Die Liebenden (Tarotkarten-Legebild-Collagen)

Stück um Stück nehme ich mir die bisherigen Kartenentwürfe vor, finde manche gelungen, aber dann fehlt mir doch dies und das. Nach dem Herrscher befasste ich mich heute vor allem mit den „Liebenden“. Meine beiden bisherigen Entwürfe überzeugten mich nicht: zwar habe ich die Kinder auf dem Baum wirklich sehr gern, aber um „Liebende“ im Sinne von „the lovers“, „les amants“, „gli innamorati“ oder „οι εραστές“ zu sein, fehlt das erotische Element. Das königliche Paar als „Liebende“ ist auch nicht überzeugend, selbst wenn der Liebende seine Geliebte gern als seine Königin oder Prinzessin bezeichnet. Und umgekehrt.

Eros ist ein Geflügelter, dachte ich, und wer verliebt ist oder liebt, fühlt, wie ihm Flügel wachsen. Der Liebende verliert seine Erdenschwere, wird leicht und luftig und brennt und lodert, begehrt und will sich vereinigen, will geben und empfangen.

Das schließlich gefundene Paar setzte ich vor verschiedene Hintergründe: a) es schwebt zwischen dem feuchten und dem lichten Element, b) es springt mit der Welle empor c) es tanzt im Sternenlichtgewebe.

Eine vierte Variante zeigt d) die Liebenden zwischen Feuer und Welle (in groß, damit du auch die Binnenzeichnung sehen kannst).

Feuer und Welle

Und wieder meine Frage, die mir bei der Entscheidung helfen soll: welche Variante gefällt dir am besten? Oder gefällt dir dieses Paar nicht? Soll ich weiter suchen? Danke für deine Mühe!

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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26 Antworten zu Die Liebenden (Tarotkarten-Legebild-Collagen)

  1. Der erste Hintergrund gefällt mir am besten, die Elemente wechseln, doch die Liebe bleibt bestehen und wird sogar stärker. Aber – deine Liebenden berühren sich nicht – nur im vierten Bild. Es muss keine heiße Umarmung sein, überhaupt nicht, aber schon eindeutlicher Kontakt. Zumindest wäre das für mich Zeichen, Beweis und Ausdruck von Liebe.

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  2. TeggyTiggs schreibt:

    …auch mir gefällt der erste Hintergrund am besten, der zweite sieht mir zu sehr nach Urlaub aus, der dritte hat für mich etwas nichtirdisches…

    …beim ersten gefällt mir zusätzlich das Licht zwischen den beiden, es könnte ein gemeinsames Ziel sein, auch für eine höhere Macht stehen oder für die Liebe selbst, auch sehe ich nicht nur Licht und Wasser, sondern scheinen dort nicht Felsen durch, also das erdige Element…dann könnten vier Elemente vereint sein, denn da die Liebenden Flügel haben, fliegen sie mittels dr Luft…

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  3. Mitzi Irsaj schreibt:

    Ich mag den Hintergrund mit Feuer und Welle am liebsten. Für mich zwei Gegensätze die sich nicht ausschließen, sondern ergänzen. Was wäre das eine ohne das andere? Außerdem sind sich die Liebenden dort nahe. Halten sich fest.
    Interessant sind aber alle und bei jedem würde ich eine für mich passende Interpretation finden. Liebe Grüße

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  4. afrikafrau schreibt:

    Vielerlei Interpretationen, ch schwebe mit dem Sternenlicht-Mond

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  5. kopfundgestalt schreibt:

    Das Sternenlichtgewebe, kann aber kaum erstmal sagen wieso.
    Vielleicht weil Liebe eine Urkraft ist, sozusagen in den Sternen zuhause.
    Vermutlich auch im Urknall gezeugt…bäh!!!

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    • gkazakou schreibt:

      danke dir, Gerhard. Ja, warum nicht? Wenn der Urknall so etwas wie der Anfang von allem sein sollte, dann könnte man ihn vielleicht auch einen göttlichen Orgasmus nennen. Klingt sowieso besser als Knall und enthält das Wort Org wie Organ, Organismus, Ergo (Werk), Organisation, organisch….Zeus, so leitete ich mal ab, kommt von zeugen. Und meine Vögel, die in meinem Kinerbuch die Entstehung der Welt erklären, heißen daher Tiu und Tui oder auch Tsui – Zeus.

