Welttheater 2. Akt, 11. Szene: Unwetter droht

Was zuletzt geschah: Am Himmel hat sich dunkles Gewölk zusammengezogen. Schurigel verlässt unter dunklen Reden die Bühne.

Hera:

Ich hör ihn grollen, meinen Gatten

ihm passt’s nicht, wenn wir lustig sind

Am liebsten würd ers nicht gestatten

und trieb uns fort mit Blitz und Wind.

 

Domna (selig die Flügelarme ausstreckend)

Regen, Regen,
Himmelssegen!
Bring’ uns Kühle, lösch’ den Staub
Und erquicke Halm und Laub!

Regen, Regen,
Himmelssegen!
Labe meine Blümelein,
Laß sie blüh’n im Sonnenschein!

Regen, Regen,
Himmelssegen!
Nimm dich auch des Bächleins an,
Daß es wieder rauschen kann!*

Clara (ängstlich weinend)

Ich habe Angst, ich mag nicht bleiben

wenn es da oben blitzt und grollt

wenn böse Geister Unfug treiben

ein Kopf wohl über Treppen rollt!

Jenny:

Ich sags ja, du bist blöd geblieben

wo siehst du böse Geister, Kind,

die Totenköpfekugeln schieben?

Wer Krach macht, das ist nur der Wind.

Danai:

Ich hör ihn auch, den Donnerton

Der Himmel ist ganz finster schon

es gibt wohl Regen, und die Stadt ist weit

Um Schutz zu suchen, bleibt uns wenig Zeit.

 

Ihr könntet, wenn ihr wollt, bei mir schnell unterkriechen

ich hab ne Höhle, die ist gar nicht schlecht

so ähnlich wie schon bei den alten Griechen

ich zeig sie euch, wenn es euch recht.

 

Danais Höhle

—————————–

* Dieses „Kinderlied“ von Heinrich Hoffmann von Fallersleben entnahm ich Christianes Sammlung „Regensucherin“

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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6 Antworten zu Welttheater 2. Akt, 11. Szene: Unwetter droht

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Das Drama schreitet ja schnell voran von einer spannenden Szene zur nächsten. Und dazu all die vielen Gedichte mit Reimen, – und Bilder mit Wolken und Regenschauern hineinprojziert. Du scheinst Dich wirklich auch auf dem technischen Gebiert bestens auszukennen, Gerda, und machst daraus ein spannendes Ganzes.

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Hinzu kommen Deine Gemälde als als wechselnde Kulisse.

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  3. Mitzi Irsaj schreibt:

    Deine wunderbaren Beiträge passen gerade so gut zu meinem Versinken in Dante. Nicht dass ich die Texte gleichsetzen möchte, aber beide lesen sich anders und ich muss mich auf andere Art darauf einlassen. Das fordert und gefällt mir.

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