HUNDSTAGE – mein zweiter Beitrag zum Etüdensommerpausenintermezzo II-2021

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/07/11/7-aus-12-etuedensommerpausenintermezzo-ii-2021/

Hundstage. Kurzprosa

Der Sommer im Zenith. Hundstage. Meine Lebensgeister liegen darnieder. Die Zeit wird zu Staub und rieselt ungenutzt ins Sommerloch.

Und brächtest du mir auch den gewaltigen Similaungletscher, an einem Tag wäre er geschmolzen und hätte das Loch nicht gefüllt.

Dachbegrünung? Ich lache. Hier wachsen wilde Sträucher und Gras aus den Dächern der Häuser, die der Erderschütterer  vor vielen  Jahren zerbrach .

Manchmal zieht sich Gewölk über den Bergen zusammen, darin spielt wohl Vater Zeus mit seinen Blitzen, doch hier unten reicht es nur zum Wetterleuchten. Regen erwarte nicht. Seit Monaten fiel kein Tropfen auf das verdurstende Land.

An diesen hitzeverrückten Tagen, in diesen mondverzauberten Nächten tönt unablässig das Konzert der Zykaden.  Ein Glühwürmchen trägt sein Lämpchen spazieren. Recht so, mein Kleines!  Auch ich mache mich auf, mit dem Mond als Laterne.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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22 Antworten zu HUNDSTAGE – mein zweiter Beitrag zum Etüdensommerpausenintermezzo II-2021

  1. Myriade schreibt:

    Poetische Kurzprosa ist das. Gefällt mir sehr !

    Gefällt 3 Personen

  2. Gisela Benseler schreibt:

    Gerda, wie Du „im Zenit des Sommers“ – (bei Euch extrem!!🌞) und den gegebenen Wörtern hier „gespielt“ hast – in fast verzweifelter Lage – (das liest man aus Deinem Beitrag heraus) – das ist wirklich ein „Meisterwerk“ „poetischer Prosa“✋

    Gefällt 1 Person

  3. Gisela Benseler schreibt:

    Gerade lese ich bei Myriade hier, daß es diesen Ausdruck, den ich gerade „erfand“, also „poetische Prosa“, – tatsächllch gibt!! 😀

    Gefällt 1 Person

  4. felsenquell schreibt:

    Ja,es ist ein hochpoetischer Text, wundervoll. Poetische oder lyrische Prosa ist Fachterminus jedenfalls bei den Germanisten.

    Gefällt 2 Personen

  5. Leela schreibt:

    ein wunderschöner Text und ganz ungewöhnliche Zeichnungen, die ich so in der Art bei dir noch nie sah… das zweite mag ich besonders, die warmen Farben und die zwei in den Kissen, die sich umarmen…

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  6. finbarsgift schreibt:

    Affenhitze in Griechenland, Hundstage, feine Prosapoesie von Gerda! 🌟💐🌟
    Herzliche Abendgrüße vom Lu

    Gefällt 2 Personen

  7. kopfundgestalt schreibt:

    Gletscher…heute las ich, wieviel tonnen eis Grönland am Tag verliert.
    Die Zahl ist sooo irre, daß ich es mir nicht erlaube, sie anzugeben.

    Grosse Zahlen…

    2007 hatte jemand visualisiert, wieviel cell phones täglich weggeworfen werden, allein in den USA?!
    Wie gross wäre die Fläche, Handy neben Handy?

    Gefällt 1 Person

  8. Pingback: 7 aus 12 | Etüdensommerpausenintermezzo II-2021 | Irgendwas ist immer

  9. wildgans schreibt:

    So zartschön, der Text, besonders gegen Ende das mit dem Glühwürmchen…
    Gruß von Sonja

    Gefällt 3 Personen

  10. Christiane schreibt:

    Manchmal drückt mich die lähmende Müdigkeit, die scheinbare Aussichtslosigkeit zwischen den Zeilen nieder. Wenn das die Zukunft ist …? 🤔
    Aber ansonsten stimme ich den anderen zu: sehr einprägsame Kurzprosa, kommt leicht und poetisch daher und berührt tief.
    Vielen Dank für deine Beteiligung am Sommerintermezzo! 😀
    Nachtgrüße 😁🌧️✨🍷👍

    Gefällt 2 Personen

  11. Wortverdreher schreibt:

    Sehr kompakt und doch so gefüllt.

    Gefällt 2 Personen

  12. stachelbeermond schreibt:

    Sehr schön, ich habe beim Lesen die Zykaden gehört.

    Gefällt 1 Person

  13. Liebe Gerda, Dein Glühwürmchen hat es mir auch besonders angetan
    * Ein Glühwürmchen trägt sein Lämpchen spazieren. *

    Was für ein wunderhübscher Einfall von Dir

    Gefällt 1 Person

  14. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 36.37.21 | Wortspende von Ludwig Zeidler | Irgendwas ist immer

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