Weltpolitik am Sonntag: russische Kriegsenkel.

Wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen

Seit einiger Zeit – zuletzt noch einmal in einer intensiven Debatte aufgegriffen durch Annette vom Blog Ruhrköpfe (von ihr stammt auch das obige Zitat) – wird die seelische Lage der Kriegsenkel thematisiert.  https://ruhrkoepfe.wordpress.com/2019/03/11/german-angst-kriegsurenkel-kriegsenkel-kriegskinder/. 127 mal wurde dort seither in teils langen, bewegenden Kommentaren erzählt und Stellung genommen, wie es sich anfühlt, ein Kriegskind und Kriegsenkel zu sein.

Kriegsenkel des 2. Weltkriegs sind freilich nicht nur jetzt lebende Deutsche. Kriegsenkel und Kriegsurenkel leben in all den Ländern, gegen die Nazi-Deutschland zu Felde gezogen ist.  Und so ist es mir ein Bedürfnis, ein Dokument zu teilen, das zwei Kriegsenkelinnen aus Russland zeigt, die Fallingbostel und die Stätte besuchten, an der ihre unbekannten Großväter verhungerten und verscharrt wurden. Nicht um anzuklagen, doch um den lauter werdenden kriegerischen Fanfaren den leisen Klageton entgegensetzen, der aus dieser Video-Aufzeichnung spricht.

Schüler in Niedersachsen gedenken ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen

https://www.youtube.com/attribution_link?a=Wi_6qYJQsbA&u=%2Fwatch%3Fv%3DwLJ25PC34RE%26feature%3Dplayer_embedded&fbclid=IwAR2G-APpw92oDk6Dz7AkZxvuNDEDJ-zhZMGCgCjuP8328mUkbxg61y3JTRY

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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14 Antworten zu Weltpolitik am Sonntag: russische Kriegsenkel.

  1. Ulli schreibt:

    Danke, Gerda!

    Gefällt 2 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      Danke, Ulli. Ich fand dies eine wichtige Reportage, nicht nur um Erinnerung an begangene Verbrechen und Leiden, die kaum bekannt sind, wachzuhalten, sondern auch deshalb, weil hier Schulleute und Schüler in schöner Weise aufklärend und versöhnend tätig sind. Es tut so gut zu wissen, dass es auch solche Menschen gibt. Möge man ihnen mehr Gehör schenken.

      Gefällt 5 Personen

  2. elsbeth weymann schreibt:

    Danke Gerda !!! Erinnern und Vergegenwärtigen zu not. Immer ! Unsere Generation gehört ja zu den Kriegskindern, die es eben weltweit gibt. Und meine Deutschschüler jetzt–Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Somalia–sind Kriegskinder heute. Einer, ein kurdischer Kämpfer gegen den IS, sagte zu mir: „ich kenne beide Seiten.Täter und Opfer. Und eigentlich müssten wir nur MENSCHEN sein.“
    Sehr hat mich gefreut, dass und wie heutige Schüler aktiv geworden sind .
    Danke für den link und Deine Worte !
    Elsbeth

    Gefällt 3 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      Herzlichen Dank Elsbeth! Auch in diesem Video kommen die neuen Kriegskinder vor – Flüchtlinge, untergebracht gleich neben dem Truppenübungsplatz, wie sinnvoll.
      Aktivitäten wie das Anfertigen von Tontafeln mit den Namen der Toten stärken viellleicht die Sensibilität der Schüler auch für die neuen Kriegsopfer-täter-opfer. Es lässt sie ein wenig nachvollziehen, was Krieg bedeutet.
      Ich grüße dich von ganzem Herzen!

      Gefällt 3 Personen

  3. gkazakou schreibt:

    Herzlichen Dank Elsbeth! Auch in diesem Video kommen die neuen Kriegskinder vor – Flüchtlinge, untergebracht gleich neben dem Truppenübungsplatz, wie sinnvoll.
    Aktivitäten der Schüler wie das Anfertigen von Tontafeln mit den Namen der Toten stärken viellleicht ihre Sensibilität für die neuen Kriegsopfer-täter-opfer. Es lässt sie ein wenig nachvollziehen, was Krieg bedeutet.
    Ich grüße dich von ganzem Herzen!

    Liken

  4. bekerode schreibt:

    Ein sehr wichtiges Thema, liebe Gerda. Dass in unseren Zellen nicht nur die Information über Haarfarbe und andere genetische Details gespeichert sind, sondern auch die Erinnerungen (und Traumata) unserer Vorfahren, ist eine Erkenntnis der Epigenetik. Keine Esoterik, sondern nüchterne Wissenschaft. In einem Vortrag macht Peter Spork mit den wichtigsten, neueren Erkenntnissen vertraut, ich finde das bahnbrechend:

    Es verdeutlicht, wie tief wir mit unserer Geschichte verstrickt sind – und auch die Notwendigkeit innerer Arbeit. Beste Grüße, Beke

    Gefällt 3 Personen

  5. Ruhrköpfe schreibt:

    Sehr gut, danke, liebe Gerda, auch für die Verlinkung natürlich 👍🙂

    Gefällt 1 Person

  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Da muß ich morgen mal genauer nachschauen, liebe Gerda
    Jetzt bin ich leider schon zu müde dazu

    Gefällt 1 Person

  7. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    schon, liebe Gerda, aber viel zu kurz

    Gefällt 1 Person

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