Wetterbericht (Akropolis)

Nass und kalt war es heute – aber in Attika bedeutet das selten schwerer geschlossener Himmel.

Ich fuhr zum Akropolismuseum, um zu zeichnen. Die Terrasse des Museumscafes hatte sich in einen Spiegel für den Parthenon verwandelt …

… Ich weiß nicht, ob dem Architekten diese Funktion bewusst war, als er sie entwarf.

In allle Richtungen schauend zeigten sich ständig wechselnde Wetterphänomene:  Der liebliche Nike-Tempel vor blauem Himmel …

Der Lykabettos unter schwerem Regendunst

Sichtblenden im obersten Stock…

…  in dem die wenigen nicht vom Herrn Elgin abgeschlagenen und nach London entführten Skulpturen des Parthenon kunstvoll in den dem Original nachgebildeten Gesamtfries eingefügt sind. Die meisten sind leider sehr verwittert, aber dennoch weit schöner als die glatten nachgebildeten Figurengruppen. Die Originale schmoren weiterhin im British Museum….

Um fünf war ich wieder zu Haus, um mit Hund und Regenschirm einen Spaziergang zu machen. Da sah der westliche Himmel dann so aus:

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, alte Kulturen, Fotografie, Kunst, Leben, Natur, Skulptur, Zwischen Himmel und Meer abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

24 Antworten zu Wetterbericht (Akropolis)

  1. elsbeth weymann schreibt:

    μεγάλη λαχτάρα !! ganz zauberhaft !!! alles …Hellas und Schönheit gehen zusammen. Auch mir gefällt das Verwitterte weitaus besser als das Zurechtgemachte. Es lässt frei —und bewegt sich.
    Nicht nur Mr.Elgin hat geklaut. Auch München und Berlin haben sich bedient….
    Liebe, herzliche Grüße,
    Elsbeth

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Elsbeth! Die Friese des Parthenon sind für die Griechen etwas ganz besonderes, sie haben dieses großartige Museum gebaut, um sie endlich zurückzubekommen. Vorher hieß es immer, sie hätten nicht den richtigen Aufbewahrungsort. Drum ist es so schändlich, dass das British Museum auch jetzt nicht dran denkt, sie rauszurücken. Jeder Besucher des Akropolis-Museums sieht jetzt sehr gut dokumentiert, welche Zerstörung von Elgin und seinen Leuten angerichtet wurde. Wenn mal ein kleiner Teil zurückkommt (auch aus Deutschland kam ein Bruchstück), ist das Einsetzen in den Fries wie ein Staatsakt.
      Ganz herzliche Grüße von mir.

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  2. athenmosaik schreibt:

    Liebe Gerda, ganz wunderbare Fotografien!! Sie machen es mir möglich den heutigen Tag an seinem Ende in ganz neuem Licht zu sehen. Dass du dich bei so viel kaltem Wind und Regen freiwillig hinaus gewagt hast.. umso schöner zu sehen, was du daraus gezaubert hast!

    Gefällt 3 Personen

  3. Ulli schreibt:

    Kunstlicht, Taglicht, heller Sonnenschein, Westhimmel mit Regengedräu … und dann noch die Spiegelungen – Herz, was willst du mehr, dass du am späten Abend sagen kannst: das war ein guter Tag!
    Herzliche Nachtgrüße an dich,
    Ulli

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  4. chris schreibt:

    In Frankfurt ist es zur Zeit wärmer,
    als in Athen – verkehrte Wel..t. 😉

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    • gerda kazakou schreibt:

      Mir scheint schon seit ein paar Jahren, dass sich das Wetter hier und dort angleicht. Bei uns regnet es mehr, bei euch steigen die Temperaturen. Für uns ist der Regen sehr wichtig, wir hatten in den 80ern eine Periode, wo es schon gefährlich nach Versteppung aussah. Nun füllen sich die Bäche und Brunnen wieder.

