Überblendungen 3: Hafengebäude, Boote, Wasserflasche

Das Spiel mit Überblendungen von Foto und Zeichnung lässt sich in viele Richtungen erweitern.

Hier habe ich die gewaltige Klinkerbau-Ruine am Hafen verdoppelt:

Die Zeichnung überblendet teilweise ein größeres Foto

Ein Ausschnitt des Fotos überblendet die Zeichnung.

Foto und Zeichnung sind weitgehend mit einander verschmolzen

Ein anderer Weg ist,  Zeichnung  und Foto als selbständige Elemente im Bild wirken zu lassen. Hier schwappen ein gezeichnetes und ein fotografiertes Bild friedlich miteinander im Hafen von Kitries.

Bootsgeschaukel in Kitries

und die beiden Originale

Ob die Plastik-Wasserflasche an Bedeutung gewinnt, wenn sie von einer Zeichnung überblendet wird, wage ich nicht zu entscheiden.

Das wars dann wohl fürs erste.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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31 Antworten zu Überblendungen 3: Hafengebäude, Boote, Wasserflasche

  1. Werner Kastens schreibt:

    Liebe Gerda, gestern lief bei uns auf arte ein Animationsfilm, der in bestehende Fotos von Gebäuden, Strassen, Stadtansichten eingeblendet wurde. „DILILI in Paris“ war der Titel, aufgenommen in 2018. Das reale Bildmaterial wurde vorher in mehrjähriger Arbeit aufgenommen.
    Hat mich sehr an Deine Technik erinnert und war ein besonderes Erlebnis, weil die ganzen „Kulturhelden“ Frankreichs in die Geschichte eingebunden waren.

    Wenn Du heute noch

    https://www.arte.tv/de/

    anklickst, dann kannst Du den Film direkt anklicken.
    Gruß Werner

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  2. Verwandlerin schreibt:

    Toll, richtig surrealistisch!

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  3. Myriade schreibt:

    Mir gefallen die Teppiche, die man hinter der Flasche sieht

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    • gkazakou schreibt:

      Mir auch, Myriade. es ist ein griechischer Webteppich aus Wolle. Ich fand ihn in einem Geschäft in Kalamata 2×3 m. und kann mich nicht satt sehen an den Reitern, Elchen, Rehen und abstrakteren Mustern. Der oder die Künstler-in dahinter ist bewundernswert, ebendso die, die den Entwurf umgesetzt haben

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      • Myriade schreibt:

        Er ist wunderschön ! Ich hoffe, die Hitze macht dir nicht zu sehr zu schaffen. Bei euch muss es derzeit wirklich höllisch heiß sein

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      • gkazakou schreibt:

        Danke für deine guten Wünsche. Solange es nicht brennt wie ander türkischen Küste….Ich quäle mich über die Tage, und weitere zehn mit 40 Grad stehen mindestens noch bevor. Jede Bewegung ist eine Herausforderung. Nachts geht es, da rundum Natur ist. Zum Glück haben wir das Meer. Ich war eben um 10 Uhr nachts noch mal schwimmen.

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  4. pflanzwas schreibt:

    Spannend! Mir gefällts, weil es interessante Kontraste ergibt. Die Zeichnung wirkt noch wertiger / wertvoller neben der Fotografie. Man sieht das Persönliche..

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  5. Johanna schreibt:

    Es tut etwas…. nur was? Es erinnert an Filme, in denen ein Cartoon oder sonstwie gezeichtetes Wesen in eine ‚reale‘ Welt kommt, wo der Film dann vom Zeichtrick in gefilmten Film übergeht… oder in manchen Filmen, die schwarzweiss anfangen, und dann farbig werden 😊 ich kann das Gefühl nicht recht beschreiben….

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    • gkazakou schreibt:

      Eine interessante Assoziation. Tatsächlich geht es mir ja – auch – immer um die Desillusionierung, also darum, dass das im Bild Abgebildete nicht mit der Realität verwechselt wird. Dies Empfinden eines Bruchs ist bei Fotografien nicht so vorhanden, sie wirken „wirklichkeitsgetreu“. Die meisten Menschen gehen ja naiv an ein Foto heran, als Gläubige, Beim Überblenden von Zeichnung und Foto wird, so meine ich, die Täuschung empfunden, weil (angeblich) „objektive Fotografie“.und „subjektive Zeichnung“ gleichzeitig wirken. Vielleicht ist es das, was Marion (in ihrem Kommentar) die „surreale“ Wirkung nennt.

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    • gkazakou schreibt:

      Das Beunruhigende ist, so vermute ich, dass a) man im Alltagsleben das Wahrgenommene als Realität akzeptiert, da das hilfreich ist b) durch die Fotografie (den Film) ein Medium vorherrschend wurde, das an diese Alltagsgewissheit anknüpft und sie untermauert, indem sie das erzeugte Bild als das objektiv Wirkliche vorgibt, gegen das sich die subjektive täuschungsanfällige Wahrnehmung evtl zu verteidigen hat. Fotos haben automatisch „Beweisstatus“, Beobachtungen nicht.
      Wenn ich Foto und Zeichnung nebeneinander stelle, wird jeder sagen: in der Zeichnung drückt sich etwas Subjektives aus, das Foto aber bilde objektive Realität ab. Wenn ich beide ineinander schiebe, sich überlagern lasse, entsteht eine Ungewissheit, eine Unschärfe – in Analogie zur Heisenbergschen Unschärferelation und Schrödingers Katze – die seit hundert Jahren durch die Wissenschaftswelt geistern, ohne dass die damit verbundenen grundsätzlichen Fragen über das Urteilen in Subjekt-Objekt-Beziehungen ins physikalische oder gar ins Alltagsbewusstsein vorgedrungen wären.

