Dora zum DreiundzwanzigstenFünften: Reisebuchung

„Was machst du denn so lange am Computer?“ fragt mich Dora. „Seit Stunden sitzt du dran und siehst schon fix und foxy aus.“ – Ich schaue Dora aus leicht verquollenen Augen an. „Fertig. Ich hab ne Reise gebucht. Flüge und Hotels.“ – „Und das dauert so lange?“ – „Ja, Dora. Ich fliege nicht allein, also muss man koordinieren, wer will was, wer kann wann, was gibt es überhaupt für Angebote, wie geht das mit der Bezahlung und dem Stornieren…“ – „Stornieren?“ – „Stornieren“, erkläre ich, „bedeutet, dass man, wenn man schließlich doch nicht reist, alles oder ein Teil des Geldes zurückbekommt.“ – „Aber wozu denn stornieren, wo du doch reisen willst?“ – „Klar will ich, aber wer weiß, was bis Mitte Juni, wenn die Reise losgehen soll, noch alles passiert.“

„Ach komm, alte Schwarzseherin!“ schreit Dora. „Nix wird mit Stornieren! Ich sorge schon dafür, dass alles flutscht! Wohin willst du denn eigentlich reisen?“ – „Nach Rom.“ – Dora macht große Augen. „Da, wo der Papst wohnt?“ – „Ja“, sage ich, „der wohnt auch dort. (woher weiß sie eigentlich was vom Papst?)  Aber nicht nur er. Außer ihm gibt es noch ein paar Millionen andere, die da wohnen.“ – „Und was willst du in Rom?“ – „Och, mal sehen. Am Tiber spazieren gehen…“ – „Tiber?“ – „Ja, das ist ein Fluss, der durch die Stadt fließt. Den mag ich sehr.“ –

img_8307 „Und wegen dem willst du nach Rom?“ – „Ja, deshalb. Und auch weil ich die Ewige Stadt mag und lange nicht da war.“ – „Wieso ewig?“ – Na ja, das sind so Übertreibungen. Athen ist älter. Rom wurde nach Athen groß und mächtig und glaubt, dass es ewig stehen bleiben wird. Man kann aber dran zweifeln, so wie die Welt sich grad entwickelt.“ – „Wie entwickelt sich die Welt denn grad?“ –  „Ach lass man, Dora, das ist ein weites Feld. Ich hoffe sehr, dass bis zu deinem Ende jedenfalls nichts Schlimmes passiert.“ –  „Mein Ende? Bin ich nicht ewig?“ – Ich seufze. „Nein, meine kleine Dora. Du nicht, ich nicht, und Rom vermutlich auch nicht.“- „Und wer bringt die Geschenke, wenn es mich nicht mehr gibt?“

 

Dora wird still. Sie scheint nachzudenken….

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Endlich wieder reisen! Allein dieser Gedanke macht etwas mit mir. Ich beginne zu träumen. Das Strömen des Flusses regt sich in mir und will mich mit sich fort tragen. Auf nach Rom!

Doch bis es so weit ist, heißt es: Geduld haben und hoffen. In Gedanken aber wandere ich bereits mit Dora auf der Via Appia…wie vor nunmehr sechs Jahren zuletzt.

und schaue dem Tiber beim Fließen zu, früh morgens, beim ersten Licht. „Ich freu mich“, sage ich noch zu Dora, bevor ich endlich schlafen gehe. „Gute Nacht“.

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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30 Antworten zu Dora zum DreiundzwanzigstenFünften: Reisebuchung

  1. Myriade schreibt:

    Das freut mich für dich. Endlich wieder eine Reise!

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  2. Ein wunderbarer Beitrag, so recht nach dem Herzen der alten Tagträumerin! Danke für die Erinnerung an die ewige Stadt…

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  3. finbarsgift schreibt:

    Zauberhaft schön, dein Post!
    Möge dein Vorhaben gelingen 😎
    Herzliche Morgengrüße vom Lu

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  4. Ach, das ist mein gedanklicher Entspannungsmoment, der immer hilft. Ich sitze bei einem Cappuccino am Obelisken in der Sonne und um mich herum plaudern alle Italienisch. Freue mich jetzt schon auf den Reisebericht!

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  5. hanneweb schreibt:

    Das ist ein ganz besonderes schönes Ziel und auch ich war von unserem Besuch in Rom mehr als begeistert! 😊
    Freue mich sehr für dich und mit dir, zumal es ja auch längst Zeit wird endlich wieder reisen zu können!
    Liebe Grüße von Hanne

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    • gkazakou schreibt:

      Es ist womöglich ein winziges Zeitfenster, wo „man“ uns noch mal reisen lässt. Ich bin mehrmals in Rom gewesen, die Stadt ist ja endlos und (beinahe) ewig…, aber das Leben ist es leider nicht.

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      • hanneweb schreibt:

        Das hoffe ich nicht, denn ich lerne doch auch so gerne fremde Länder, Leute und Kulturen kennen… Und Rom steht auch immer wieder auf meiner Liste dafür, solange es noch möglich ist.

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  6. signorafarniente schreibt:

    Eine wunderbare Reise in eine fantastische Stadt! Dora hat recht: Warum stornieren? Sie wird schon dafür sorgen, dass es klappt. 😃

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  7. wildgans schreibt:

    Solch wunderbare Vorhaben sind dringend nötig und schööööön!

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  8. Ach, das klingt gut! Ob Du dazu Respighi’s Pini di Roma hörst?😊

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  9. elsbeth schreibt:

    Wunderbar!!😊ja, fliege hin nach Rom…ewig oder nicht…jedenfalls lebendig.!!Ich bin gerade in al Andaluz, Granada.Im Albayzin, dem alten arabischen Stadtteil.Treppchen, Gässchen, nur für Fußgänger möglich.Uberall Blühendes..Rosen, Granatapfelbäume…Sonne, Blicke auf die Berge und die Alhambra….Genieße Rom..den Tiber und —ALLES.Herzlich ! Elsbeth

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  10. Pit schreibt:

    Ich wuensche Dir alles Gute fuer die Reise: viel Freude und komm‘ heil und gesund wieder nach Hause.
    Reisen planen dauert zwar, aber es macht auch Spaß, wegen der Vorfreude. Wir haben gerade auch eine Sommerreise geplant, bis weit hoch in den Nordosten der USA, nach Vermont – zum Sightseeing und zum Radeln.

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