Balltreten

Mir ist heute so gar nicht nach hohen und tiefen Gedanken. Es reicht grad mal, um ein paar Unentwegte gegen einen Ball treten zu lassen. So ehre ich das Klima dieser Tage.

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Mir gefällt das Wort „unentwegt“. Ich wollt, ich wüsste, was sich  die Erfinder dabei gedacht haben. Es klingt irgendwie nach nie begangenen Wegen, nach Neuland, auf jeden Fall hat es was Übermütiges. Das Wort „Balltreten“ gefällt mir nicht so, aber immer noch mehr als „Fußball“, das ich dieser Tage geradezu hasse. Tut mir leid, falls ich da jemandem auf den Fuß getreten habe.

Der Ball, mit dem die zwei Vogelwesen spielen, ist übrigens zweigeteilt. Wenn sie ordentlich dagegen treten, entfaltet er sich, wird zum Schmetterling und fliegt taumelnd davon. Guten Abend noch!

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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15 Antworten zu Balltreten

  1. gkazakou schreibt:

    Aha!
    Herkunft:

    Das Adjektiv unentwegt ist ein ursprünglich schweizerisches Wort, das seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts existiert.[1] Es ist gebildet als Verneinung von entwegt ‚unruhig[1]‘, dem Partizip Perfekt des schweizerischen Verbs entwegen ‚wegbewegen, vom Fleck bewegen‘, das auf das mittelhochdeutsche entwegen ‚auseinanderbewegen, trennen, scheiden‘ zurückgeht.[2] Die Schriftsteller Jeremias Gotthelf und Gottfried Keller verbreiteten unentwegt in ihren Schriften, besonders in denen zur demokratischen Bewegung, auch über die Schweiz hinaus.[1]

    Gefällt 2 Personen

  2. kunstschaffende schreibt:

    Deine Legearbeiten sind wieder sehr bedeutungsvoll geworden!
    Ich sehe darin, wir alle sind der Spielball der Mächtigen und Großen. Und dass seit jeher und unentwegt!
    Und darum macht mir das Wort unendlich Sorge, es ist so, als würde man niemals eine Lösung finden.

    Trotz tief sinniger ernsthafter Gedanken, kann ich auch die Schönheiten des Lebens mit all ihren Facetten wahrnehmen und ich glaube, dass braucht jeder, der nicht in Depressionen verfallen möchte.

    Lieben Dank Gerda, für Deinen wunderbaren Beitrag!

    LG Babsi

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  3. Ulli schreibt:

    Ich ehre deine Transformationsidee am Ende deiner heutigen Worte, ob nun hoch oder tief … wenn das keine Höhe hat und keine Tiefe …
    herzliche Grüsse an dich
    Ulli

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  4. putetet schreibt:

    Auch wenn du Fußball hasst, wäre das eine schöne schöne Vorlage für ein Fußball-Aphorisma🙂
    Schöne Arbeit, LG Alexander

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    • gkazakou schreibt:

      Danke dir, Alexander. Eigentlich hasse ich Fußball gar nicht. Es ist ein Spiel, und Spiele gefallen mir. Es ist nur dies Gedöns drumrum, all diese Aufgeregtheit der Nationen, dies plärrende „Wir“ gegen „Ihr“ etc pp-
      ich freu mich, dass dir mein Bildchen gefällt. Ciao und Gutes Gucken heute Abend.

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  5. Monika schreibt:

    Was für ein toller Beitrag. Solange man etwas in Bewegung hält – unentwegt -, bleibt es in seiner Form. Will man es greifen, zerfällt es zu einem Schmetterling und fliegt davon. Es ist wie mit dem Beitrag der Clowns, die Du so liebst, wenn ich es richtig verstanden habe. Ihre vordergründigen Darbietungen, die uns Lachen machen, aber den Ernst ihrer Botschaft mit nach Hause nehmend.
    Alles hat zwei Seiten (Möglichkeiten).
    Danke für dieses Bild zum Wochenende – es gefällt -.
    LG.Monika

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    • gkazakou schreibt:

      Danke dir Monika! Da hast du einen ganz besonderen Aspekt rausgefischt. „Solange man etwas in Bewegung hält, bleibt es in seiner Form“. Sehr sehr interessanter Gedanke! Nur finde ich nicht, dass der Schmetterling Folge des Formverlustes ist. Es ist die immer mögliche Metamorphose des „Spielballs der Großen und Mächtigen“ (Babsis Ausdruck) zu selbstbestimmter Leichtigkeit, Beweglichkeit und zum Sonnenflug des Geistes.

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  6. Monika schreibt:

    Ich habe dem nichts entgegen zu setzen, außer, dass wir nie wissen, was in der Mitte eines festen, beweglichen Gebilde ist. Mögen es meistens Schmetterlinge sein.
    Dein Bild, welches du gelegt hast, würde ich gern besitzen. Deshalb, weil es mich auf eine unsagbaren Weise anspricht. Vielleicht darf ich es mir ausdrucken, wenn Du erlaubst.
    LG.Monika

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  7. Claudia schreibt:

    Liebe Gerda,
    wenn ich da die beiden Vögel so betrachte, so ganz in der Bewegung, in der sie gerade sind, beide mit Blick auf den Ball, ihr Objekt der Begierde, dann fällt mir – sozusagen auf den zweiten Blick erst – ihre wunderbare Kopfbedeckung auf. Das wäre doch eine tolle Regeländerung bei Länderspielen, dass die Mannschaften mit den für ihr Land typischen Koipfbedckungen spielen müssen?! Was für ein Spaß das wäre und wieviel spannende Verwirrung um verlorene oder beim Kopfballspiel zerdrückte Hüte, Kappen usw. es geben könnte.
    Vergnügte Grüße, Claudia

    Gefällt 1 Person

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