Andalusienreise (1) Wartezeiten (tägliches Zeichnen)

Gestern sind wir vom einwöchentlichen Tripp nach und durch Andalusien zurückgekehrt, vollgestopft mit Eindrücken und Bildern. Noch weiß ich nicht, wie ich hier im Blog damit umgehen kann. Mir fehlt Dora, die meine letztjährige Italienreise begleitete und die Ausbeute steuerte. (hier)

Da ich Dora nicht hier habe, muss ich selbst eine Art Systematik erfinden.

Ich beginne mit den Wartezeiten und meine Skizzen: Man sitzt auf solch einer Reise ja immer wieder in Abflughallen und Bahnhöfen herum und hat Zeit, die anderen Herumsitzenden und -stehenden zu betrachten, vielleicht auch zu skizzieren.

Wie diesen Herrn, der, die eine Hand in der Hosentasche, den Rollkoffer und die Reisetasche mit der anderen haltend, sich einen Moment  in meinem Gesichtsfeld aufhält. Wo? Auf dem Flughafen Ev. Venizelos von Athen, am 26.9. abends. Diese Menschen warten wie wir darauf, das Flugzeug der Aegean Airways nach Sevilla zu besteigen. 

Im Flugzeug warten wir noch eine geraume Zeit, bis es endlich startet. Um mir die Zeit zu verkürzen, zeichne ich die Stifte in meiner Hand.

Im Flughafen San Pablo von Sevilla – inzwischen sind wir durch die Nacht geflogen und sicher gelandet, und es ist halb eins in der Nacht – geht es erneut ans Warten, denn unser Sohn, der von Berlin aus zu uns stoßen will, wurde nicht ordentlich in die Pagassierliste eingetragen, kann seinen gebuchten Flieger nicht besteigen, sondern muss ein neues Ticket lösen. Eine halbe Stunde später taucht er auf. Zum Zeichnen fehlt mir die Ruhe. Aber Fotografieren geht immer.

Da sieht man dann auch, wie schwer es ein Zeichner hat: denn der anscheinend unbeweglich an der Wand lehnende Mann hat zwischen dem Knipsen seine Hand bewegt, und der Mann im blauen Polohemd ist an der Schwarzgekleideten vorbeimarschiert…

In unserem kleinen Apartment in Sevilla warte ich anderntags darauf, dass Mann und Sohn von ihrer Siesta erwachen. Zeit, den „Salon“ mit Tisch, Schrank, Kabeln, TV, strubbeligen Blumentöpfen und neu erworbenem Strohhut zu zeichnen. Endlich ein unbewegtes Objekt! Da nehme ich sogar den großen Block zur Hand.

Meistens ist die Zeit jetzt mit Herumgehen, Schauen, Staunen, Essen vollgestopft, und so kann ich nur noch mit einer Wartesituation und drei Skizzen aufwarten: im Bahnhof von Cordoba, wo wir den Zug nach Madrid nehmen werden, um von dort zurück nach Athen zu fliegen.

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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9 Responses to Andalusienreise (1) Wartezeiten (tägliches Zeichnen)

  1. Einfach genial was Du in kurzer Zeit, die Dir zur Verfügung steht, auf das Papier zauberst! Das ist zeichnerisches Können!

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  2. Avatar von Verwandlerin Verwandlerin sagt:

    Schön, dass du wieder da bist.

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  3. Gute Skizzen und interessante Fotos. Das war sicher ein schönes Wiedersehen am spanischen Treffpunkt.

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  4. Avatar von Linienspiel linienspiel sagt:

    Gerda, deine Zeichnungen von den Menschen faszinieren mich. Die Körperhaltungen, die Gesichtsausdrücke, die gesamten Szenerien als solche. Und was die Zeichnung der unbewegten Objekte anbelangt: Einen entzückenden Strohhut hast du da erworben!

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  5. Avatar von Myriade Myriade sagt:

    Ein origineller Ansatz für eine Reisebeschreibung 😄

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  6. Avatar von hanneweb hanneweb sagt:

    Herzlich willkommen zurück, liebe Gerda und diese Zeichnungen von den Wartezeiten sind dir ganz toll gelungen!
    Trotz einigen Problemen beim zu euch dazustoßen deines Sohnes in Sevilla hattet ihr bestimmt eine schöne und interessante Zeit und freue mich nun schon sehr auf deine Berichte darüber!
    Liebe Grüße, Hanne

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  7. Zuerst mal: Herzlich willkommen zurück, liebe Gerda!
    Wie gut, daß Euer Sohn trotz allem noch so schnell zu Euch stoßen konnte!
    Ich hatte schon überlegt, ob Er diesmal wohl mit dabei sein wird *lächel*

    Deine Skizzen sind ganz prima, sie sind wie ein Entré in Deinen Reisebericht, der sicher folgen wird 🙂

    Ich komme immer ein bissel zu spät, hast Du mit Sicherheit schon lange bemerkt. 🙂

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  8. Feiner Einstiegsbericht 🙂

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