Tagebuch der Lustbarkeiten: Steine betrachten

Paliohora, 22-1-23, gegen Mittag

Ein Spaziergang durch die steinerne Wüste des Strandes ist Hochgenuss. Mein Auge streift über die vielfältigen Formen und Farben, manchmal bleibe ich auch stehen und nehme einen Stein in die Hand, betrachte ihn und lege ihn an seinen Platz zurück. Gern wüsste ich mehr über Mineralien, über die Geschichte dieser Steine, dieser Landschaft.

Die großen Felsen am Strand sind aus dieser Art Geröll zusammengebappt, man sieht darin die kleineren Steine, die durch Pressung oder Schmelze eine Masse wurden. Im ersten Foto der zweiten Reihe sieht man solch ein Stück in klein. Langsam lösen sich die Einzelsteine aus dieser Gesteins-Verbindung, werden zu individuellen Steinen.

Die riesigen Gesteinsbrocken der ins Meer hineingebauten Molen stammen nicht von hier. Sie wurden im Tal des Sandova-Flusses oder auch weiter oben im Gebirge abgebaut. Manche haben Sprenglöcher, mit deren Hilfe man das Gestein zu transportablen Größen auseinandersprengte.  Das Foto gibt kaum ein Gefühl für die gewaltige Größe dieser Felsen.

Vielleicht hilft der Vergleich mit dem kleineren Geröll am Fuße dieses Giganten.

Manche dieser Felsen tragen Tätowierungen von Landschaften auf ihrer rauen Haut – vielleicht sind es die Landschaften, aus deren Kontext sie gerissen und hier ans Meer verfrachtet wurden, um die Küste zu schützen.

Mein heutiger Weg wurde durch die aufgehäuften Felsen der Mole unterbrochen. Kein Durchkommen für mich!

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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26 Antworten zu Tagebuch der Lustbarkeiten: Steine betrachten

  1. Seit Kindertagen liebe ich Steine und von den verschiedensten Stränden Europas habe ich welche bei mir aufbewahrt!!! – Danke für die schönen Fotos und natürlich auch die begleitenden Texte! LG Gerel

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Unglaublich! Eine gewaltige Natur!

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  3. Gisela Benseler schreibt:

    Schön, die Steine in Deiner Hand zu sehen! Jeder Stein etwas Besonderes.

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  4. Lopadistory schreibt:

    Ich habe Steine von Stränden rund um die Welt. Ich kann einfach nicht widerstehen …

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  5. Das Interessante an Gestein, das aus einzelnen Kieselsteinen zusammengebackt ist, ist für mich, dass diese Kieselsteine vor langer Zeit aus Felsen durch Erosion u.Ä. herausgebrochen, an Ständen wie diesen über lange Zeit zu Hand- Augenschmeichlern geschliffen wurden, durch welche geologischen Prozesse auch immer wieder in die geologische Backstube zurückgelangten, erneut zu Bermassiven aufgefaltet und abermals zerstückelt wurden…
    Ich habe mal einen glatt geschliffenen Stein am Strand gefunden, in dem Kleine Kieselsteine eingebacken waren, von denen ich den Eindruck hatte, dass auch sie nicht reinen Ursprungs waren.
    Da macht uns wieder einmal die Weltsekunde bewusst, in der die Menschen auf dem Planeten hausen.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Joachim! Ja, wie gern verstünde ich mehr davon! Wie lebendig die Naturgewalten früher gewirkt haben – wir haben ja gar keine Vorstellung davon, weil nun alles so langsam und fast schon erkaltet ist. Heute verbinden sich keine runden glattgeschliffenen Kiesel mehr zu großen Gesteinsbrocken. Heute lösen sie sich nur noch von einander und vereinzeln. Nur die Vulkane geben uns noch einen kleinen Hinweis darauf, wie es hier bei der Gestaltung unserer Erde mal zugegangen ist.

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  6. afrikafrau schreibt:

    Eine weitere Steine-Muschel Sammlerin gesellt sich dazu – Erforscht in einem geeigneten Buch -eine Wissenschaft für sich – aufgegeben- nehme sie auch gerne in die Hand- ein erhabenes Gefühl der „Urzeit“

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  7. kopfundgestalt schreibt:

    Zu Kieseln ein etwas gewagtes Stück, das ich 2018 schrieb:

    Das inverse Potenzgesetz

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  8. Steine, oh ja, sie haben eine magische Anziehungskraft, auch auf mich, liebe Gerda.
    Ich sammle sie überall, wo ich sie finde, nicht nur an Stränden.
    Auf dem Urnengrab meiner Eltern bedecken sie die Erde und ich weiß die beiden geschützt unten den uralten Steinen.

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  9. meinolfthomas schreibt:

    Ich sammle auch keine Steine, versuche, wenig Sand an den Schuhen wegzutragen. Alles an seinen Platz. – Man bräuchte mehr Wörter für Steine, so wie manche Völker dutzendfach Wörter für Schnee haben, für Wolken vielleicht. – Fällt es Dir schwer, Steine zur „unbelebten Natur“ zu zählen? Ich vermute es. Du schreibst: individuelle Steine. Das gefällt mir. Formen in ihrer jeweiligen unterschiedlichen Größe und Stofflichkeit als Individuen zu sehen. Schön, dass Du ein Auge dafür hast (und ein Gespür).

    Gefällt 1 Person

  10. afrikafrau schreibt:

    Nein Gerda, hatte mir eines zugelegt, gelesen, mit Abbildungen und Erklärungen weggegeben, da es sehr umfangreich ist, vielleicht sogar ein Studium der Geologie oder Geschichte notwendig, , je nach Perspektive. Gesteinsarten zu erkennen, etc.

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