Impulswerkstatt: Die blinde Poetin übt für ihren Auftritt

Ihren ersten Auftritt hat sie natürlich erst am ersten Januar. Aber damit alles gut klappt, müssen ein paar Vorbetreitungen getroffen werden. Schließlich ist sie, erstens, blind, und mithin nicht unbedingt in der Lage, sich spontan zwischen Kulissen zu bewegen. Zweitens sind da sehr viele Mitspieler, die unter einen Hut gebracht werden müssen. Und drittens, last not least, geht Myriades Impulswerkstatt am 31.12. zu Ende. Und es wäre doch schade, wenn dieser Beitrag keinen Ort mehr hätte.

Generalprobe: Nun öffnet sich leise der Vorhang zum Jahr 2023. Die blinde Dichterin, die übrigens Domna heißt, betritt die Bühne.

Die Generalprobe ging dann noch eine Weile fort. Jeder Darsteller trat kurz allein auf die Bühne und sagte sein Sprüchlein auf.  Es klappte vorzüglich. Beifall rauschte auf. Nun kann die Theatertruppe getrost die letzten beiden Tage des alten Jahres genießen und ausruhen  – bis zum 1. Januar.

Von den insgesamt 17 Einzelauftritten hier zwei prägnante Beispiele:

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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21 Antworten zu Impulswerkstatt: Die blinde Poetin übt für ihren Auftritt

  1. Jules van der Ley schreibt:

    Eindrucksvoll in Bild und Text, Kompliment!

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Die Dichterin und Theaterdirektorin Gerda hat hier eine interessante Bühne für ein friedliches Miteinander vorgestellt. Da kommt sicher einiges in Bewegung…Gutes Gelingen!

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  3. Mitzi Irsaj schreibt:

    Eine bildlich sehr gelungene Generalprobe und eine beeindruckende Bühne. Dann kann 2023 ja kommen.

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  4. lachmitmaren schreibt:

    Es ist NICHT gut, zu lieben und zu vergeben, wenn Brüder morden!

    Es ist gut, wütend zu sein, wenn Brüder morden! Und dem Mörder zu sagen: „SO NICHT!!!“

    Genau dafür ist uns unsere Wut geschenkt!! Um anderen zu helfen!!

    Nicht gut ist es allerdings, den Mörder als „bösen Menschen“ zu verurteilen!!! Die Tat ist böse und das Urteil darüber sehr sehr wichtig!!! Ein Urteil über einen anderen MENSCHEN hingegen sehr sehr schädlich!!

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    • gkazakou schreibt:

      Wenn Wut zum Antrieb wird, anderen zu helfen, ist sie schon in Liebe verwandelt. Tut sie das nicht, verzehrt sie nur die eigenen Eingeweide.

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      • lachmitmaren schreibt:

        Liebe ist längst in der Welt!!!!!! Sie wird nur bisher leider (!!!) von vielen, zu vielen(!!!) blockiert. Zum Schaden aller!!!

        Wut ist dafür da, der Liebe zu helfen. Indem sie die Blockaden zerstört !!! [Und übrigens täuschen sich Menschen, wenn sie denken, dass sie, wenn sie Blockaden gegen die Wut anderer errichten (weil sie sich weigern, im EIGENEN Leben hinzuschauen), damit erreichen, dass sie die Eingeweide der Wütenden zerstören. Menschen, die die Wut anderer blockieren, weil sie sich weigern, sich und anderen einzugestehen, dass sie etwas Falsches tun (wogegen sich die Wut richtet) – zerstören in erster Linie immer die eigenen Eingeweide!]

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      • gkazakou schreibt:

        Ich lese deinen Kommentar eher als Kommentar zu den in deinem „Roman“ geschilderten Ereignissen, liebe Maren, und weniger als Antwort auf die blinde Dichterin. (Ich las deinen Roman-Text heute Nacht zu Ende).

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  5. Myriade schreibt:

    Gerade habe ich gesehen, dass mein Kommentar hier gar nicht angekommen ist, sondern auf der Impulswerkstatt-Seite steht. Daher setzte ich ihn nochmals hierher:
    „Oho Gerda, das ist ja großes Weltentheater, das hier aufgeführt wird! Es gefällt mir sehr, dass der Vorhang aufgeht und so vielversprechende Gestalten auftreten. Mir scheint, dass Willi.e und Dora nur ein Vorgeschmack waren auf eine größere Schauspielertruppe. Ich bin schon gespannt. Es freut mich jedenfalls sehr, dass mein Foto der Ort für die Generalprobe war 🌹“
    Und deine Antwort dazu:
    Danke, Myriade. Der Vorhang war wie gemacht für diesen magischen Moment, wenn das Neue Jahr mit seinen Protagonisten ein neues Stück eröffnet.

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    • gkazakou schreibt:

      Vielen Dank, Myriade, dass du deinen Kommentar hier reinkopiert hast. „Weltentheater“ hat mir sehr gefallen, denn tatsächlich kam mir beim Schreiben Hofmannsthals „Jedermann“ mit seinen Rüttelreimen in den Sinn… Ich suche noch nach einem passenden Begriff für das genre, denn „Mysterienspiel“ passt nicht, wenngleich auch hier nicht Menschen, sondern Personifikationen auftreten. Neu wäre auch, dass gar keine Handlung vorgegeben ist, sondern sie sich erst entwickeln muss, wie sich das Jahr entwickelt.

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  6. Was für eine wundervolle Idee, ein Weltentheater aufzuführen, liebe Gerda, in dem sich entwickeln kann, was sich entwickeln sollte.
    Lassen wir es auf uns zukommen und warten wir geduldig.

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  7. PPawlo schreibt:

    Ein spannender Auftakt mit herrlich kontrastreichen Bildern ! Mich rührt , dass eine blinde Dichterin zur Hauptperson wird!

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