Knigge zu Corvid-Zeiten (3): korrekte Reaktion bei Regelverletzungen

Und weiter gehts mit dem Unterricht über korrektes Verhalten zu Corvid-Zeiten.

Fall 3. Eine Mutiple-choice -Aufgabe.

Du siehst zwei Personen in lebhafter Unterhaltung, die sich nicht an die Corvid-gebotenen Anstands- (Abstands-) Regeln halten. Wie ist die korrekte Reaktion auf eine solche Regelverletzung?

a) weitergehen

b) stehenbleiben, irritiert den Kopf schütteln und ts ts ts sagen

c) deutlich vernehmbar rufen: Wenn alle das tun würden! Haben Sie denn gar keinen Anstand….Sie wissen doch, dass Sie Abstand ….

d) deinen Freunden in den social media missbilligend von dem Vorfall berichten

e) die Polizei benachrichtigen, damit sie für Ordnung sorgt und ein Bußgeld verpasst. Manche Leute brauchen das zu ihrem eigenen Schutz.

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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33 Antworten zu Knigge zu Corvid-Zeiten (3): korrekte Reaktion bei Regelverletzungen

  1. Achim Spengler schreibt:

    Tja , bei Knigge denke ich an meine Kindheit, als es hieß: beim Essen Hände auf den Tisch. Und ich mich wunderte, warum kein Bissen seinen Weg in meinen Mund gefunden hat 🙃

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    • gkazakou schreibt:

      Heute heißt der Knigge. Abstand halten, Hände desinfizieren, Masken tragen, Freunde meiden… , kein Wunder, wenn wir alle leicht depressiv werden.

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      • Ulli schreibt:

        Ich kann es nur immer wieder sagen, wir dürfen unsere FreundInnen sehen, wenn wir uns an die Abstände halten, man kann mit einer Freundin spazieren gehen (wenigstens hier), am Feuer sitzen und was weiß ich. Es geht nicht um social distancing, nur um physical distancing.

        Gefällt 7 Personen

  2. Ulli schreibt:

    Mir fehlt für deine neue Serie wohl ein bisschen der Humor – mir gehen diese ganzen Anstandsregeln nämlich langsam aber sicher auf den Keks, man weiß schon lange was es braucht, um sich selbst und andere weitestgehend zu schützen, die einen halten sich dran, die anderen nicht. Ich mag all die Besserwissis nicht und die MoralistInnen auch nicht und Knigge ging mir schon immer gehörig auf die Nerven! Obendrauf meine Frage: Was weiß wer wirklich?
    Natürlich bekommst du dennoch ein Sternchen, liebe Gerda, weil ich deine kreativen Legearbeiten mag und auch deinen Humor, aber meiner ist er in diesem Fall nicht.
    Herzlichst, Ulli

    Gefällt 8 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Na schön, der Humor hilft mir grad, besser mit der Situation klarzukommen. Ihr habt eben auch sehr viel mehr Möglichkeiten als wir hier, da braucht ihr keinen Humor. Weder können wir aus der Stadt raus noch unsere Freundinnen sehen, es sei denn, sie wohnen in Fußgängernähe, und auch das ist nicht erlaubt. Für jede Bewegung müssen wir entweder ein SMS verschicken oder einen Vordruck ausfüllen, auf dem wir einen von 6 erlaubten Gründen für unsere Aushäusigkeit angeben müssen (von denen ich nur zwei erfüllen kann, nämlich Einkaufen und Hund ausführen), samt Datum und Zeitpunkt. Mit dem Auto irgendwohin zu fahren, ist verboten. Man wird dir, wenn du es doch tust, nicht nur eine gehörige Strafe aufbrummen, sondern auch die Nummernschilder abmontieren. Wenn ich lese, was ihr alles tun dürft, kann ich nur sagen: damit lässt sich freilich leben.

      Dieses Management ist sehr hart, aber auch sehr effektiv. Insgesamt wurden hier bisher nur 110 Todesfälle registriert, und das bei einem maroden Gesundheitssystem. Das Interessante ist, dass sich die Griechen, die als undiszipliniert gelten, an das Regime halten und es unterstützen.

