„Farbdruck“ auf Chinapapier (echt oder fake?)

Der „Farbdruck“ ist in Wirklichkeit ein farbig angelegter Monodruck auf gewöhnlichem Papier. Ich habe ihn digital auf das Chinapapier übertragen, dessen leere Bögen ich bei meiner letzten „Zimmerreise“ zeigte. Er ist also „fake“, insofern er vortäuscht, auf Chinapapier gedruckt zu sein. Die digitale Anpassung des Originals an die Größe und Verzerrung des fotografierten Papiers macht die Täuschung (fast) perfekt.

Es ist ein schmaler Grad zwischen fake und echt, zwischen Täuschung und Wahrheit.  Je mehr „echte“ Elemente eingemischt werden, desto schwerer ist es, die Täuschung zu durchschauen.

Wie in der Kunst, so im Leben. Wir leben in einer Zeit, in der wir uns ständig mit mehr oder minder kunstvollen Täuschungen konfrontiert sehen.  Frag nicht nach. „Hauptsache, es gefällt“.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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11 Antworten zu „Farbdruck“ auf Chinapapier (echt oder fake?)

  1. Leela schreibt:

    es sieht schon draufgelegt aus… schön ist es aber trotzdem…

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    • gkazakou schreibt:

      Du hast ees gemerkt, weil ich es dir sagte, oder guckst du immer genau hin?

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      • Leela schreibt:

        ich fragte mich, warum das echt sein soll, weil die Ränder keine Chinapapierränder sind (außer an einer Stelle oben und die sieht manipuliert aus). Auch wieso Weiß plötzlich in Grau übergehen soll kam mir seltsam vor (rechte Ecke oben). Vielleicht habe ich aber einfach nicht vor Augen, wie Drucke auf Chinapapier aussehen. Ich sehe mir deine Bilder sehr gerne an aber ob ich genau schaue, weiß ich nicht. Wie dem auch sei, ganz liebe Grüße an dich

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  2. lachmitmaren schreibt:

    Je mehr Echtes eingebaut wird, – oder je öfter eine Lüge wiederholt wird, und vor allem, von wem und wie (mit Bildern und Dramatik). Letzteres scheint mir noch entscheidender dafür zu sein, was geglaubt wird, insbesondere das „von wem“ wird die Geschichte erzählt?: Wenn du geschrieben hättest, das Bild ist „echt“, hätte ich das geglaubt und auch nicht überprüft. Ich hätte dir vertraut… .
    Wenn ich die Nachrichten einschalte, weiß ich, dass ich dem, was da kommt nicht einfach so vertrauen kann. Aber das liegt natürlich zu einem großen Teil daran, dass ich aus meiner Biografie heraus weiß, wie Politik gemacht wird. …

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  3. Gisela Benseler schreibt:

    Aber Du gehst genial damit um und machst auch kein Geheimnis daraus.

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  4. Jules van der Ley schreibt:

    Die Fälschbarkeit des Bildes war vor der Verbreitug des Computers sensationell, weil man geneigt ist, einem Bild zu vertrauen. Das wurde erstmals in den Collagen der Futuristen und Dadaisten erschüttert, Bsp. John Heartfield
    später durch manipulierte offizielle Fotos, wo aus politischen Gründen Personen entfernt wurden (Beispiel Dubček) nach Ende des Prager Frühlings. Heute ist nicht einmal dem prämierten Pressefoto zu trauen https://trittenheim.files.wordpress.com/2021/06/fotomontageirankrieg.jpg
    Du zeigst immer wieder digital verfremdete Bilder, liebe Gerda. Gemessen an den zuvor genannten manipulativen Absichten, finde ich das harmlos, habe aber wegen der genannten Manipulation des Bildes trotzdem Bedenken. Andererseits: Warum soll sich die Kunst dessen nicht bemächtigen?

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Jules. Genauso sehe ich es auch. Meine Manipulationen sind tatsächlich „harmlos“ insofern, als ich sie immer als solche kennzeichne und sie insofern als Instrument der „Aufklärung“ benutze. Denn wie du sagst: wir Menschen vertrauen instinktiv dem Bild – und auch Heartfield und Co haben nichts daran geändert. Immer werden wir an das Bild glauben – bis wir im Einzelfall vielleicht die Täuschung bemerken. Es ist unausrottbar. Denn der visuelle Eindruck ist konstitutiv für unsere Realitätswahrnehmung.

      Genau das machen sich Propagandisten jeder Art zunutze. Neuerdings dient das Bild eines igelartigen Dings als Aufmacher, damit die Menschen „wissen, womit sie es zu tun haben“ – mit einem bösartigen grün.roten igelartigen Ding eben, das in sie eindringt, wenn sie einen anderen Menschen küssen oder ihm die Hand reichen, und das sie entfernen können, indem sie sich fleißig die Hände waschen und Oberflächen desinfizieren. Ich sah es u.a. in „Aufklärungsvideos“ für Kinder, die noch dabei sind, ihre visuelle Weltwahrnehmung zu stabilisieren.

      Auch in der Kunst ziehe ich Techniken vor, die den Zusammenhang zwischen hervorbringendem Künstler und Werk nicht verunklart. Doch leider gibt es ja kaum noch die Möglichkeit, zb eine Handzeichnung anzuschauen. Das meiste lernte ich via bildgebende Technologie kennen. Das im Bewusstsein zu halten, bemühe ich mich auch in meinen Kunstbeiträgen.

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  5. Eine Täuschung, die eigentlich keine ist, weil Du genau erklärst, was Du gemacht hast, liebe Gerda. Mir gefällts.

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