilder in meinem Atelier nicht weiter anwachsen zu lassen, habe ich zwei Möglichkeiten: entweder verkaufen oder übermalen. Momentan habe ich mich aufs Übermalen verlegt. So sind schon drei Leinwände mit alten Gemälden zu neuem Leben erwacht.
Wie ich vorgehe? Ich stöbere in den Bilderstapeln und entscheide mich dann für ein Gemälde, dass ich nicht mehr brauche. Das ist gar nicht so leicht, denn an jedem Bild hängen Erinnerungen. Einmal ausgewählt, mache ich schnell, um meinen Entschluss nicht zu bereuen. In diesem Fall ist es das Portrait der Tochter meiner Freundin Maria, mit der ich in den 80er und 90er Jahren viel zusammen gemalt habe. Die Tochter studierte an der Kunstakademie. Für das Posieren hatte sie sich verkleidet und ihre Fisur verändert. O ja, ich erinnere mich sehr gut an damals, und wie Maria die weiße Bluse besonders gelungen fand! Ich selbst hatte beim Malen an Cezannes berühmten viel zu langen Ärmel eines jungen Mannes mit roter Weste gedacht (vergl. hier).

Athina, ca 1987, Pigmente und Kleister auf Leinwand, 60 x 120 cm
Nun also werde ich es übermalen. Ich stelle das Bild quer und arbeite mit schnellen, fast zornigen dicken Pinselstrichen, um in mir den Widerstand gegen mein Zerstörungswerk zu überwinden. Das vorläufige Ergebnis:
Da Athina Künstlerin (Bildhauerin) geworden ist, wird sie meine Überarbeitung sicher gutheißen. Ich selbst mag diese Variante, werde sie aber wohl noch überarbeiten.

Ich hätte da auch Bedenken gehabt. Die erste Variante war, nicht nur wegen der persönlichen Bindung, doch auch ganz schön.
Aber Du bist in bester Gesellschaft, so viele haben – sei es Materialmangel gewesen, sei es Unzufriedenheit mit dem eigenen Werk oder auch aus Platzgründen – ihre Werke übermalt und die Historiker und Restauratoren sind stets voller Entdeckerdrrang.
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„ganz schön“ ist eben nicht genug für die Ewigkeit. Historiker und Restauratoren werden an meinen Bildern kaum Interesse haben. Ergo ja: ich bin in bester Gesellschaft.
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Als Foto existiert es ja noch!
Mir ist vor 3 Tagen eine grössere Arbeit im Hof zerbrochen. Als Foto existiert sie aber noch.
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Zerbrechen oder, wie bei mir passiert, von Wasser oder Ruß verderben, finde ich weit ärgerlicher als Übermalen. Denn es beruht nicht auf meiner bewussten Entscheidung. Ich hoffe, du hast es verschmerzen können.-
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Es war eine sehr gelungene Arbeit. Nur die Glasur behagte mir persönlich nicht.
Vielleicht klebe ich es zusammen und verwende Trockenglasur über den Rissen..
Aber ich kann so etwas gut ab.
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diesen feurigen Sommer finde ich um Klassen interessanter, als das Porträt – Recycling ist doch voll im Trend.
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Danke Piri! Du stärkst meinen Mut!
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Mir hat das Porträt sehr gut gefallen .. scheint eine interessante Frau zu sein 🙂
Dein neues Werk ist aber eine sehr gelunge Hommage an diese “ HitzeZeit“ 😉
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Ich mochte das Bild auch gern. ich habe aber noch bessere Portraits von ihr.
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Ahaaaa, das ist gut! Ich fand dieses Werk von Dir sehr gelungen und wenn Du andere bessere hast, kann ich Deine Entscheidung gut vertehen.
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Ich hätte vermutlich in einer solchen Situation das Bild nicht übermalt. Die früheren Künstler taten es wohl meist, weil sie das Bild nicht gut fanden und/oder aus finanziellen Gründen (neue Leinwand kaufen).
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Leicht fällt es mir nicht. Aber wie Gerhard schreibt: es gibt ja das Foto, und es gibt die Erinnerungen. Übermalen ist immerhin kreativer als wegwerfen. Und das ist ihr Schicksal nach meinem Tod. Da kommt dann ein großer Laster und alles wird zur unkreativen Wiederverwendung abtransportiert
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Das glaube ich nicht. Dein Sohn wird dafür sorgen, daß es anders kommt, liebe Gerda!
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