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      • Johanna schreibt:

        Ja sehr spannend das…. daraus muss man ja schliessen, dass das Beobachtete vom Beobachter irgendwie beeinflusst wird…. was ja auch auf ein Foto zutreffen müsste…
        Das merkwürdige Gefühl beim Betrachten dieser ‚ Zwitterbilder‘ war eben das: das Foto sehe ich als objektiv und daher ‚mein‘ Sehen der Realität. Deine Zeichnung sehe ich als ‚Dein‘ Sehen (künstlerische Interpretation) der Realität. Durch das Zusammenfügen habe ich das Gefühl die Realität mit Deinen Augen zu sehen…. das ist’s…

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      • Johanna schreibt:

        Daher nicht wirklich beunruhigend… ich konnte mir nur die gespürte innere Bewegung nicht erklären 😊

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      • gkazakou schreibt:

        Ja, es (dass der Beobachter das Beobachtete beeinflusst) trifft auch auf das Fotografieren zu, Aber in anderer Weise als beim Zeichnen. Denn beim Fotografieren ist das Dazwischentretende zwar einerseits ebenfalls mein Ich mit meinem besonderen Blick, andererseits und vor allem aber der Apparat. Der Apparat gibt dir das Gefühl, dass es sich um „objektive“ Wiedergabe handele. Das ist aber falsch. Es handelt sich um eine „apparatabhängige“ Herstellung von Wirklichkeit.
        Darauf möchte ich den Blick lenken: jedes Medium – Auge, Apparat, andere Sinnesorgane, Schmerzrezeptoren etc pp – aber auch Denken, Gefühl, Interesse – erschafft eine andere Realität. Realität ist nicht gegeben, sie wird permanent erzeugt. Meistens handelt es sich um „einfach reproduzierte Realität“, also um eine fast automatische, routinehafte Produktion ohne innovative Impulse, Wir halten die Realität für gegeben und nehmen entsprechend „wahr“ – basta. Diese Tendenz wird in der apparategestützten Wahrnehmung und Reproduktion verstärkt.
        Nimm als Beispiel die Medizin – die Beziehung von Erkranktem und Arzt hat sich in Richtung Organe und Apparaturen verschoben. Das Outcome wird im zweiten Fall standardisiert sein, ein sog. „objektives Bild“ liefern. Im ersten Fall ist die Erkrankung eine ganz andere, im Extremfall verschwindet sie „wie durch ein Wunder“. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit, wenn ich die Stimme unseres Hausarztes im Flur hörte, ging das Fieber schon zurück und ich war auf dem Weg der Besserung.
        So mit allem.

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      • Johanna schreibt:

        Ja das ist prima gesagt Gerda. Das ist die Spaltung in der wir leben… gehen wir den Weg der Vollautomatik oder den des Vollmenschen…. Bisher konnten wir beides recht gut verbinden, und hoffentlich auch weiterhin… doch die Tendenz zu weiterer Automatik schaut sehr extrem aus und ich hoffe, wird uns irgendwie die menschliche, geistige Welt, die Welt der Kräfte und der Elementarwesen klarer erkennen lassen…
        Wie Du sagt, sind die Selbstheilungskräfte enorm. Bei mir war es mein Vater, dessen Ankunft meine Krankheit verbesserte 😊

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  6. lachmitmaren schreibt:

    Komischerweise empfinde ich es genau umgekehrt: Die Fotos wirken auf mich eher langweilig, irgendwie tot. Während deine Zeichnungen etwas Lebendiges hineinbringen. Eine Energie. Und damit das Ganze erst mit Leben erfüllen – und für mich so realer machen … (obwohl ich sie ja auch nur als Foto sehe). Besser gefallen mir allerdings deine Zeichnungen ohne Bearbeitung … ;-).

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  7. Mich spricht das Foto sehr an, auf dem Du dem fotografierten Boot im Hafen das Deiner Zeichnung zugesellst. Das empfinde ich als gelungene Demonstration Deiner künstlerischen Arbeit, liebe Gerda! Neben das Echte, Lebendige setzt Du den *Traum*, das Produkt Deiner Gedanken.

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    • gkazakou schreibt:

      Du siehst es also genau umgekehrt als andere Kommentatoren: das fotografierte Boot nimmst du für das „lebendige, echte“, das gezeichnete für einen Traum. Andeee empfinden das fotografierte als banal oder tot, das gezeichnete aber als echt und lebendig…..Beim nächsten Kommentarstrang geht es damit weiter.

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  8. Leela schreibt:

    „Bootsgeschaukel in Kitries“ gefällt mir am besten. Für mich ist das Bild so richtig schön rund, gerade durch das Gegensätzliche, das im ersten Moment überhaupt nicht ins Auge springt. Die Gestaltung, die Aufteilung, alles einfach zum Träumen wunderbar…

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