Aus fast nichts eine Welt schaffen (Glassplitter und Springgummischnipsel)

Als ich gestern mit einer jungen Klientin arbeitete, fiel mein Blick auf den Teppich. Da lagen Glasscherben! Keine Ahnung, woher sie stammen, wie sie dorthin gelangt sind. Wir sammelten sie vorsichtig auf und legten sie auf den runden schwarzen Eisentisch. „Wie siehst du dich in deiner Welt?“ fragte ich sie. „Mach doch mal ein Bild davon“ – was sie tat.

Wie wir so weitersprachen, formte sich daraus unter meinen Fingern eine Variante: Dynamisch voran, Schild und Schwert in der Hand!

Die Fotos habe ich bei Lampenlicht aufgenommen, und so ergaben sich durch Farbverstärkung sehr warme Töne:

Ich war sehr angetan von dieser Art, unangenehme Glassplitter kreativ zu verwerten. Als ich heute mit einer Freundin zusammensaß, um über das Behindertenprojekt zu beratschlagen, lagen die Splitter noch da. Hinzu gesellte sich ein Springgummi, das sich beim Abziehen von einer Ölflasche in Fusseln aufgelöst hatte.

Die kleinen Scherben und Springgummifusseln waren dann das Material, mit dem ich unser Gespräch visualisierte.

Womit mal wieder demonstriert wäre, dass aus fast nichts eine Welt entstehen kann.

Dieser Typ hat Augen aus Kernen einer Kumquat-Frucht, die ich nebenher verzehrte.

——————————-

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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12 Antworten zu Aus fast nichts eine Welt schaffen (Glassplitter und Springgummischnipsel)

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Deine Figuren aus Glasscherben mit den Springgummi- Girlanden finde ich besonders hübsch und dachte dabei zugleich an Euer Behinderten-Projekt und daß es gedeihen möge.💚

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  2. PPawlo schreibt:

    Erst einmal möchte ich Dir noch die herzlichsten Weihnachtswünsche senden! Sicher machst Du das Beste aus der nächsten Zeit!
    Und wieder einmal bin ich verblüfft, dass ich genau das, was Du jetzt reinstellst schon in der Warteschlange in meinem Ordner habe , geplant für den Jahreswechsel! Denn Scherben bringen ja Glück! Das Ergebnis ist allerdings ein anderes. 😉
    Viel Glück auch Dir! Mit herzlichem Gruß, Petra

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    • gkazakou schreibt:

      Da dank ich dir von Herzen, Petra! Ans Glück der Scherben hatte ich noch gar nicht gedacht. Soeben habe ich mir, da ich ein wenig mit Scherben weiterzumachen gedenke, den Scherbenhaufen im Garten angeschaut – Überbleibsel einer zerbrochenen Bildverglasung, die mich schon zu so manchem Kunststück animiert hat. Und Ulli Gau auch, als sie hier war. .

      Aus Zerbrochenem Neues zu schaffen, scheint mir einen besonderen symbolstarken Reiz zu haben.
      Liebe Grüße! Gerda

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  3. mmandarin schreibt:

    Ach Gerda, der ganze Kosmos tut sich auf. Es braucht nicht mehr und nicht weniger. Aber erst das künstlerische Eingreifen macht es sichtbar. Darin bist du eine Meisterin. Ich wünsche dir eine gute Zeit. Mögen deine Quellen weiter munter sprudeln. Liebe Grüße Marie

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Danke, Marie, Minimalistenkünstlerin, für deinen herzlichen Zuspruch.Wir verstehen uns und werden uns auch im kommenden Jahr freuen über das, was die Kunst aus dem „fast-Nichts“ zu schaffen versteht. Im Grunde macht uns die Natur es uns im Großen vor: aus dem „Fast-nichts“ des Samenkorns wachsen Riesenwälder. Und in der geistigen Welt ist es nicht anders: aus dem „Fast-nichts“ eines Gedankens entstehen Welten. Wenn du denkst, dass da ein kleines Kind unter erbärmlichen Umständen geboren wurde und das, was von ihm ausging, den Erdkreis ergriff – nun, nicht nur Gutes, freilich, da sich andere der Frohen Botschaft bemächtigten – aber welch gewaltige Wirkung! . Liebe Grüße dir! Gerda

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  4. Aus fast Nichts Kunst schaffen zu können, zeichnet den Künstler/die Künstlerin aus.
    Dir gelingt es immer wieder, liebe Gerda. Es begeistert mich einmal wieder.

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  5. bluebrightly schreibt:

    Wonderful!! Often a spontaneous reaction to unexpected materials brings surprises – and lots of good energy. 🙂

    Gefällt 1 Person

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