Scherzo mit Hechten

Jetzt glaubt bitte nicht, dass ich nichts anderes tue als aus den immer gleichen Teilen Bilder zu legen. Tatsächlich war der heutige ein reicher Tag, sehr viel Schönes habe ich erlebt und sogar auch ein wenig gezeichnet. Aber am Morgen entstand eben zunächst folgende Szene, die mich einigermaßen ins Grübeln brachte.

Warum, so fragte ich mich – und fragst du dich vielleicht auch – regt sich der Dicke Stummelschwänzige so auf? Warum schaut die Blaue zu besorgt und tränenreich hinüber zum Braunen, der ihr etwas zuruft? So jedenfalls schien mir. Man weiß ja nie wirklich, wenn man einem Streit auf der Straße zuschaut, was Sache ist und wer unsere Sympathie verdient.

Ich befragte meine Teile, und da offenbarte sich dann folgende Vorgeschichte.

Es war ein herrlicher Tag, die blauen Blumen blühten, umflattert von blauen Schmetterlingen. Der alte Hecht schlief fest und schnarchte wie ein Rübenschwein. Da näherte sich ein smarter Hechtjüngling der holden Gemahlin des Alten, und sie erblaute vor schmachtender Liebe.

Es konnte nicht ausbleiben, dass der Alte irgendwann erwachte und kapierte, welches Scherzo da gespielt wurde. Und so setzte sich der smarte Jüngling elegant ab und ließ die erblaute Gattin schutzlos bei ihrem missgünstigen Alten zurück.

Hier seht ihr noch mal das 3-teilige Scherzo in der Reihenfolge des tatsächlichen Geschehens.

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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9 Responses to Scherzo mit Hechten

  1. Erblaut sein klingt nach erbaut…und selbiges ist ja schon was! Manchmal kann man dankbar für Regungen sein. Für geschenkte Phantasie. 🙂

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  2. Avatar von Elke Speidel Elke Speidel sagt:

    Köstlich, in Wort und Bild, liebe Gerda!

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  3. Avatar von hikeonart hikeonart sagt:

    Guten Morgen Gerda.
    Sehr inspirierend. Ich sehe dort Walrösser….liebe Grüße

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  4. Avatar von Bruni | Wortbehagen www.wortbehagen.de sagt:

    Schmunzelnd bin ich Deiner höchst erbaulichen Geschichte gefolgt, liebe Gerda, und ich vermute, Tito lag gaanz in Deiner Nähe, denn immer, wenn ich mir sie erblaute Hechtgattin ansah, hm, ich traue kaum, es zu sagen, kam mir Tito in den Sinn . Da ist so eine gewisse kleine Ähnlichkeit mit Titos Kopf …
    Lächelnde Grüße von Bruni

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  5. Pingback: Arbeit mit Susannes Schnipseln – Vorüberlegungen und 2 Versuche | GERDA KAZAKOU

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