      Nun, wie auch immer, ich drehe täglich meine einsamen Hunderunden und komme auch damit klar. Gute Nacht.

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      • Ulli schreibt:

        Das sind selbstredend viel strengere Maßnahmen und ich wollte dir deinen Humor auch nicht absprechen, dir nur sagen, dass ich nicht „mitspielen“ kann. Außerdem habe ich in den letzten Tagen zu viele verquere Moralisten gelesen.

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      • athenmosaik schreibt:

        Liebe Gerda, ich habe einen interessanten Artikel aus dem Griechenlandblog der le Monde gefunden. Er beschreibt auf Deutsch die Situation der Quarantäne in Griechenland, die unerwartete Disziplin der griechischen Bevölkerung und den neuen Alltag.
        https://monde-diplomatique.de/shop_content.php?coID=100154
        Er gibt einen guten Einblick in die Maßnahmen hier in Griechenland und lässt vielleicht unser Bedürfnis nach Humor besser verstehen.
        Lieben Gruß, Julia

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      • gkazakou schreibt:

        Liebe Julia, das ist in ganz ausgezeichneter Berich, den ich jedem anempfehlen möchte, der sich über die griechische Situation informieren will. Im Gegensatz zum deutschlinken Geschrei gegen die jetzige griechische Regierung, die ohne Kenntnis und Verständnis und rein ideologisch begründet ist. Danke von Herzen für diesen Link!

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      • Myriade schreibt:

        Das ist wirklich um vieles schlimmer als anderswo. Wahrscheinlich sind die griechischen Behörden selbst überrascht wie diszipliniert die meisten Leute sind 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      Nun ja, du musst ja nicht mitspielen, Ulli. Moralisten sind für mich auch unverdaulich, wie du dir denken kannst. Knigge ist ein Kotzwort. Fast alle bisherigen Reaktionen bestätigen mir, was ich leider schon vermutete: dass es wenige gibt, die meinen Humor verstehen. Er ist zweischneidig, und das mögen die meisten nicht. Ich brauche ihn aber zum Überleben; und zwar nicht nur in Corvit-Zeiten. .

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      • Ulli schreibt:

        Ich verstehe deinen Humor, ich lache nur nicht mit.

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      • Ule Rolff schreibt:

        Wenn dir diese Serie guttut, liebe Gerda, so hat sie ihren Sinn.
        Mir geht es wie Ulli: In der Angelegenheit von Covid-19 hilft mir offenbar etwas anderes als dir. Das Thema macht sich so widerlich breit in allen Lebenszusammenhängen, dass ich nicht auch noch Zeit auf ironische Spielchen mit der Krankheit verwenden mag. DAS würde mir das Ertragen der Situation erschweren.

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  3. Werner Kastens schreibt:

    Weil es zwei Männer sind, die sich da nicht ganz vorschriftsmäßig unterhalten, würde ich mich zunächst abwartend verhalten. Eine Nacht drüber schlafen, wieder hingehen, und wenn sie dann noch da wären sie mit Lösung b strafen.

    Gefällt 2 Personen

  4. kopfundgestalt schreibt:

    Wir halten uns, wie gesagt, recht streng an die Auflagen. In der 6ten Woche schon.
    Wie das andere halten wollen, kann mich nicht tangieren. Aber deren Verhalten mag unsere Zukunft zeitnah bestimmen.
    Inofern ist das eigentlich nicht eine Frage des Geschmacks oder eines moralistentums.

    Jeder hat die Wahl.

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    • gkazakou schreibt:

      Sicher ist es keine Frage des Geschmacks, Gerhard, und schon gar nicht des Moralistentums, sondern eine Frage, wie wir – als Gemeinschaft freier Menschen und nicht als staatlich eingepferchte, bewachte und zwangsgeimpfte Herde – unsere Zukunft in den Griff bekommen bzw sie nicht gänzlich verlieren. Liebe Grüße

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  5. Gisela Benseler schreibt:

    Ich würde, glaube ich, mich für a) entscheiden, habe ich übrigens auch bereits gemacht: Als ich eine Gruppe Jugendlicher im Hohlweg traf. Ich schaute sie, und sie schauten mich an, und ich ging vorbei, sagte nichts, weil ich sie verstand.