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      • chris schreibt:

        Leider hat es hier im Winter nicht genug geregnet. Die Seen haben sehr niedrige Wasserstände nach dem „super“Sommer und haben sich auch nicht wirklich aufgefüllt in den letzten Monaten. Wenn jetzt noch so ein Sommer kommt, sehe ich schwarz…. 🙄 Der Südwesten scheint die neue Trockenzone zu werden, zusammen mit Brandenburg.

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  5. hanneweb schreibt:

    Ich genieße diese Bilder und Berichte hier sehr und dein so schönes, interessante Land ist für nächstes Jahr auch bei uns endlich wieder einmal geplant.
    Liebe Grüße von Hanne

    Gefällt 1 Person

  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Das erste Deiner Bilder, die lebhafte Spiegelung, und dann der Nike-Tempel – einfach schööön, liebe Gerda. Natürlich ist das Verwitterte viel schöner anzusehen als jegliche Nachbildung und sei sie noch so gut geglückt und dann noch die tiefstehende Sonne, die sich anschickt, den Abend zu begrüßen, was könnte da noch schöner sein…

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  7. Maren Wulf schreibt:

    Sehr schön, deine Himmelsstudien, Gerda!

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  8. Zu deiner ersten Frage: Ich denke schon, dass die Baumeister solche Phänomene kannten und evtl. auch beim Bau mit einbezogen haben. Zumindest weiß man aus den Renaissancebauwerken, dass perspektivische Effekte durch das Verlegen von Fußbodenplatten gestalterisch ausgenutzt wurden.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Joachim. In einem Gebäude sind einzelne Bauelemente wie Fliesen sicher Teil des Gesamtkonzepts, und bei der Faszination, die die Perspektive auf die Renaissance-Künstler ausübte, ist ihre Verwendung zur Steigerung des Effekts leicht einsehbar. Aber hier? Immerhin handelt es sich beim gespiegelten um ein zweites Gebäude, das nicht von der Stelle gerückt werden konnte. Hat man Wasser auf der Terrasse verteilt, um die Spiegelung zu kontrollieren? Dann wäre ein gläserner Bezug wahrscheinlicher, um den Effekt dauerhaft zu machen. So oft regnet es in Athen ja nicht, und schon gar nicht während der Hauptbesuchszeiten.
      Wie auch immer: ich hab mich sehr gefreut , als ich meinen Bezug zur Akropolis nicht nur auf em gewöhnlichen Weg der Augen, sondern auch durch die Wasserspiegelung herstellen konnte.

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  9. Du hast natürlich Recht, dass dies keine bauliche Maßnahme ist. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass den damaligen Baumeister solche Aspekte durchaus bewusst waren. Ich suche schon seit langem für Belege, bislang allerdings erfolglos…

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    • gkazakou schreibt:

      das finde ich sehr interessant, Joachim! Man spekuliert ja viel zB über die genauen Größen- und Winkelverhältnisse der antiken Heiligtümer, auch im Verhältnis zu anderen weit entfernten („heilige Geometrie“). Auch da geht man davon aus – bzw schließt aus Berechnungen rück -, dass den Baumeistern die Verhältnisse und Beziehungen (der „logos“) bewusst waren. Und in der Renaissance wurde all dies alte Wissen, das manchmal auch nur Spekulation war, sehr ernst genommen. Bei Leonardo und Raffael begegnet es einem ständig.

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  10. Zum Glück (oder vielleicht auch nicht?) wurde dies alles in der Renaissance trotz spärlicher Quellen ernst genommen. Die neuzeitliche Physik wäre ohne das darin zum Ausdruck kommende Denken in der Form wie wir sie kennen wohl gar nicht möglich gewesen. Ich nenne nur die Bedeutung der Perspektive: Nur dadurch dass Kopernikus sich „perspektivisch“ in die Sonne versetzt dachte und von dort auf das Planetensystem blickte, konnte er sich von der Richtigkeit des heliozentrischen Weltbildes überzeugen.

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