Denken – von der Schülerin zur Meisterin.

Gestern legte ich ein Bild zur „Herzkraft“, heute grübelte ich darüber nach, wie ich mit denselben Schnipseln (von Susanne Haun und mir) etwas Bildliches zum Denkprozess beisteuern könnte. Und so legte ich als erstes eine Denk-Schülerin und als zweites eine Denk-Meisterin, die gerade die Weltformel erdacht hat.

Zuerst also die gelehrige Denkschülerin: Sie lernt es, Einfälle zu haben, logische Verbindungen zu schaffen, eins aus dem anderen abzuleiten und aus all diesen Denk-Vorgängen ein schwankendes Gebilde herzustellen, das man zB eine „Erklärung“ nennen könnte. („Wenn a und b und unter den Bedingungen von c, d,e, wobei diese als konstant zu denken sind….., tritt x ein „) . Die Lehrerin oder Mutter (links im Bild) ist zu Recht erfreut über die Fortschritte der kleinen Denkerin.

Und so reift das Kind langsam zur Denk-Meisterin heran. Immer großartiger werden die  von ihr in Balance gehaltenen Gedanken-Gebilde, bis schließlich die fantastisch einfache Weltformel gefunden ist, aus der sich alles ableiten und erklären lässt:

X = A

Wie schon Goethe befand, ist alle Theorie grau („Grau, teuer Freund, ist alle Theorie und Grün des Lebens goldner Baum“, Faust I). Dem habe ich mit meinen Bearbeitungen Rechnung tragen wollen. Draufklicken, und die Bilder werden groß.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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20 Antworten zu Denken – von der Schülerin zur Meisterin.

  1. Sarah schreibt:

    Das kann man doch nur machen wenn ganz viel Ruhe ist,in einem selbst und rundherum….
    gefällt mir sehr gut !
    liebe Grüsse
    Sarah

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  2. Ulli schreibt:

    Zwar heißt es: mach mir kein X für ein U vor, aber ein X für ein A ist im Zusammenhang von grauer Theorie zum Erlebten und Erfahrenem genauso wirksam 😉 – nun habe ich aber doch noch einmal ein bisschen geguggelt und fand X:A, die Ratio in der Chromosomenformel und dann fand ich noch graphische Darstellungen zu X=A und sehe: so oben, wie unten … herrjeh, liebste Gerda, was für eine Denkaufgabe…
    Ich mag es, wie die Kleine bei den ersten Denkversuchen „jongliert“ und sie jongliert auch immer noch mit den Fakten, als sie schon Meisterin geworden ist, vielleicht ist das ja eins der Geheimnisse des Denkens, mit den Fakten jonglieren, bis sie sich zu einem rationalen Ergebnis zusammenfügen?
    Nun lächel ich dir zu und ziehe mal wieder meinen nicht vorhandenen Hut vor dir und deiner Arbeit,
    herzliche Grüße Ulli (jetzt wieder in der Ruhe nach dem Orkan, der mich heute das Fürchten lehrte und uns viele Stunden Stromausfall bescherte)

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    • gkazakou schreibt:

      Großartig, was du da erguggelt hast! wie oben so unten. Da bin ich mal wieder weiser gewesen, als ich wusste 😉
      Die Oliven sind in der Mühle. Ich bin diesmal nicht mitgefahren, weil es dunkel wurde und die Straßen eng sind. Hole morgen das goldgrüne duftende Öl. Ich freu mich und fühle mich reich!
      ich habe eben auch gegoogelt, aber bei Χ = Α nur Mist gefunden.

      Gefällt 4 Personen

      • Ulli schreibt:

        Auf dein Öl bin ich sehr gespannt, ich schriebs ja schon, dass ich hier eine Flasche von einem Hoffreund aus Portugal erworben habe, ich habe noch nie so ein gutes Olivenöl geschmeckt, nun darf ich bald deins „probieren“…
        Zu dem Mist: vielleicht guggelt es in Griechenland anders 😉
        aber ich muss es gestehen, dass dieses wie oben so unten dann doch eine vorschnelle Interpretation der Graphiken war, später sah ich, dass sie auch anderes sagten, aber letztlich tut dies dem Ganzen gar keinen Abbruch-

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  3. Sandra Matteotti schreibt:

    Was für ein spannendes Thema. Eines, das mich persönlich betrifft. Ich war lange Geistesmensch. Immer im Geist verhaftet, in Argumenten. Logik über alles, ich habe sie sogar studiert. Und ich litt drunter. Unter dieser Geistesklarheit, der immer auch Perfektionismus anhaftet. Wenn es nicht perfekt ist, ist es schlicht nicht gut genug. Sagt dir dein Geist.

    Ich bin verschiedene Wege gegangen, die alle versprachen, vom Geist wegzuführen. Ich kriegte ihn nie los. Das ist auch gut so. Er ist schlicht nicht alles. Und nichts muss perfekt sein. Der Geist ist nur ein Teil. Wichtig ist die Balance. Die sehe ich bei denen Legearbeiten immer wieder. Grossartig.

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Sandra, vielen Dank für deinen Kommentar und dein persönliches Statement. ich würde freilich nicht von „Geist“ sondern „Intelligenz“ oder „Logik“ sprechen, über die Menschen verfügen können. Über Geist aber nicht.

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      • kopfundgestalt schreibt:

        Landläufig wird Geist so verstanden…man sehe: Geistreiches Bonmot oder Verteidigung.

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      • Sandra Matteotti schreibt:

        So meinte ich Geist, ja, drum habe ich präzisiert in „Argumente und Logik“. Ansonsten sind die Begriffe Geist, Seele, Wesenskern, etc sehr schwer zu definieren und es versteht wohl jede Philosophie etwas anderes drunter.

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    • kopfundgestalt schreibt:

      Die Balance ist wichtig! Ja!
      Wenn man mehr ein intellektueller Mensch ist, sollten die anderen denkbaren Anteile des Menschlichen nicht zu sehr darunter leiden. Ausgewogenheit anstreben macht das Leben runder als Spitzenleistungen anzustreben.

      Gefällt 3 Personen

  4. finbarsgift schreibt:

    Tollllll…
    Aber sag, ist nicht 42 die Weltformel?!
    Liebe Neujahrsgrüße vom Lu

    Gefällt 2 Personen

  5. kopfundgestalt schreibt:

    Hat sich Goethe daran gehalten? Er war doch auch wissenschaftlich unterwegs?!

    Gefällt 1 Person

  6. www.wortbehagen.de schreibt:

    Von der Denkschülerin zur Denkmeisterin, wie schön, liebe Gerda. Ich sehe die Lehrerin zufrieden stehen und ihrer Schülerin, (die inzwischen schon sehr geschickt mit dem Denken umgeht, mit Einfällen jongliert und sich Großes vorgenommen hat), zusieht.
    Deine Einfälle sind auch nicht zu verachten, liebe Gerda 🙂 , und den Satz von Ulli
    *vielleicht ist das ja eines der Geheimnisse des Denkens, mit den Fakten jonglieren, bis sie sich zu einem rationalen Ergebnis zusammenfügen* finde ich so gut, daß ich das unbedingt sagen muß.

    Liebe abendliche Grüße von Bruni

    Gefällt 1 Person

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