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, Gisela, man kann die jungen Leute verstehen. Hoffentlich beginnen sie nicht, die Alten zu hassen, um deretwegen sie ihre Freiheit verlieren. Eigentlich müssten wir für ihr Opfer dankbar sein und es nicht als selbstverständlich hinnehmen.

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      • Gisela Benseler schreibt:

        Wer bringt hier Opfer und für wen? Alle bringen Opfer, die Alten in den Heimen doch auch, die keinen Besuch ihrer Lieben bekommen. Und die Kranken und Sterbenden in den Kliniken, die ohne Beistand ihrer Lieben diese Welt verlassen müssen. Nicht die Alten dürfen von den Jungen gehaßt werden. Eher würde ich jetzt sagen, daß die Jugendlichen ein bißchen mehr Anstand hätten zeigen dürfen. Ich habe sie verstanden. Ja, aber sie sollten auch uns verstehen und achten.

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    • gkazakou schreibt:

      Sicher, Gisela, Anstand zeigen sollten sie und die meisten tun es ja auch. Dennoch ist ja nicht zu übersehen, dass die jungen Leute, die noch am Anfang ihres Lebens und ihrer Welterfahrung stehen, durch diese beschränkenden Maßnahmen im Grundnerv getroffen werden, während es bei uns Alten nur um die Lebensqualität geht. Die Jungen müssen sich in der Welt orientieren, Partner ausprobieren, sich finden – beruflich und als Mensch. Dafür brauchen sie Bewegungsfreiheit, die ihnen nun so schwer beschnitten wird – aus Rücksicht auf uns Alte und das leider marode Gesundheitssystem. Sie sollen, sowie sie älter sind und einen Beruf haben, einen Großteil ihres Lohns abtreten, damit wir Alten eine Rente haben, wissen aber nicht, ob es, wenn sie selbst alt sind, noch Menschen gibt, die für ihre Rente arbeiten. Die Solidarität zwischen den Generationen ist ein Modell, das immer mehr zu ungunsten der Jungen funktioniert – sowieso und unabhängig vom Corvid: immer weniger Junge müssen für immer mehr Alte aufkommen. Jetzt aber wird es für die Jungen noch enger, es würgt ihnen die Jugend ab. Das sollen wir Alten nicht vergessen und … zumindest dankbar sein. .

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  6. alphachamber schreibt:

    Hallo gkazakou,
    dieses Thema haben Sie mit viel geistreichem Humor behandelt, anders geht es ja gar nicht! Bleiben Sie gesund.
    [P.S. erstaunlich wie man hier in Fernost die Situation mit mehr Verstand und gelassener Vernunft (ohne Unvorsichtigkeit!) managed, was eigentlich den Westlern zugeschrieben wird. Aber in Kambodscha wird mit COVID auch keine politisches Ziel verfolgt]

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  7. Arno von Rosen schreibt:

    Guten Morgen liebe Gerda, ich kann deinen Humor komplett nachvollziehen, da er schön schwarz eingefärbt ist 😉 Mit Knigge bin ich aufgewachsen und darüber hinaus gab es noch strenge Hausregeln wie, nicht während des Essens sprechen, außer man wird von Erwachsenen dazu aufgefordert usw. Natürlich fällt einem dann für den Rest des Lebens auf, wie wenig andere im Umgang untereinander anständig/ feinfühlig reagieren, denn Knigge ist eigentlich kein Benimmbuch für den Tisch, sondern regelt die Verständigung untereinander. Natürlich wähle ich a, da Denunziantentum für mich eine Todsünde ist. Jeder soll machen was er will, solange es mich nicht betrifft. Wir stehen noch ganz am Anfang und haben etwa noch 1 Jahr vor uns, da bringt nervöses Verhalten nur weiteren Frust und ich will diese Zeit trotzdem für mich nutzen, so gut es eben geht. Meine allerfeinsten (Oster) Grüße nach Griechenland ❤

