Eine große Gruppe mittelgroßer und kleiner Bilder habe ich noch gar nicht in Angriff genommen. Wie soll ich sie bezeichnen? Schön im herkömmlichen Sinne sind sie nicht. Sie sind durchdrungen vom Gefühl einer heranrückenden oder bereits stattfindenden Katastrophe, einem Zerreißen, Zerfallen, Übertünchen, künstlichem Zusammenhalten und Flicken von Weltzuständen.
Palimpste nenne ich Bilder, bei denen ich eine Schicht so über die andere gearbeitet habe, dass sie Überschreibungen ähneln, wie sie die Mönche anfertigten, wenn sie alte Pergamente auskratzten und neu beschrieben. Es handelt sich um kleine Blätter. Benutzt habe ich Gouche und Ölkreiden.
Eine umgekehrte Wirkung haben die Klebestreibenbilder, bei denen ich Gemaltes überdecke und zum Verschwinden bringe. Auch dies eine kleinformatige Arbeit.
Mit Klebestreifen, die mir Struktur liefern, und minimaler Farbe arbeitete ich eine Zeitlang kleinformatig wie hier (auf einem Stück Pappe) …
oder hier, wo die Klebestreifen die Struktur des Tempels bilden, der unter der Wucht der Kriege zerbricht und in Flammen aufgeht (Titel „Knossos“)
aber auch in Großformaten, dort allerdings mehr als sichtbares Hilfsmittel, um andere Papiere zu fixieren. Einige zeigte ich gleich zu Beginn dieser Bilderschau.


Zerbrechlichkeit und Flickschusterei – das war es, was ich wiedergeben wollte, und die Klebestreifen waren mir das passende Ausdrucksmittel.
In ähnlicher Absicht machte ich eine Vielzahl von Collagen aus Papierfetzen, zunächst noch anspielend auf reale Ereignisse und Szenerien…
dann aber zunehmend vollkommen abstrakt.
Die meisten dieser abstrakten Collagen habe ich gerahmt und hinter Glas gebracht, etliche hängen in meinem Raum in Athen, aber auch im Atelier fand ich eine große Zahl. Die werde ich morgen fotografieren und hier zeigen.
Eine Collage, die ich digital entfärbt habe (im Original ist sie farbig), zeigte ich 2015 unter dem Titel zerbombt und schrieb dazu: „Es gibt Tage, da mag ich nicht reden, weil die Dinge, die um mich herum geschehen, unaussprechlich sind“.
Aber es gibt dann auch wieder Tage, wo ich reden mag, obgleich die Dinge ebenso unaussprechlich und noch viel schlimmer sind, und wo ich dennoch versuche, Bilder zu malen und zu zeichnen, die die Harmonie und Schönheit der Menschen und der Natur widerspiegeln.




















deine Bilder sind alle ausdrucksstark. Schön, dass du sie uns zeigst 🙂
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Es ist das ausdrucksstarke, das ausdrückliche , das deinen Bildern die starke Sprache verleiht.
Man sieht sie an und weiss, was Dich beim erschaffen bewegte…
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Ganz herzlichen Dank euch beiden!
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Die sprechen mich ausnahmslos an, Gerda! Immer noch „erfüllt von der Fülle deiner Kunst“.
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Das klingt schön, danke, Christine. Und selbst?
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deine nichtgegeständlichen bilder ziehen mich besonders an. das mit den vielen blautönen gefällt mir gut.
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Danke Ralph! Ich vermute du meinst das letzte in der Übersicht, das ich „Knossos“ nenne?
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Eine eindrucksvolle Werkschau ist das Überblick – Verschaffen geworden.😍
Lieben Gruß!
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Herzlichen Dank, Ele!
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Ich empfinde, Du mutest dem Betrachter etwas zu viel zu. ;-)Jedes Werk verdient ja einen Kommentar … und zwar hinsichtlich vieler Aspekte wie Technik, Format, Mittel ect.
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Ja, Gerhard. Ich weiß das, und je mehr Bilder es werden, umso schlimmer. Aber was soll ich machen? Ich will ein gesamtes Werkverzeichnis anlegen. Zugleich möchte ich die Arbeiten im Netz zugänglich machen, um evtl Interessenten anzusprechen. Wenn ich sie einzeln vorstellen würde , wäre ich in zwei Jahren nicht fertig. Sobald ich hier durch bin und wieder Neues schaffen kann, werde ich die Einzelpräsentation vorziehen.
Du hast ja auch eine Menge Keramiken geschaffen. Hast du für dich mal ein Register angelegt?
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Nein, ein Register habe ich nicht angelegt.
Mein Bruder hat ein solches mal gemacht für die Dinge, die ich ihm zukommen lies.
Meine „Kritik“ bezog sich ja auf den „Verramschcharakter“, den diese Dinge so bekommen.
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Auch da gebe ich dir recht. Nun habe ich aber einmal diesen Weg gewählt, und frage mich, ob es nicht das beste ist, ihn auch bis zu Ende zu gehen. Tatsache ist, dass ich selbst in der Masse der Bilder ertrinke…Ich denke nach, wie ich es besser machen kann.
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The amount of work you have done is amazing but I knew you are a prolific artist, one who cannot stop. I like the first four enlargements very much here. And what you said in 2015 of course still applies today, even more. Will it ever end?
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Thank you so much, dear bluebrightly to pass by. There are no „enlargements“ here, if I understand wht you mean. These four palimpsests are smal, maybe format half of A4.
Perhaps you did not read about the purposes of this oversight. So I will explain, just for your information: first, I wanted to get rid of older work to win space. But as I looked at my work and fotografed it I was not able to throw it away. I could do something more useful. What could that be? We have built in the days of Covid a wonderful group of women to help each other. Now we are helping people in distress. So I thought to show all pictures, and whoever wanted one could take it and in response give some amount of his own choice for the purpose of the group. My dear blogging friends liked the idea, and some decided to take one or two pictures.
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Hi Gerda, Thanks for clarifying what is behind this review of your work. What a nice thing to do!
When I said enlargements I only meant the images that are shown larger above. By the first four I mean the ones that come after the photo that shows all of them together. 🙂
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I understand, thanks.
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