Fragmentieren, Repetieren, Collagieren (digitale Spielereien)

Bei Joachim Schlichting war heute eine hübsche Spiegel-Welt zu besichtigen: Ungleichmäßig zerronnene Wassertropfen auf dem gläsernen Dach des Wintergartens spiegelten einen kahlen Baum und schufen gemeinsam ein Kunstwerk aus sich wiederholenden Bildschnipseln. Dies erinnerte mich an meine digitalen Experimente mit Fotografien.  Ganz so hübsch ist mein Ergebnis natürlich nicht, da nicht die Natur, sondern Fotoshop als Künstler wirkte. Dennoch, vielleicht gefällt ja auch diese Spielerei.

In ähnlicher Weise habe ich am Computer aus meinen Fotos „Patterns“ (Muster) gemacht. Zum Beispiel diese (Januar 2012):

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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16 Antworten zu Fragmentieren, Repetieren, Collagieren (digitale Spielereien)

  1. juergenkuester schreibt:

    Liebe Gerda!
    Ich frage mich schon seit Jahren, woher bei uns Menschen die Faszination kommt, wenn wir serielle Wiederholungen von Bildschnipseln oder Bildern eng an eng gesetzt sehen. Bisweilen verwende ich sie auch als gestalterisches Element. Dennoch: woher kommt diese Faszination beim Betrachten?
    Liebe Grüße Juergen

    Gefällt 3 Personen

    • tontoeppe schreibt:

      Die Frage ist spannend, Jürgen… ich persönlich vermute, es liegt an der Vorliebe der meisten Menschen für Symmetrisches. Vielleicht hat es damit zu tun, dass der Mensch stetige Wiederholungen unbewußt als vorhersehbar und damit folglich nicht als etwas bedrohliches wahrnimmt? Ich habe gelesen, dass selbst Menschen als sympathischer wahrgenommen werden, wenn ihr Gesicht eher symmetrisch erscheint. Liebe Grüße. Birgit

      Gefällt 4 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Ja, eine interessante Frage. Birgit hat wohl recht mit dem „Vorhersehbaren“: was ich erwarte, wird bestätigt. Physiologisch begründet ist das vielleicht in unserem rhythmischen System: Atmung, Herzschlag – sie sollen gleichmäßig sein und ständig wiederkehren.
      Ein Tag wie der andere mit kleinen Varianten, 1.-4- Advent, ein Mensch wie der andere, keine unangenehmen Überraschungen. Ob das die Faszination erklärt? Kleine Kinder lieben das wiederholte Vorlesen einer Geschichte: es ist jedesmal gleich faszinierend für sie und wird sogar gesteigert, weil sie aufpassen, dass es wirklich ganz genau dieselbe Geschichte ist. Sehr beliebt sind auch die Bilderrätsel, wo man nach winzigen Abweichungen zwischen zwei oder mehreren anscheinend gleichen Bildern fahnden muss und froh ist, wenn man eine solche „Störung“ erwischt hat. Musik mit einem immer sich wiederholenden nur leicht abgewandelten Motiv kann tief beglückend sein….

      Gefällt 3 Personen

  2. Chrinolo schreibt:

    Die „Kugel“ mit den Spiegelungen auf dem ersten Bild finde ich faszinierend. 🙂
    Auch das photo 23: hmmm … wer da alles herausblickt! In deine digitalen Experimente könnte ich mich stundenlang vergucken …

    Liebe Grüße und einen schönen 3. Advent,
    Christel

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  3. Die Beziehung der Wiederholungen von Spiegelungen durch viele Tropfen und den Photoshopalgorithmen hatte ich noch nicht gesehen. In der Natur kommen die natürlicherweise gegebenen Abweichungen von der Idealgestalt hinzu (verschiedene Tropfengrößer, Reflexionen der Reflexionen benachbarter Tropfen usw.), die eine Reichhaltigkeit hervorbringen, die von uns vielleicht als lebendiger empfunden wird.
    Perfekte Symmetrien werden und Wiederholungen werden meist als langweilig empfunden. Erst wenn sie durch gezielte oder zufällige Brüche veredelt werden wird es interessant.

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      da gebe ich dir gerne recht: Die von der Natur hervorgebrachte „Serien“ sind „naturgemäß“ lebendiger als technisch hervorgebrachte, da sich die Phänomene nie vollständig gleichen. Dennoch hat auch das nicht variierte Muster für Menschen eine Faszination, wie oben von Jürgen Küster angemerkt und von mir kommentiert.

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  4. kowkla123 schreibt:

    möge es für uns ein schöner Tag ohne Sorgen werden.

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  5. Peter Klopp schreibt:

    Man kann zwar die Schönheit der Natur nur nachahmen, aber diese vielfältigen Muster gefallen mir besonders gut. Photoshop ist ein gutes digitales Werkzeug, doch muss man auch kreativ sein, um das zu schaffen, was du uns heute gezeigt hast. Vielen Dank, Gerda!

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  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    und wie wundervoll wurde Deine digitale Spielerei, liebe Gerda!
    Das erste ist auffällig schön und die Neugierde läßt mich dieses Bild immer wieder ansehen.
    Eine futuristische Welt, die unserer Fantasie großen Spielraum gibt.

    Gefällt 1 Person

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