Scherbenbilder (2): Schneidige Figuren im Shut-down

Die Scherben vom Scherbenhaufen sind nun meine neuen Schnipsel, bis ich auch sie ausgereizt habe. Gestern legte ich eine weihnachtliche Anmutung, heute geht es wieder prosaischer und, wie ich hoffe, auch vergnüglicher zu. Die Bilder sind jeweils aus denselben Scherben gelegt.

Es ist Nacht, so gegen elf Uhr. Als erstes beobachte ich zwei Damen, die trotz Ausgangssperre an der Straßenecke einen Plausch halten. Ein Schutzmann, besorgt um ihre Gesundheit und die Einhaltung der Gesetze, nähert sich. Man sieht, dass er, womöglich bei einem früheren Einsatz, ein Bein gebrochen hat, daher geht er jetzt zögerlich vor. „Meine Damen, ich bitte Sie, gehörigen Abstand zu halten ….“, flüstert er, doch die Damen lassen sich nicht stören.

Als ich in den nächtlichen Park einbiege, bemerke ich eine seltsame Szene, die ich nicht recht zu deuten weiß. Mir scheint, dass Frau und Hund vor einem Riesenkaninchen zurückschrecken, das ihnen ein majestätisches HALT entgegenruft. Doch vielleicht irre ich mich auch, denn auf meine Augen ist kein rechter Verlass mehr.

Bald erreiche ich das Haus einer betagten Freundin, in der sich trotz diverser Regierungsanweisungen eine lustige Gesellschaft versammelt hat. Als Beleuchtung genügt ihnen der Mond, der bereits halb ist und hell leuchtet. Sie tanzen einen schneidigen Sirtaki.

Ja, Tanzen muss sein! Und Anfassen muss auch sein! Perfekt muss es nicht sein.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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20 Antworten zu Scherbenbilder (2): Schneidige Figuren im Shut-down

  1. Liebe Gerda,
    wundervoll was Du da wieder kreiert hast!
    Die Sehnsucht der Menschen nach wieder einem normalen Leben wird immer größer und stärker!
    Ich bin gespannt wie lange noch man die Menschen unter der Knute halten kann! Der Druck wird immer größer! Die Hoffnung für viele, mit der Impfung wird jetzt alles wieder schnell gut zerplatzt immer mehr!
    Der Widerstand gegen diesen dubiosen Impfstoff wird auch immer größer! Jetzt endlich schaltet sich der Ethikrat ein, weil man Demenskranke zuerst impfen will und verschiedene Pflegeeinrichtungen dies auch ohne die Zustimmung des Bevollmächtigte/n durchführen wollen würden. So langsam wachen viele auf! Wenn man Krankenhäuser schließt und Pflegepersonal abbaut dann wird auch klar, warum teilweise eine Überbelastung und sogar ein Notstand entstehen kann!
    Naja, aufjedenfall zeigt Dein Beitrag, daß es vielen Menschen irgendwann egal ist was für Maßnahmen die Regierungen festlegen. Das Leben mit all seinen Risiken und diversen Vieren, die überall lauern muss trotzdem weiter gehen! Einsperren ist keine Lösung auf Dauer!

    Liebe Grüße zur Nacht!
    Babsi

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Frau mit Hund und riesiges Kaninchen, so sieht es aus. Nette Bilder sind da aus den Scherben entstanden.

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  3. Gisela Benseler schreibt:

    Wie schön ist das Bild der Lebensfreude und die sich bildenden Kreise! Den Tanz habe ich auch schon mitgetanzt. Davon möchte man träumen. Es war einmal………Das aber nun in Birmingham?

    Gefällt 1 Person

  4. Gisela Benseler schreibt:

    Ich bewundere aber vor allem die Menschen, die trotz all dieser Beschränkungen noch Menschen bleiben.

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  5. Verwandlerin schreibt:

    Du Glückliche! Wir haben in Baden-Württemberg leider Ausgangssperre ab 20 Uhr.
    Habe meinen Abendspaziergang deshalb gestern um 18 Uhr gemacht.

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  6. mynewperspective schreibt:

    Da tanze ich doch gleich mit, liebe Gerda! 🙂

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  7. bluebrightly schreibt:

    I feel like I have just been transported to another realm, like in a dream. Thank you, Gerda.

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  8. gkazakou schreibt:

    Liebe Ule, deine Schelte trifft mich nicht. Ich feiere Flashmobs und gemeinsames Tanzen, gemeinsames Singen als Ausdruck spontaner Lebensfreude. Diese Möglichkeit sich im Bewusstsein zu halten, finde ich gerade heute unabdingbar, damit die Furcht und der Schrecken nicht alles abwürgen. Über Krebs lass uns lieber nicht sprechen, und tu nicht so, als ob ich schuld dran wär, dass diese Krankheit so grauenhaft grassiert. Oder glaubst du, dass ein Mensch, der sich ständig den möglichen Erstickungstod vor Augen hält. gegen Krebs gefeit ist? Grad heute betrauern wir hier eine junge Frau, Verwandte einer Freundin, die mit 38 ging.
    Alles, was die Lebenskräfte stärkt, was Freude in die Herzen bringt, Lachen und Wärme, ist Heilung. ich arbeite täglich damit, genau diese Kräfte zu stärken, auch heute wieder. Dies ist mein Beitrag gegen die düstere Stimmung, die sich über die Gemüter gelegt hat und die tatsächlich den langsamen Erstickungstod zur Folge hat. Ihr, die ihr das Egoismus nennt, seid ihr nicht Egoisten, wenn ihr nicht dem Leben geben wollt, was des Lebens ist, weil in eurem Herzen die Todesangst sitzt?
    Ihr wollt, dass alle leise auftreten und flüstern, so als ob die Welt Haus eines Sterbenden wäre. Ich aber sage Ja zum Leben. Hier und Jetzt. Und zum Leben gehört der Schmerz, gehört die Freude ebenso.

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