Diese Rubrik füllt sich gerade mit sehr vielen Bildern. 32 sind es diesmal, und ein weiterer Stapel wartet. Die meisten sind gerahmt und hinter Glas. Etliche hatte ich bei mir an den Wänden hängen oder auch ausgestellt. In der Regel sind sie nicht viel größer als ein Schreibmaschinenblatt. Aber jedes enthält eine ganze Welt. Oder sogar mehrere Welten.
Einige möchte ich einzeln herausgreifen. Dabei geht es nicht um Präferenzen, sondern darum, die Aufmerksamkeit zu konzentrieren. Meine Interpretationen sind nicht verbindlich.
Beginnen wir beim letzten: Hier baut sich eine heroische Landschaft auf aus Klebestreifen, Wasserfarbe, Spuren von Ölkreiden, Abdrucken und zwei Bildchen, die ich aus Journalen ausschnitt und die dem Ganzen eine Art message mitgeben. Welche das ist? Das bleibt dem Betrachter vorbehalten.
Felder aus gelbem Ocker und Silberfolie, Klebebänder und kleine Bildausschnitte, einer mit Schrift haben diese Landschaft hervorgebracht.
Hier sind Zeitungsausrisse und schwarze Pinselschrift tonangebend. Ein Auge schaut und sucht den Sinn zu entziffern. Was ist geschehen?
Dieses Bild gehört eigentlich nicht in die Reihe, denn es ist keine Collage, nur mit Pinsel, Wasserfarben undTinte gemalt, doch ähnelt es im Bildaufbau den Klebebildern. Es ist während einer Reise nach Hamburg, der Stadt des Wassers und der Brücken, entstanden.
Sehr leicht der Bildeindruck. Schrift ist hier nicht Sinnträger, sondern Arabeske und Attribut.
Leicht scheint auch dieses zu sein, doch die Fesselung durch die Klebebänder wirkt wie eine Verneinung. Was dahinter ist, muss dahinter bleiben, da hilft auch kein Drängen.
Ähnlich ist dieses in seinem rhythmischen Aufbau, doch die Wirkung ganz anders. Denn hier drängen die großen Formen nach vorn, andere drängen nach, es gibt kein Halten.
Weh und verweht ist hier das Schöne, das einst die Augen entzückte.
Gräberwelten. Schutt und Zerstörung.
Verlassen von Menschen das, was ihnen einmal Heimat war
Auslöschung, Vergessen: das Bild entstand, indem ich die Klebestreiben entfernte. Dahinter entfaltet sich eine Welt, die kaum noch zu erkennen ist, aber vieles verspricht.
Auf diesen Hügel wohnten Menschen, bauten ihre Stadt. Man sieht sie noch als durchsichtige Form, ähnlich den Bodenradar, das die Archäologen benutzen (hier).
Hier kamen auch Sand und Splitter zum Einsatz. Eine verschüttete Siedlung.
Auch dies nächtliche Bild gehört streng genommen nicht in diese Rubrik. Es passt aber vom Ausdruck und Format in die Reihe.
Hier höht und betont die grüne Ölkreide die noch erkennbaren Strukturen einer Bebauung. Npoch frühere oder auch spätere Schichten existieren daneben.
Und noch ein letztes.
















































Solche arbeiten sind sehr intensive Phasen. Ist davon etwas ins sonstige Leben eingedrungen?!
Sonst wäre es eigentlich schade.
Vielleicht bin ich da zu extrem, aber intensive künstlerische arbeit sollte den menschen verwandeln.
Aber so ist es nicht, was wirklich merkwürdig ist.
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Danke dir für deinen Kommentar, Gerhard. Ich meine, dass ich ein Leben lang in einem Wandlungsprozess mich befinde, dass dieses mein Leben eingebettet ist in die Wandlungsprozesse der Welt, und dass sich das in meiner Kunst ausdrückt. Manchmal sind die äußeren Impulse stärker und überwältigen mich fast, manchmal ist die innere Entwicklung führend.
