Gestern organisierte eine Freundin einen Kleinbus, um kostengünstig zu einer Musikveranstaltung in der Hotelanlage Costa Navarino bei Pylos zu gelangen. Es würde ein Ensemble des Staatlichen Orchesters Athen Musik von Theodorakis und Hatzidakis spielen. Außer der Musik lockte mich auch die Neugier, denn Costa Navarino ist eine recht exclusive touristische Luxusanlage an der Westküste des ersten Fingers der Peloponnes, die ich immer schon mal in Augenschein nehmen wollte.
Natürlich durften wir nicht das ganze Gelände besuchen (du findest eine Beschreibung im obigen link), sondern nur den kleinen Teil, der fürs gemeine Populo zugänglich ist, „Agora“ genannt. Selbst der war recht spektakulär. Denn nach dem Durchschreiten der Eingangshalle steht man vor einem großen künstlichen Hafen, umgeben von Läden und Appartments und über einen Kanal mit dem Meer verbunden. Ich ging, soweit mir das erlaubt war, umher und fotografierte. Vielleicht, dachte ich, interessiert es ja auch meine LeserInnen, wie es in so einem Luxusresort aussieht.
Der Kunsthafen im Panorama-Rundblick, in der Ferne eine ansteigende Bühne für die Musiker und eine überdachte Insel, um dort gemütlich zu sitzen.
An den Tischen konnte – musste man aber nicht – Essen und Trinken zu recht zivilen Preisen bestellen. Wir ließen uns kleine libanesische Spezialitäten bringen, die, fein serviert und sehr schmackhaft, die von der ermüdenden Anreise derangierten Sinne belebten.
Langsam wurde es dunkler. Sterne wurden sichtbar, auch die Venus über dem Meer. Der Mond ließ sich noch nicht blicken. Die Musikbühne wurde von unzähligen dicken gelben Kerzen erleuchtet, dazwischen verloren sich die weniger Musiker fast.
Bevor es mit der Musik losging, machte ich einen Rundgang. Ich verließ den Hafenbereich, kam zu einem Kanal, der den Hafen mit dem Meer verbindet, überquerte eine Brücke und … da war das Meer, darüber die blendend helle tief stehende Sonne. Auf dem Meer sichtete ich einen schönen großen Zweimaster und eine schicke Motoryacht, die sicher irgendwelchen der in den Dünen verstreuten Villen abgestiegenen Superreichen gehören.
Was noch? O ja, die Nachfolger von Kapetan Wassili. dem inzwischen verstorbenen Initiator dieser exquisiten touristischen Anlage, haben gute Arbeit geleistet! Selbst in diesem allgemein zugänglichen Bereich ist jede Ecke durchdacht, und die Integration der Gebäude und Anlagen in die umliegende Natur geschah mit Feingefühl.
Dennoch bin ich nicht neidisch auf die, die es sich leisten können, hier zu wohnen. Ich verließ das Gelände mit vielen Eindrücken und freute mich auf mein Haus inmitten der Olivenhaine und auf mein Bett unter dem Himmel.
Als ich heute morgen erwachte, begrüßte mich ein strahlendes Meer.
Über mir aber auf dem Tuch, das wir über unser Lager gespannt haben, hatten es sich zwei Katzen bequem gemacht und genossen die frühe Sonne.
Und am Abend, um halb neun, ist es auch nicht übel.
Dass der Tag zwischen Morgen und Abend sehr beschwerlich war (Behörden-Pingpong), kann ich bei solchem Anblick gerne vergessen.
Jetzt steht der Mond knallrot am östlichen Himmel. In der Nachbarschaft wurde ein Feuerwerk gezündet, danach roch es nach Rauch, und ich geriet gleich in Panik. Zum Glück war es ein Fehlalarm.
Möge uns diese schöne grüne Welt erhalten bleiben.










