Ich lese mal wieder in Paul Klees „Pädagogischem Skizzenbuch“, das ich in einer schönen kleinen Edition von Florian Kupferberg, 1965 besitze. Die Erstausgabe erschien 1924 im Rahmen der Bauhaus-Veröffentlichungen. Mein Exemplar ist zwar etwas durchweicht, aber zum Glück ist der Wasserschaden auf den Umschlag beschränkt.
Im Juni will ich die Lektionen des Büchleins in meinem Kalenderbuch durchnehmen, um gründlicher zu verstehen und auf meine Art umzusetzen, was Klee über Linien, Flächen, Strukturen, Perspektiven usw seinen Studenten zu sagen hatte.
Um mich schon mal anzuwärmen, habe ich mich heute durch Kapitel I,1, Figur 1 zu einem Mini-Kunstbuch anregen lassen. Sie zeigt eine frei schwingende Linie. Die Legende sagt: „Eine aktive Linie, die sich frei ergeht, ein Spaziergang um seiner selbst willen, ohne Ziel. Das agens ist ein Punkt, der sich verschiebt.“
Eine frei spazierende Linie – was gäbe es Passenderes für diese schönen letzten Maientage! Ich ließ den dicken Filzstift über die winzigen Blätter des Mini-Zines laufen, wie sie wollten. Danach nahm ich meine Buntstifte.
Der Reihe nach (die Farben sind in Wirklichkeit viel wärmer und lebhafter)



