Andreas Schnipsel: erzählend oder abstakt?

Ich drehe und wende Andreas Schnipsel zwischen den Fingern, suche nach angemessenen Ausdrucksformen. Zunächst bleibe ich bei den kindlichen Motiven, die ich aus ihnen zusammenbaue, als seien es Klötzchen. Nur benutze ich jetzt einen weißen Untergrund, wodurch sie leichter wirken.

Es gelingt mir noch nicht, sie für meine erzählerische Legetechnik zu verwenden. Die Einzelstücke  erzählen mir keine Geschichten.  Vielleicht sollte ich sie einfach als malerische Elemente verwenden – Linie, Punkt, Farbklecks – und mit ihnen abstrakte Bilder malen? Ich versuche es – und schon entwickeln sich dramatische Szenen.

Wie sehr sich der Inhalt abstrakter Bilder ändert, wenn man sie quer oder auf den Kopf stellt, möchte ich beispielhaft am dritten Bild zeigen:

 

Andreas Schnipsel nehmen, je mehr ich mit ihnen herumspiele, malerische Qualitäten an. Die weichen Konturen und klaren Farben, die wie Kleckse oder Linien wirken, legen abstrakte Gestaltungen nahe. Wenn man die Informationen auf eine schwarz-weiße  Kohlezeichnung reduziert, treten die dabei entstehenden skurrilen Figuren noch deutlicher hervor:

 

Selbstverständlich gilt auch hier wie bei allen abstrakten Bildern, dass die Szene sich radikal ändert, aber nicht unlesbar wird, wenn man das Bild auf den Kopf stellt (letztes Bild der Serie). 

Schließlich kehre ich doch noch einmal zur Gegenständlichkeit zurück: Libellen spielen über einem Bach.

Dieses Bild forme ich dann erneut um, indem ich die neu gewonnenen Eindrücke von Auf- und Abschwüngen bewahre und harmonischer mit den Punkt-Elementen verbinde.

Ein unendliches Spiel – wie das Leben selbst.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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14 Antworten zu Andreas Schnipsel: erzählend oder abstakt?

  1. Sehr schöne Strukturen! insbesondere die schwarzweißen gefallen mir.

    Gefällt 1 Person

  2. Gisela Benseler schreibt:

    Es kommt wieder etwas Neues in Bewegung. Ich stehe( sitze) erstaunt davor und sehe nur: Da bewegt sich sehr viel, sehr Spannendes und auch Erzählerisches. Doch sind es eher Hieroglyphen für mich. Die Geschichten daraus kommen wohl noch. So schnell geht das nicht. Ich mag die farbigen Bilder lieber. Die schwarz-weißen ähneln der chinesischen Schrift, finde ich. Ist natürlich auch sehr interessant.

    Gefällt 3 Personen

  3. Was an Natürlichem in den Schnipseln steckt, hast du aber mit den Libellen so schön herausgezaubert! Ansonsten wegen der weichen Konturen offenbar eine harte Nuss… Die Idee mit der Abstraktion bringt dich sicher weiter!

    Gefällt 3 Personen

  4. kormoranflug schreibt:

    Eine echte Herausforderung – mir sind die Schnipsel zu gleichförmig und Grösse, Form und Struktur. – Aber Du schaffst ja was.

    Gefällt 2 Personen

  5. Ulli schreibt:

    Ich mag die abstrakten Legeweisen sehr, besonders das Überlagern der Schnipsel, das bringt Spannung und Tiefe ins Bild.
    Liebe Grüße
    Ulli

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  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Toll, was Du da alles heausgeholt hast, liebe Gerda.
    Mir gefallen Deine skurilen dramatischen Figuren sehr.

    Gefällt 1 Person

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