Der Mythos von Sisyphos ist sprichwörtlich für eine qualvolle aussichtslose Lebenssituation: Sisyphos ist in die unterste Unterwelt, den Tartaros, verbannt. Dort muss er in alle Ewigkeit einen schweren Felsbrocken einen Berg hinaufrollen. Jedes Mal, wenn er fast den Gipfel erreicht hat, rollt der Stein wieder donnernd ins Tal, und die Arbeit beginnt von Neuem.
Wer war Sisyphos und warum wurde ihm die Strafe auferlegt?
Einst war er König von Korinth und mit Weisheit begabt. Doch wollte er nicht sterben. Zweimal überlistete er, zum großen Ärger der Unsterblichen, den Tod, der ihn schließlich nicht als Schicksal, sondern als Strafe ereilte.
Sisyphos wurde in seine Grenzen als sterblicher Mensch gewiesen. Seine Strafe wirkt bis heute als abschreckendes Beispiel für alle Menschen, die gegen die Götter aufmucken.
Ein anderes, ebenso bekanntes Beispiel ist Prometheus, der an den Kaukasus gefesselte Menschenfreund, dem ein Adler die Leber wegfrisst. Aber das ist eine andere Geschichte.
Das Bild „Kleiner Sisyphos“ spielt auf die Schuldenfalle an, in die das griechische Volk geraten ist. Kein Schuldenschnitt, sagen die Götter, denn Strafe muss sein. In alle Ewigkeit sollst du büßen für die Sünden deiner Väter. Im übrigen müsse die Schuld sowieso erst in der fernen Zukunft bedient werden. Durch wen? Nun, durch die, die heute noch in den Windeln liegen oder noch gar nicht geboren wurden, durch den „kleinen Sisyphos“. Schöne Aussichten!


Pingback: Mit Blick auf die Akropolis | GERDA KAZAKOU
Es gibt derzeit eine schöne Serie bei Arte über einige griechische Mythen, kann man auch bei youtube finden. Darunter auch eine Folge, die sich mit Mythen und Schicksalen rund um den Tartaros befasst.
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Herzlichen Dank für den Tipp! Meist kann ich die Arte-Filme hier nicht bekommen, aber mal sehen, vielleicht klappt es.
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Findest du auch bei youtube, nennt sich „Die großen Mythen“. 🙂
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Diese Auslegung ist gut zu verstehen, liebe Gerda.
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