Tagebuch der Lustbarkeiten: gelber Klee

Nach einer sehr stürmischen Nacht ist mein weißer Rosenbusch leider nicht mehr wiederzuerkennen: eben noch voller Blüten, ist er nun fast kahl.

An allen Horizonten bauen sich neue hohe Wolkenberge auf, manchmal  tröpfelt es auch, nieselt, aber die Sonne setzt sich immer wieder durch. Bei einem Spaziergang die Straße hoch leuchteten mir die Terrassen der Olivenhaine in kräftigem Goldgrün entgegen. Das Gold hat der gelbe Klee hinzugefügt, der nun überall blüht. Er wendet seine kleinen Kelche der Sonne zu, egal wo sie grad steht, und trinkt und trinkt das Sonnenlicht, um es verwandelt zurückzustrahlen.

Die Olivenbäume in diesem Hain sind verbuscht. Das geschieht, wenn sich die Menschen nicht kümmern. Da die Bautätigkeit wieder stark zugenommen hat (uns gegenüber entstehen drei neue Häuser, vermutlich um sie an Touristen zu vermieten) und so mancher Bauer meint, mit einem Häusle mehr Geld verdienen zu können als mit dem Öl, vermute ich, dass auch auf diesem schönen Feld bald ein Bagger stehen wird.

Dem gelben Sauerklee wird das aber nichts anhaben können. Der ist widerständig. Wo er sich einmal angesiedelt hat, lässt er sich nicht mehr vertreiben. Und bietet seinen goldenen Trichter den Bienen dar.

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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7 Responses to Tagebuch der Lustbarkeiten: gelber Klee

  1. Das erste Bild ist wunderschön.

    Bei uns blühen die Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse, Leider war der Sichtungsgarten geschlossen und ich konnte die Freudenbringer nicht bewundern.

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  2. Avatar von pflanzwas pflanzwas sagt:

    Das sieht so schön aus! Hoffentlich bleibt das Stück Land verschont.

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