abc-etüde: Kata-strophisches Waidmannsheil

abc.etüden 2022 03+04 | 365tageasatzadayWackelpudding
unverdrossen
knistern.

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2022/01/16/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-03-04-22-wortspende-von-stachelbeermond/

Waidmannsheil

΄s ist Winter noch, der Wind geht kalt

Der Jäger Max schleicht durch den Wald

Schnee fällt vom Aste, wenn es weht

und knistert leis, wo Maxe geht

*

Was will er wohl? Du kannst es raten:

Er träumt von einem Hasenbraten

Und Wackelpudding als Dessert

Denn diese Speisen liebt er sehr.

**

Das Häschen hat sich rausgetraut

Und knabbert froh an einem Kraut

Denn leider ist sein Magen leer

Und Runkelrüben gibts nicht mehr.

***

Der Jäger hat den Has erblickt

Und sich schnell in den Busch verdrückt

Er hebt die Büchse fest entschlossen

Und hätte sicher auch geschossen

**

Wenn, ja, wenn dort ein Hase wär!

Doch der ist dort schon längst nicht mehr.

Er rannte weg und unverdrossen

Hat er woanders Kraut genossen.

*

΄s ist Winter noch, der Wind geht kalt

Der Jäger Max schleicht durch den Wald

Der Schnee der knistert wo er geht

Und fällt vom Aste, wenn es weht.

 

Diese Zeichnung gehört zu einem Eintrag vom Otober 2016: „Der Jäger verfehlt den Hasen und andere Spielereien“.  Dazu schrieb ich: „Beim dritten Bild kurvte der Stift ein bisschen länger herum, und so entstand ein dickbäuchigen Jäger, der vergebens versucht, einen Hasen zu erschießen. …“

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter abc etüden, Dichtung, Katastrophe, Kunst, Leben, Meine Kunst, Natur, Tiere, Zeichnung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

20 Antworten zu abc-etüde: Kata-strophisches Waidmannsheil

  1. Da sitz ich nun und bin froh für Maxe, im Wissen, dass hier am Mittwoch versprochen Kaninchen für Gäste auf dem Tisch stehen wird… und in mir nagt das Gewissen im Denken an Maxe, den ich dem Jäger nicht gegpnnt hätte….

    Ein schönes Gedicht, ein unterhaltsames, mitreissendes, fliessendes, versöhnliches.

    Gefällt 1 Person

  2. Christiane schreibt:

    Hihi. Ich gestehe, ich hatte Loriot im Ohr mit seinem famosen Adventsgedicht 😎 😁
    Aber ich weiß es sehr zu schätzen, dass weder der Jäger noch das Häslein zu Schaden kommen – anders als bei Erstgenanntem 😉
    (Ich lese deine Reimereien so gerne – da könnten sich einige zum Thema Metrum bei dir was abgucken 😎😉.)
    Abendgrüße 😁🐅🍷🍪👍

    Gefällt 4 Personen

  3. Random Randomsen schreibt:

    Es spricht der Max: „Ei, dieser Hase
    Hat eine äußerst feine Nase
    Wenn er den Braten riechen kann
    Bevor er schmort in meiner Pfann“

    Der Has‘ ist darob sehr vergnügt
    Dass er nun nicht im Pfeffer liegt
    Dieweil der Maxe missgestimmt
    Mit Wackelpudding Vorlieb nimmt

    😉

    Gefällt 6 Personen

  4. Gisela Benseler schreibt:

    Eine feine Skizze, so leichte Linienführung!

    Gefällt 1 Person

  5. Werner Kastens schreibt:

    Herrlich, noch besser als der „wilde Jägersmann“ im Struwwelpeter!

    Gefällt mir

  6. stachelbeermond schreibt:

    Groooßartig! Ich fühle mit Jäger und Hasen… alles fliesst und in diesem Fall hin zu einem versöhnlichen Ende mit einem überlebenden Hasen. So würde ich auch gern dichten können…

    Gefällt mir

  7. Pingback: Schreibeinladung für die Textwoche 05.22 | Extraetüden | Irgendwas ist immer

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