Tägliches und gemeinsames Zeichnen am Sonntag

Zauberhafte Septembertage. Am Meer sitzen, schwimmen, noch mal eine Skizze vom alten Haus in der Bucht machen. In unserer Taverne zu Mittag essen und die Zeitungen studieren. Mittagsschlaf halten. Im Garten ein wenig herumfuhrwerken, Katzen füttern, ihnen wohlwollend zugucken. Die neu erstandenen kleinen goldgelben Astern im Topf auf den Eingangsstufen vor dem Gitter zeichnen.

Ich fotografiere die Zeichnung gleich vor Ort, so dass das immer noch dichte Laub des Aprikosenbaums als Schatten darüberfällt.

Das soll alles gewesen sein? Muss da nicht noch was kommen?

Ja, doch. Zu Besuch kommt Freundin Magda, und wir beschließen, uns mal wieder gegenseitig zu zeichnen. Sich gleichzeitig gegenzeitig zu zeichnen, ist eine ziemliche Herausforderung. Denn beim Zeichnen bewegt man sich, als Modell aber soll man still sitzen. Beides unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht.

Ich mache als erstes eine große „expressionistische“ Kohlezeichnung.

Beim zweiten Anlauf, nun wieder mit Kugelschreiber auf kleinerem Format, baue ich die Figur in die Linien des Hintergrunds ein. Mir gefällt der Rhythmus ganz gut, aber das Gesicht misslingt, also decke ich es mit einem Fetzen Papier ab.

Ich mache dann noch einen dritten Versuch und konzentriere mich diesmal auf das Gesicht.

Magda will ihre Zeichnungen nicht fotografieren, da sie sie für misslungen hält. Das muss ich respektieren, auch wenn ich nicht zustimme.

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, gemeinsam zeichnen, Kunst zum Sonntag, Leben, Meine Kunst, Zeichnung abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

19 Antworten zu Tägliches und gemeinsames Zeichnen am Sonntag

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Drei gute Zeichnungen von Dir, Gerda.

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Ich meine die drei letzten.

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  3. Die alte Tagträumerin schreibt:

    Sehr schön, wie Du uns an diesem Zeichenprozess teilnehmen lässt! Das animiert dazu, zum Stift zu greifen…Septembergrüsse aus dem Norden

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  4. finbarsgift schreibt:

    Interessanter Einblick in deine Zeichenwelt, liebe Gerda, schön 🙂
    Hab eine feine neue Woche!
    HG vom Lu

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  5. kopfundgestalt schreibt:

    Wir besitzen zwei Zeichnungen einer Mitzeichnerin, die diese auch nicht für gelungen hielt. Schwer zu wissen, was sie nicht für gelungen hielt, da man ihre Intention, die offenbar eine besondere war, nicht genau kennen können.
    Aber wir lieben diese Zeichnungen. Meine auch, eine davon auf meionem Blog vorgestellt zu haben.

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  6. Mitzi Irsaj schreibt:

    Schön sind sie geworden und die mit dem abgedeckten Gesicht hat dadurch etwas besonderes. Bevor ich las, dachte ich, du hättest damit etwas ausdrücken wollen.gefällt mir, einfach den Teil, der nicht gefällt, abzudecken.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Mitsi. Tatsächlich sind Gesichter völlig anders als der Rest des Menschen zu behandeln, da im Gesicht alles kleinformatiger ist und die kleinste Nuance den Ausdruck verändert. Ein Mundinkel bestimmt, ob der Mensch fröhlich oder mürrisch, gelassen oder angespannt… ist. Leere Gesichter sind manchmal eine Lösung, um den Ausdruck der Gestalt nicht zu stören, aber besser ist es natürlich, man kann die expressiven Möglichkeiten des Gesichts mit den andersartigen der Gestalt harmonisieren.

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      • Mitzi Irsaj schreibt:

        Danke für den Einblick, Gerda. Gesichter sind nicht nur in echt sondern wohl auch bei Zeichnungen jener Teil des Körpers, bei dem Nuancen besonders wichtig sind.

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      • gkazakou schreibt:

        Genau. Hinzu kommt, dass Geichter kleinteilig sind und also einem anderen Rhythmus folgen als die Figur. Da muss man sich dann entscheiden, ob man auch das Gesicht allgemein-großflächig behandelt oder umgekehrt bei der Gestalt in die Einzelheiten geht.

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  7. Du bist eine routinierte und sehr kreative Zeichnerin, liebe Gerda und weißt Dir immer zu helfen, wenn mal etwas so geworden ist, wie es nicht sein sollte.
    Auf die Idee mit dem Abdecken des Gesichtes muß man erst mal kommen.
    Das Endergebnis war dann superklasse wundervoll gut *lächel*
    Magdas Skizze hätte ich doch zu gerne auch noch gesehen.

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