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Meine jetzige Serie rührt von „Rautengefässen“ von vor 10 Jahren her – das ist mir erst jetzt klar.
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Schön, wenn einem solche Verbindungen bewusst werden. Ich komme jetzt beim Sortieren auch auf Zusammenhänge, die mir nicht so klar waren.
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Eine innewohnende Spannung,die aus einem Kasten einen Kasten mit Rauten als Wände macht. Diese Spannung macht sich jetzt in anderer gestalt breit als schnellender Schwung etwa.
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Sehr gedankenanregend, lieber Gerhard. Das Moment der Raumspannung wird als gemeinsame Wurzel äußerlich ganz unterschiedlicher Skulpturen erkennbar.
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Da wird man ganz tief nachdenklich…..
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Daß ich dies einmal als Kunst erkennen würde, hätte ich nicht geahnt: Kunst, die bewegt und verändert, um vieles neu zu sehen🙋✨🌿🧡🌟
Da hast Du aber auch den Kubismus neu erkannt und erlebt und dargestellt, Gerda.
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Ich freue mich, Gisela, dass du diesen Schritt in Richtung einer anderen Kunstauffassung mitgehen kannst.
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Damit habe ich aber nicht einer „anderen Kunstauffassung“ das Wort gegeben.
Das, was immer schon große Kunst war, bleibt es auch. Ich denke, da sind wir einer Meinung, Gerda.
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Ja, sicher, Gisela. Es geht darum, dass die Kunst die Impulse der Jetztzeit aufnimmt – das tat sie immer und muss es auch heute tun. Das bedeutet nicht, sich an die Aktualität dranzuhängen, es bedeutet, die allgemeine Weltentwicklung in sein Bewusstsein aufzunehmen und im künstlerischen Tun wirken zu lassen.
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Das hast Du wunderbar gesagt, Gerda. Dafür gibt es kein „Entweder-Oder“
und auch keinen Stillstand der Entwicklung.
Nur ob die Entwicklung aufwärts oder abwärts führt, liegt in unserer Hand.
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Danke, Gisela. Das mit dem „aufwärts- und abwärts“ ist sone Sache. Der weise Heraklit sagte, aufwärts und abwärts sei ein und dasselbe.
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Darin stimme ich mit Heraklit nicht überein, Gerda.
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Heraklit war wohl der erste Dialektiker, der erkannte, dass Aktion und Reaktion, Höhe und Tiefe, Gut und Böse das Auseinandertreten des Einen und Ganzen in polare Gegensätze sind und dass dies Auseinandertreten die Geschichte antreibt. Ohne diese Bewegung gäbe es keine Geschichte, es gäbe überhaupt nichts. Er nannte es den „Krieg“, der der Vater von allem sei.
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So sah es Heraklit. So aber sehe ich es nicht, und an Krieg dachte ich absolut nicht.
Ich dachte es eher im Sinne von Entwicklung.
Es gibt Aufwärts- und Abwärtsentwicklungen…
Übrigens hat das auch kein Geringerer als Wilhelm Busch erkannt, als er in Versen und Zeichnungen darstellte, wie einfach es ist zu fallen, aber wie mühevoll, wieder hinaufzuklettern….
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o ja!
„Wenn einer, der mit Mühe kaum
geklettert ist auf einen Baum,
schon meint, dass er ein Vogel wär,
so irrt sich der.“
Einen schönen Sonntag wünsch ich dir!
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Aber es gibt noch ein anderes Wort, auf das ich gerade nicht komme.
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ich mag diese wilden bilder von dir.
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Danke Ralph!
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und in jedem Deiner Bilder stecken Deine Gedanken, die sich mit dem Lauf des Lebens verändern, die mit erleben und teilhaben an allem, was um Dich geschieht
. Die Kunst als Mittel des Ausdrucks.
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Ja, Bruni. Als ich nach Griechenland kam, brauchte ich ein Ausdrucksmittel, weil mir die Sprache fehlte. Die fand ich dann in der Malerei.
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und wie gut hast Du sie gefunden, Deine Ausdrucksmittel!
Besser hätte es doch gar nicht sein können.
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Danke, Gerda, genau diese Worte vun W.B. meinte ich.
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