Heißer Tag mit Ausflug an den Weststrand und den Arisfluss

Heute Vormittag musste ich nach Kalamata, da meine Ohren nach dem letzten Schwimmen völlig den Betrieb eingestellt hatten. Ich fand nach einigem Herumsuchen einen Ohrenarzt, der sich ihrer annahm, und so wanderte ich wohlgemut, immer Schatten suchend, zum Rahmenmacher, um die Umwandlung des Segelyacht-Fotos in ein gerahmtes Leinwandbild voranzubringen. Der war grad dabei, den Laden abzuschließen –  Mittagspause -,  und ich beschloss, trotz Müdigkeit bis zur Wiedereröffnung um halb sechs in der Stadt zu bleiben.

Als erstes verzog ich mich in das schattige Gartenlokal „Schmuckstück“ und bestellte Espresso und Orangensaft. Um diese Zeit war ich der einzige Gast, hatte sämtliche Tische zur Auswahl.

So erfrischt, beschloss ich, schwimmen zu gehen. Wie wäre es mal wieder mit dem Weststrand? Es war Titos Auslaufgebiet, und war seit seinem Tod nicht mehr dort. In letzter Zeit ist es ins Gerede gekommen: eine israelische Investmentgruppe hat das Gelänge gekauft, heißt es, um dort eine touristische Luxusanlage zu bauen. Von Bauarbeiten war aber nichts zu bemerken, im Gegenteil, die lange Küste lag verlassen und ein wenig verwahrlost da. Ich stellte meinen Wagen auf einem leeren Kartoffelacker ab (Bild 1) und stieg durch den bewachsenen Dünen zum Strand hinunter. Ein einsamer Mensch lagerte in der Ferne.

Nach links hat man einen Blick auf unsere Küste und die Ausläufer des Taygetosgebirges (2. Foto). Zwei große Kreuzfahrer ankerten in der Ferne. Nach rechts führt die Küste in großem Bogen bis zum ersten Finger der Peloponnes.(3. Foto)

Der Blick nach links, herangezoomt:

Ich schwamm meine Runden und hatte immer noch Zeit. Also bog ich beim Flüsschen Aris (Ares) auf eine schmale Straße ab, um einem uralten Poseidontempel einen kurzen Besuch abzustatten. Es gibt da zwar nicht viel zu sehen (die Fundsachen befinden sich im Museum von Kalamata, kannst du hier bewundern)     IMG_3667 Collage

aber die alten Tempel wurden an besonderen Kraftorten gebaut, und das spürt man bis heute. Vor allem aber freute ich mich darüber, wieviel Wasser der Aris führt!

 

Ich versuchte, die hellgrün glänzenden Algen, die in Ufernähe auf dem langsam strömenden Wasser floateten, in Fotos festzuhalten – mein verspäteter Tribut an Myriades Algenfoto in der Mai-Juni-Runde der Impulswerkstatt. Hier ein kleines Algenfeld vom gegenüberliegenden Ufer herangezoomt.

Auf einer sehr schmalen Straße zwischen Fluss und Äckern fuhr ich langsam zurück in die Zivilisation.

 

Was sonst noch geschah – davon erzähle ich in einem anderen Eintrag.

Avatar von Unbekannt

About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Fotografie, Leben, Natur, Vom Meere abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Responses to Heißer Tag mit Ausflug an den Weststrand und den Arisfluss

  1. Eine so schöne verwunschene südliche Landschaft, gerda🌟😊🐦

    Like

    • Avatar von Gerda Gerda sagt:

      ja, Bruni. Leider etwas verwahrlost, niemand bemerkt die Schönheit, glaube ich. Es kommen auch nur selten Menschen hierher.

      Like

  2. Der ohrenarzt konnte dir anscheinend helfen❣️

    Gefällt 2 Personen

  3. Traumhaft schön ist das alles sowie Deine Photos!

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..