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      • kopfundgestalt schreibt:

        Dann sag nicht Urknall, sondern Urquell…d’accord 🙂

        Die „Liebe“ mag tatsächlich Ursprung sein, denn das Streben nach Vervollkommnung, nach Aufbau, mag tatsächlich ein göttliches Prinzip sein…wobei, das göttlich nehme ich mal weg, ich bin „untalentiert“ dafür.

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    • gkazakou schreibt:

      Das „untalentiert dafür“ gilt auch für mich, hatte erst kosmisch dort stehen, aber das passte mir dann nicht, denn es ging ja um ein Geschehen, bevor der Kosmos entstand…..

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    • gkazakou schreibt:

      Die „Alten“ nannten diese Kraft tatsächlich Eros. Und die Evangelisten dann auch: „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott“. (Johannes-Brief). Klingt doch irgendwie schön, dies „in Gott“ bleiben. Da entfällt auch das Gestalthafte.

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  6. gann uma schreibt:

    Feuer und Wasser /Welle – zwei Energien, die für Liebe so wichtig sind,.

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  7. Ule Rolff schreibt:

    Ganz doll überzeugend fand ich deine bisherigen Liebenden auch nicht, liebe Gerda. Dieses Paar, besonders Variante 1 mit dem Sonnenlicht, schwebend in einer Art Tanz und der Welt enthoben, gefällt mir besser. Aber Erotik erkenne ich in keiner deiner bisherigen Fassungen.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Ule. Hier bin ich an die Grenzen meines Mediums gelangt: die Schnipsel sind recht sperrig für dies Thema, nackte Körper wirken komisch bis grotesk oder gar pornographisch. Ich könnte natürlich eine Zeichnung nehmen, aber das würde meinem bisherigen Konzept nicht entsprechen. Außerdem wolllte ich mich nicht auf ein heterosexuelles Paar festlegen, also so vague bleiben, dass andere Paarbeziehungen nicht ausgeschlossen sind. Vielleicht finde ich trotzdem noch ne bessere Lösung, mal sehen. .

      Liken

    • gkazakou schreibt:

      Aha. Beinahberührung gibts bei mir ja. Im übrigen finde ich, dass Erotik immer auf Vereinigung hinzielt, also auf „Sex“ (ein blödes Wort!). Im Griechischen spricht man in dem Fall von „ολοκρηρομένη σχέση“ – vollendete Beziehung. Der „Geschlechtsverkehr, Geschlechtsakt, Beischlaf, “ (auch so alberne Da-spricht-man-nicht-drüber-Wörter) heißt sehr passend συνουσία synousia, syn=gemeinsam, zusammen, ousia=Wesen, Substanz, Stoff,
      Interessant, dass im Deutschen sowohl Sex als auch Erotik Lehnwörter sind, da man eigene wohl nicht hatte. Sex kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet eigentlich nur das Geschlecht, Erotik kommt aus dem Griechischen und bezeichnet die Gesamtheit der vom Gott Eros inspirierten Handlungen.

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      • Ule Rolff schreibt:

        Was sagt uns das über das lateinische im Vergleich zum griechischen Wesen? Prosaische Zweckorientierung vs. umfassende Verbindung? Im übrigen gibt es eine Menge deutscher (zum Teil ganz privater witziger Wortschöpfungen) Bezeichnungen, die wir zwar nicht alle als schön empfinden, aber wer will darüber schon urteilen?

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  8. Feuer und Welle finde ich super!
    Ein Feuer von Emotionen entbrennt in der Liebe und lässt einen auf einer Glückswelle reiten! Das ist meine Association dazu!

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  9. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Bloß nicht weitersuchen, liebe Gerda. Zuerst gefiel mir Wasser-Sonnenlicht, Dein linkes Bild am besten, aber dann stach mir das große ins Auge, Feuer und Welle, und dieses ist sehr überzeugend, die Liebe zu einander ist ihnen anzusehen. Es passt wuderbar. Es sollte bitte die letzt Fassung sein. Ich kann es mir sehr gut als Karte vorstellen.

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