Andalusienreise (5): Sevilla-Potpourri

Sich treiben lassen in Sevilla, durch die Gassen, die Kirchen und Paläste, dann wieder am Ufer des Guadalquivir entlang, bis die Füße nicht mehr wollen, und man bereit ist, auch mal ein Bötchen zu versuchen, um die Stadt vom Fluss aus anzusehen, oder auch eine Pferdekutsche zu nehmen, um den riesigen Park des Parlaments nicht ablaufen zu müssen… Und Bilder in sich einzusaugen.

Zum Beispiel die Holzschnitzereien in den Kirchen. Diese Kunst der Schnitzerei ist wirklich bemerkenswert, wird bei all der Pracht der Kirchen oft übersehen, da sie sich meist, aber nicht immer, an eher bescheidenen Nebenfiguren und Ornamenten abarbeitet.

O, da ist mir doch zwischen die hölzernen ein lebendiger Vertreter der Tierwelt geraten! Dieser brave Gaul zog uns durch den Maria Luisa Park, in dem das Parlament seinen Sitz hat, und auch noch durch die Straßen rundum, so dass wir das große Reiterstandbild eines sicher bedeutenden Spaniers hoch oben auf dem Sockel von allen Seiten betrachten konnten.

Da wir schon bei Pferden sind: mein Mann verguckte sich in Don Quichote auf seiner Rosinante, die ein spanischer Künstler in einem kleinen Geschäft in verschiedenen Versionen anbot. Ich habe diesen liebenswerten edlen Träumer ja auch sehr gern und schon bisweilen abgebildet (hier), aber Sancho Panza mit seinem Esel Rucio, was einfach Esel bedeutet, liegt meinem Herzen noch ein bisschen näher.

Bei der hohen Kunst, die in den Kirchen und Palästen dargeboten wird, haben es solche kleinen, leicht als Nippes verachtete Werke gar nicht leicht zu bestehen. Noch eine Stufe unterhalb und dem Herzen der Menschen noch näher sind dann die Auslagen in den Geschäften, die durchaus einen zweiten Blick verdienen.

Damit man den Bummel durch die Straßen auch bei extremer Hitze überlebt (immerhin hatten wir Ende September stets um die 36 Grad im Schatten), hat sich die Stadt etwas Kluges ausgedacht. Ich schaute nach oben und staunte ob des Erfindungsgeistes des Menschen. 

Mit dem Boot lässt sich ebenfalls ein Teil des Sightseeing-Programms bequem absolvieren. Unseres war klein, nicht mehr als drei Pärchen, der Fährmann und wir drei hatten darauf Platz. Und so kurvten wir, in diversen Sprachen vom Band belehrt, was sich an den Ufern zeigte und wann jene Brücke gebaut wurde, einmal längst und quer der Stadtkulisse. Ich habe bei solchen Belehrungen leider taube Ohren und steige hinterher nicht klüger vom Boot.

Diesem Sevilla-Potpourri werde ich morgen noch ein besonderes Highlight anfügen. Oder übermorgen. Denn morgen wollen wir zurück in die Mani fahren. 

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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11 Responses to Andalusienreise (5): Sevilla-Potpourri

  1. Euch dabei in Deinen Bildern und Worten zu begleiten, ist sehr schön.😊🖐️💕

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  2. Avatar von Unbekannt Anonymous sagt:

    Oh, du warst in Sevilla, Gerda, wie schön. Eine meiner Lieblingsstädte, auch wenn ich nur einmal dort war. Danke für die Impressionen. Ich habe mir dort die Hacken ab- und Blasen gelaufen, die Idee, auch mal ein Boot zu nehmen, war sicher nicht schlecht! In der wunderbaren Stadt gibt es soviel zu sehen, auch abseits der beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, allein die Altstadtgassen, auch im jüdischen Viertel, sind sehr charmant.

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  3. Sevilla ist „Gold“. War zweimal bisher dort…

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  4. Sevilla muß zauberhaft sein! Deine Bilder alleine machen schon sehr neugierig.

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  5. Avatar von rotewelt rotewelt sagt:

    Mein Kommentar zu „Ankommen in Sevilla“ sollte eigentlich hier erscheinen. Ich bin anscheinend nicht mehr wordpresstauglich, pardon. Das heißt, eigentlich lag es an meinen vergeblichen Kommentarversuchen hier und da (die Anmeldung klappte nie).

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