Manchmal lösen sich die Grenzen auf, die zwischen Natur und Kunst bestehen. Das dachte ich, als ich nach dem Besuch einer Ausstellung (DESTE im Kykladischen Museum) durch den Nationalpark und die Metrostation Syntagma spazierte.
Der Künstler, wenn er aus noch erkennbaren Naturmaterialien neue Gebilde formt,
schafft hybride Naturgegenstände, vergleichbar dem Schlinggewächs, das sich am Baumstamm emporgewunden hat.
Die Natur im Park ist so sehr vom Menschen geprägt, dass die in ihr geltenden Gesetze des Zusammenlebens kaum noch Bestand haben – ich empfand es schmerzlich beim Anblick eines gewaltigen Baumes, dessen Wurzelwerk im Staub des Weges offen lag
, und beim Anblick von Wasserschildkröten auf einemKunstinselchen in einem viel zu kleinen Becken.
So zusammengedrängt waren sie wie die Menschen in der Videoinstallation, die ich zuvor gesehen hatte
. Bei den mit Akryllfarben gemalten Bildern in der Metrostation hat der Künstler den Zerfall, den sonst die Natur erzeugt, schon gleich mit reingemalt
.
bitte zum Vergrößern anklicken!
Zur Erklärung:
„Ferreus Somnus“ (2016) von Kostas Sahpazis. Es ist hergestellt aus Stahl, Harz, Blättern, Größe 82x35x25cm.
„The Very Rigid“ (2016) ebenfalls von Kostas Sahpazis. Hergestellt ist es aus Leder, Harz und Eisen.
eine Menschenansammlung in einer Video-Installation und eine Ansammlung von Wasser-Schildkröten auf einer Kunstinsel im Park.
zwei Aspekte der Installation „Peace Station“, 2004-2016, von Jannis Psychopedis, zu sehen in der Metrostation Syntagma. Jannis Psychopedis hat vor allem in Deutschland gelebt. Wer mehr über ihn und andere griechische Künstler in Deutschland wissen möchte, findet hier eine ganze Menge dazu.
Feiner Bericht!
Naturmaterialien…da fällt mir Beuys ein, über den es in diesem Monat einen Film in unserem Kino gibt.
Ein Schüler von Beuys hat eine gefällten Baumstamm mit Blechplatten eingefasst, zu sehen im famosen Kunstpark Hombroich.
http://www.inselhombroich.de/museum-insel-hombroich/museum/
Es gab mal eine Fernsehdoku über eine Salzskulptur, die ein Künstler in einem Wildgehege aufstellte. Die Rehe dezimierten die Skulptur gewollt nach und nach…
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So hatten auch die Tiere etwas von der Kunst, genial!
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danke für den Hinweis. Beuys, ja, er arbeitete mit Naturmaterialien, auch verderblichen. , und holte sie zurück ins Bewusstsein
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Ich bin ehrlich, diese ART ist zwar interessant, dennoch nicht so meine Richtung! Aber, Instellationskunst soll ja etwas aussagen und auch polarisieren und ist vielleicht garnicht gemacht um zu gefallen! Hoffe, ich sehe das als Kunstlaie richtig.🙈🙊😊😉
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Ein schöner und interessanter Bericht!
Eine Zeitlang habe ich mich sehr für Video.Installationen interessiert und mich ausgiebig damit beschäftigt.
Manches davon hat mein Herz und meine Seele angesprochen, mir neue Türen geöffnet – andere Werke waren dagegen für mich schwer bis gar nicht verständlich.
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ich meine: so gehts uns mit der Kunst. Manches spricht an, vieles fühlt sich taub an. Liebe Grüße!
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Ja, ich denke, man muß einen Sensor für bestimmte Werke haben, irgendetwas muss da sein, ein Trigger, an dem etwas andocken kann.
Ich erinnere mich, als ich vor Jahrzehnten das erste Mal das Original-Bildnis „Mädchen mit dem Perlenohrring“ in der Kunsthalle Rotterdam anschaute.
Ich war so ergriffen, dass ich eine Gänsehaut bekam. Ich habe ewig lange davor gestanden…..
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Sehr eindrücklich, deine Gegenüberstellung, liebe Gerda!
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da freu ich mich, Maren!
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Mir geht es ganz ähnlich. Manches sieht man einmal und kommt nicht mehr davon los. Mir ging es so, als ich mit 17 erstmals eine Skulptur von Giacometti in einem Park i9n Belgien sah. Ich hatte keine Ahnung, wer das sei. Die Erschütterung kann ich heute noch fühlen. Andere, ebenfalls sehr bedeutende Bildhauer, wie zB Henry Moore, lassen mich indifferent.
Was Vermeer anbetrifft: seine Bilder sind reine Magie.
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ich weiß nicht, ob man die alten Meister mit den neuen Künstlern vergleichen sollte.
Ich glaube nicht, daß es den neuen Künstlern um diese Art der Ergriffenheit geht, die sich der Innigkeit eines Werkes gewidmet hat, sondern eher um Beachtung und Spuren legen zu den neuen Wegen, die man wirklich oft nicht leicht mitgehen kann und doch liegt meist in dem geschaffenen Kunstwerk eine Art von Ästhetik (mir fällt kein geeigneteres Wort ein), die zeigt, daß da einer gearbeitet hat, der genau weiß, was er tut und wie er es tut.
Irgendwie fehlen mir hier die besser geeigneten Worte, um zu erklären, was ich meine, liebe Gerda
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Liebe Bruni, danke dir für deinen wieder so bedenkenswerten Kommentar. Ich weiß aber nicht recht zu antworten. Ob man die „neuen Künstler“ zusammenfassen kann in einer Kategorie und etwas über sie aussagen kann?Vielleicht gibt es da auch solche und solche? Das betrifft sowohl die Absichten (Ergriffenheit, Innigkeit, Spuren legen) als auch die Ästhetik (wissen, was man tut und wie). Schwierige Fragen..
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Eigentlich meinte ich die neuen Künstler dieser speziellen Art, liebe Gerda.
Es gibt so viele andere und sie sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst.
In einen Topf sind sie wirklich nicht zu werfen.
Jeder präsentiert sich so, wie es ihm persönlich am Herzen liegt
Gestern hab ich einen Maler gesehen, dessen Bilder sehr bunt, sehr hintersinnig und fantasievoll sind und in allen steckt ein großes oder kleineres Fünkchen Humor. Wenn er einzelne Werke erklärt, lächelt er verschmitzt dabei. Wären das nicht so viele Menschen um ihn gewesen, sehr gute Freunde von ihm u. ihn sehr beschäftigten, hätte ich ihn gerne gefragt, ob er auch Comics zeichnet, denn auch daran erinnerten mich seine Bilder sehr.
Vielleicht kennst Du ihn, er ist Grieche, der wohl in Athen und auch auf Kreta lebt. Ich lese nur Christos. Den Familiennamen sehe ich leider nicht.
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diesen Christos, den du so sympathisch beschreibst, kenne ich wohl nicht, wüsste auch nicht, wie er heißt.
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ich habe seinen Namen jetzt gefunden, liebe Gerda
*Christos Tousis: Zeichnungen
Der in Athen und auf Kreta arbeitende Künstler präsentiert seine Arbeiten im Gewölbekeller des Weingutes Wick.* in Zell in der Pfalz beim Ölivenölfest
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Danke, liebe Bruni, ich schau morgen mal, was ich im internet finde
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