Ein Vormittag in Kalamata. Müde vom Herumlaufen setze ich mich unter das Vordach eines Cafes. Eine junge Frau bringt mir den bestellten Espresso. Genüsslich strecke ich die Beine aus und nippe an der bitteren dunkelbraunen Flüssigkeit, nehme Skizzenbuch und Filzstift aus meiner Umhängetasche und kritzele hinein, was ich vor mir sehe. Es ist der Hauptplatz der Altstadt. Links ein Stück der historischen Kirche, davor Menschengewimmel, gegenüber der Laden mit den hundert Hüten, das Häuschen mit den besten Souflaki der Stadt und an der großen leeren Brandmauer die Portraits der Revolutionshelden. 
Ich kenne diesen Platz gut, habe schon öfter hier gesessen und gezeichnet. Die früheren Zeichnungen sind ausgeführter, ich zeige eine zum Vergleich (weitere Zeichnungen und Fotos zB hier.)

Später lassen wir uns in unserer Stamm-Taverne am Segelhafen nieder. Ein paar Masten, halbverdeckt durch die Bepflanzung, dahinter das ansteigende Land Richtung Mani und darüber weißes Gewölk. Eine Bestellung wird aufgenommen. Ein lesender Mann mit ausgebreiteter Zeitung auf der gemusterten Tischdecke. Ein Blick durch die Plastikplane ins Innere der Taverne, wo es lebhafter zugeht als hier draußen in der kühlen Luft, am 31. Januar 2026.
Auch diese Themen habe ich schon x mal gezeichnet, wieder und wieder, und dennoch sind es jedes Mal neue Eindrücke, neue Verarbeitungen. Das Neue ist ja nicht unbedingt das Noch-nie-zuvor-Gesehene, sondern die Art, wie man auf Altbekanntes schaut.
…und stets lehrt das Zeichnen das genaue Beobachten!
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oder auch, liebe Sonja, den zusammenfassenden Blick, um sich nicht im Detail zu verlieren,
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Ein kleiner Skizzenblock nur, hier aber wieder ganz groß zu sehen!
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Das Format ist ungefähr eine halbe Schreibmaschinenseite.
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Ja, liebe Gerda, ich fotografiere jedes Jahr fast die selben Pflanzen, aber die Fotos sind nie selbig. Da spielen viele Faktoren eine Rolle.
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