Conquista

(Conquista, zeitgenössische Gravouren, im internet gefunden)

Südamerika – Humboldts Reise – die Silberminen … Noch lässt mich dies Thema nicht los. Ich gehe zurück in die Zeit der Conquista: Die Ermordung der Menschen und die Zerstörung ihrer Kultur durch die Gier der europäischen Königreiche und ihrer Handlanger nach den Edelmetallen des zentral- und südamerikanischen Raums.

Heute zeige ich eine Bildreihe, die vor zwei Jahren nacheinander auf derselben Leinwand entstand. Während ich malte, kamen – mir selbst nicht voll bewusste – Inhalte an die Oberfläche.

Das, was geschah, bleibt unauslöschlich eingebrannt ins kollektive Unterbewusstsein und also auch in mein Unterbewusstsein. Die europäischen Königreiche, gierig nach den Edelmetallen – Gold, Silber – feierten ihre größten  Triumphe. Das Abendland bereicherte sich am blutigen Gold der Inkas. Auf dieser Basis entstand seine Kultur, die wir heute noch bewundern.

Die Bildreihe liest sich für mich so:

Menschen weben im Schein des Mondes einen Lebensteppich – Sie weben ihn aus Sternenlicht – dann kommt der Mord über sie, der Teppich wird von Blutströmen getränkt, der Mond wird zum Blutmond, zur blutroten Sonne  – die Welt steht auf dem Kopf – langsam tritt aus dem Gewirr der Farben eine Szene hervor: in der Mitte der geschundene Inka und sein Seelenwesen, um ihn herum die Mörderbande mit glänzenden Rüstungen und viehischen Gesichtern. Ein dicker Mops hat die Sonne gefressen.

1 Bild 4

3 Bild 4, am 2.8.

Sie weben den Lebensteppich aus Mondschein und Sternenlicht

4 Bild 4, Stand 3.8

 Blutmond

5 Bild 4, Stand 3.8

Die Welt kopfüber. was oben war, ist unten.

 

11

Das Bild, das mir blieb

11a die direkten Täter 11b

Bild 4 Stand 3.8

der Mops, der die Sonne fraß

11d

der tote Inka und seine Seele

Heute las ich ein Gedicht, das Tristan Rosenkranz in seinem Blog Heaven’s Food veröffentlichte. Ich setze es hier anstelle eines Kommentar hinzu, Tristans Einverständnis voraussetzend.

Béatrice Tanner | Schmerz

Und manchmal ist in dir ein Schmerz, so ur-uralt,
dass du ihn nicht, niemals mehr
mit dem Verstand be – greifen kannst.
Und während er in dir wütet und das Glück bekämpft,
wirst du hineingezogen in einen dunklen Strudel.

Es brennt.
Es schmerzt.
Es weint.

Das Leben weint in dir,
während die Stimmen der Vergangenheit
sich im Tanz aus hell und dunkel vermischen.

Lass es brennen.
Lass es wüten und weinen.
Lass es sein.
Sein.

Es wird verwandelt
im Feuer einer Liebe,
die älter ist als alles.

Du trägst diese Liebe in dir.
Du bist aus ihr erschaffen.

Im Innersten heil.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, alte Kulturen, Ökonomie, Katastrophe, Psyche abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Conquista

  1. barbarabosshard schreibt:

    von tiefst unten nach oben. bewusstseins erweiternd. danke.

    Gefällt 1 Person

  2. gkazakou schreibt:

    mein Dank dir, Barbara, fürs Verstehen..

    Gefällt mir

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