Materie? Das war mal!

Materie im Sinne von fest, stabil, widerständig, verlässlich – die moderne Physik hat uns das Vertrauen in eine solche Möglichkeit lange schon ausgetrieben. „In Wirklichkeit“ gebe es gar keine Materie, sondern den Tanz der Elektronen, Neutronen und anderen ohnen.

Ist das so, fragte ich den Besenstiel, der neben der Hauswand lehnte. Bist du nicht fest, stabil, verlässlich? Und du, Ast von einem Baum, kann ich dich nicht berühren, umfassen  und, falls ein Einbrecher kommt, dich auf seinem Kopf zerschmettern?

staebe 2

Ja, ja, sagten sie. Ja.  Aber als ich sie „kritisch hinterfragte“ (so sagte man zu meiner Zeit gern), offenbarten sich ihre flüchtigen Naturen.

staebe 2 c

staebe 2 cc              staebe 2 d

Wie soll ich jetzt den Boden fegen und die Einbrecher vertreiben? Wie?

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Commedia dell'Arte, Fotografie, Leben, Natur, Psyche abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

22 Antworten zu Materie? Das war mal!

  1. mmandarin schreibt:

    Ich schicke dir ein paar Heinzelmännchen von Köln, die erledigen alles heute Nacht mit Links. Verlass dich drauf. Marie

    Gefällt 2 Personen

  2. mizzimai schreibt:

    Liebe großartige Künstlerin – nein, ich finde nicht, dass ich da den Mund zu voll nehme😉 Ich verfolge deine Einträge nun schon seit Längerem und bin immer wieder – begeistert, hingerissen, berührt, inspiriert …

    Gefällt 1 Person

  3. waehlefreude schreibt:

    Manche Materie tanzt langsamer und wenn Du flink bist…😉

    …Ein großer Heerführer war bei seinem Herrscher in Ungnade gefallen und sollte geköpft werden.

    Nun hatte der Heerführer einen Henker, der für seine große Kunst, wunderbar köpfen zu können, berühmt war.

    Der letzte Wunsch des Heerführers war also naheliegend und wurde gnädig gewährt.

    Und da kam also der Henker, ölte sein Schwert und ließ es durch die Luft sausen. Und dann wischte er die Klinge sorgsam ab und wickelte das Schwert wieder ein.

    Der Heerführer sehr verblüfft: „War das alles?“ – „Ja“, kam die Antwort; „Versuchen sie einmal mit dem Kopf zu wackeln.“…

    Gefällt 1 Person

  4. Monika schreibt:

    „Was fragst du mich“, antwortete der Besenstiel. Siehst nicht, dass ich nicht „bin“! Der Stock nickte, knackte, splitterte, „Wie ich, nur eine Anhäufung von Wellen, eine Verdichtung.“ Ich bin nicht was du siehst, nur die Vorstellung von dem was du glaubst zu sehen. „Wir können dir nicht helfen“, sagten sie und zerfielen. Lange saß sie unter ihrem Baum am Meer. Ein Wind, immer heftiger werdend blies ins Land und tat das seinige. Nichts blieb und nichts geschah.
    LG. Monika

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Liebe Monika, welch eine schön erdachte, tief traurige Geschichte! Wir sind eben (noch?) nicht fähig, außerhalb der materiellen Welt zu existieren und Dinge geschehen zu lassen. So bin ich froh, dass das Ich einen Baum fand, an den es sich lehnen konnte, als es in die sich entleerende zerfallendeWelt starrte.

      Gefällt mir

  5. gkazakou schreibt:

    Noch ein Kommentar gefällig? Ich wundere mich ein bisschen über euch Feen u Hexen, dass ihr den Besenstiel nicht gleich erkannt habt. Er ist ja reine Flugenergie, die scheinhaft die Gestalt eines Besenstiels angenommen hat. Materie (Holz) ist verhexte Flugenergie.

    Gefällt mir

  6. Monika schreibt:

    Hach, gibt’s Feen und Elfen auch in Griechenland. Ich dachte da gibt es nur Götter!? Aber mal ehrlich, bei der momentanen Verkehrsdichte (Ferien, Urlaub) im Alpenraum und der Abkühlung der Luftschichten, ist es kaum möglich einen Hexenbesen aufsteigen zu lassen. Die Feen und Elfen, in ihren hauchzarten, luftigen Gewändern, frieren (erstarren). Ist nicht….. Keine Bewegung. Aber sie werden kommen, irgendwann.
    LG. Monika

    Gefällt mir

  7. bruni8wortbehagen schreibt:

    hach, wie schön, der Besenstil, der die Einbrecher vertreiben soll, der fest scheint und doch so flüchtig ist. Ich muß mir meinen morgen in der Helle unbedingt genau ansehen. Ich werrde ihn rumdrehen und mir diesen Besen genau betrachten und versuchen, das, was ich da finde, das Flüchtige, auch zu fotografieren *g*
    Ich versuche, mich an jedem Strohhalm festzuhalten, liebe Gerda und ich finde sie, diese Strohhalme…
    Manchmal sind sie anders von der Gestalt und dann ähneln sie schon auch dem Besenstiel und irgendwann werde ich einen erklettern, ihn Sauswiederwind nennen und weg bin ich, Richtung Süden. Aber was tue ich mit meinem kleinen Katerchen? Ich muß dann noch ein wenig warten, bis er stabil genug ist und ihn dann mitnehmen *lächel*

    Das waren Brunis Nachtgedanken und ich grüße Dich herzlich, liebe Gerda🙂

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s