    Gefällt 3 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Herzlichen Dank, lieber Arno, deine Zustimmung tut mir grad gut. Das Denunziantentum scheint ein gewisses Thema zu sein, ich las was von „Blockwart-Mentalität“ u.ä., drum machte ich dieses Legebild. „Blockwart-Mentalität“ ist das Gegenstück zu „Ihr könnt mich mal alle“. Beide wachsen auf einem Baum.
      Dass wir noch ein Jahr brauchen werden, fürchte ich auch, und es ist ein ziemlicher Horror. Griechenland erwirtschaftet durchTourismus einen sehr großen Anteil seines BIP, und wenngleich ich leere Strände und Schiffe liebe, weiß ich, dass es für sehr viele Menschen katastrophal ausgehen kann (und wird). Und so bin ich froh über die sehr niedrigen Zahlen hier im Lande. Wir stehen, so las ich eben, in der EU an der 27. Stelle der Corvid-Toten, gemessen an der Einwohnerzahl. Das ist der eisernen Disziplin der Menschen zu verdanken, die fast alle in Gemeinschaft mit alten und sehr alten Menschen leben und daher sehr vorsichtig sind.
      Ich bin sehr zwiespältig, was meine eigene Positionierung anbetrifft. Mein Freigeist rebelliert heftig, aber meine Vernunft hebt den mahnenden Zeigefinger. Mein Ausweg sind der Humor und die Hoffnung, dass die Befreiung nicht allzu lange auf sich warten lässt.
      Danke für die Ostergrüße! Hier ist der Frühling fast schon in Sommer übergegangen. Gerda

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      • Arno von Rosen schreibt:

        Vielleicht kommt diese Disziplin von den vielen Jahren der Entbehrungen die nun schon hinter diesem Land und dessen Menschen liegen und dem anderen Verständnis zwischen jung und alt. Den Frühling haben wir genauso übersprungen wie den Winter davor und so harren wir schon wieder erneut auf Regen, der bereits mehr als 30 Tage auf sich warten lässt. Komisch finde ich ebenfalls, dass wir anscheinend keine Umweltkrise mehr haben oder eben keinen politischen Bock darauf, weil sich damit so schlecht Wählerstimmen aufsammeln lassen.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Arno. Julia von Athenmosaik hat oben einen interessanten Artikel verlinkt, der sehr gut beschreibt, wie hier das Corona-Manament gehandhabt wird und warum die Menschen so diszipliniert sind. https://monde-diplomatique.de/shop_content.php?coID=100154
      Der Regen fehlt hier auch, sehr sogar….Aber das muss nicht am Klimawandel liegen, denn mit em Regen ist es immer ein heikles Thema hier. Kommt er oder kommt er nicht? Da gibts schon mal lange Trockenjahre. Vorhin hat sich der Himmel bezogen, und nun hoffe ich, nachdem es auch auf Kreta nach 7 Wochen endlich tüchtig regnete.

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  8. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Liebe Gerda, ich lese Punkt b, grinse, und entscheide mich dafür, denn ich weiß, würde ich dieses ts ts ts tatsächlich dreimal hintereinander sagen wollen, dann beginne ich mit Sicherhiet zu husten und jage die meisten in meiner Nähe damit in die Flucht 🙂
    Deinen Humor mag ich sehr und deshalb kann ich Deinen Knigge auch nicht übermäßig ernst nehmen, aber ganz wichtig und wundervoll humorvoll in dieser seltsamen corona Zeit

    Gefällt 1 Person

  9. gkazakou schreibt:

    Myriade, ich habe ein Problem: seit gestern erscheinen manche Kommentare nicht hier auf der Hauptseite. Ich las deinen in der Mail. Hoffentlich lässt sich dieser Fehler bald aufklären. Liebe Grüße!

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  10. gkazakou schreibt:

    Myriade kommentierte zu Knigge zu Corvid-Zeiten (3): korrekte Reaktion bei Regelverletzungen

    Und weiter gehts mit dem Unterricht über korrektes Verhalten zu Corvid-Zeiten. Fall 3. Eine Mutiple-choice -Aufgabe. Du …

    Das ist wirklich um vieles schlimmer als anderswo. Wahrscheinlich sind die griechischen Behörden selbst überrascht wie diszipliniert die meisten Leute sind 🙂

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