Das Original kann man derzeit in der Kunsthalle Karlsruhe bewundern. Sehr gern würde ich es tun, aber nun muss eine Kopie genügen. Ganz gelungen ist sie mir nicht, denn im Original ist das Pferd in einer extremeren Perspektive festgehalten. Ich zeig die Zeichnung trotzdem, denn bekanntlich gelingt nicht alles so, wie man möchte, und dann ist es eben dies. Außerdem lerne ich viel aus meinen Fehlern.
Wieder war die Erfahrung des Kopierens für mich sehr lehrreich und interessant. Besonders die Unterschiede zu den Schraffuren in Dürers Kupferstichen fielen mir auf. Bei diesem Pferd werden die Strichrichtungen weit häufiger gewechselt als bei Dürers Heiligem Hieronymus, der viel einheitlicher gearbeitet ist. Vielleicht liegt es am unterschiedlichen Material – Kupfer und Holz? Es kann aber auch am Temperament der Künstler liegen.
Vielleicht findest du heraus, wer der Holzschneider war? Das Pferd ist ein Ausschnitt aus einem größeren Bild.

Das Pferd hat ein bisschen etwas von einem Löwen …
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ich wunderte mich auch, Myriade, wie füllig Mähne und Schwanz gezeichnet wurden. Un wie elegant! Und sind Pferde ja nicht mehr so geläufig (Löwen noch weniger), aber auch den Damaligen müssen sie starken Eindruck gemacht haben. Es gibt so fabelhafte Pferdestudien aus der Zeit des Renaissance und dann wieder des Barock.
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Also Gerda, warum bist Du so bescheiden? Ich finde diese Zeichnung fantastisch! Selbst wenn es dem Original, daß ich nicht kenne, nicht bis ins Detail stimmen-gleichen sollte!
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danke, Babsi. Als Zeichnung gefällt es mir durchaus, als Kopie hat es Schwächen.
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Pferde sind ungeheuer schwer. Das ist sehr gut in den Proportionen und phantastisch im Ausdruck. Das Original finde ich sicher nicht, da ich mich mit Holzschnitten schwer tue.
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Danke, Ola. Ichfreu mich, ass es dir gefällt. Das Original findest du leicht, wenn du zur Seite der Kunsthalle Karlsruhe gehst. Random hat oben den link gesetzt.
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Mein Kennerblick behauptet, dass hier das Werk „Der behexte Stallknecht“ von Hans Baldung als Vorlage diente. 😉
Die Quizfrage ist allerdings: wie kann mein „Kennerblick“ so etwas wissen, wo er doch von solchen Holzschnitten keinen blassen Schimmer hat? 😀
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Und des Rätsels Lösung will ich auch gleich liefern. Der „Kennerblick“ hat sich auf der Website der Kunsthalle Karlsruhe (danke für den Hinweis) schlau gemacht und das hier gefunden:
https://www.kunsthalle-karlsruhe.de/kunstwerke/Hans-Baldung/Der-behexte-Stallknecht/06F807909FF440468AA7571C89760B5A/
Übrigens findet mein „Kennerblick“, dass diese „tägliche Zeichnung“ einen Vergleich mit dem Original nicht zu scheuen braucht. 🙂
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das ist lieb von dir, Random. Ich finde meine Zeichnung auch nicht schlecht, aber als Kopie hat sie Mängel.
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Bei einer draufsicht muss das Hinterteil massiver ausfallen. Da es näher an den sehenden heranreicht wie der Kopf.
Bei baldus besticht die massivität des pferdeKörpers. Fast schon zu massiv, aber das ist vermutlich dem Stich geschuldet.
Bei Akten und da kenne ich mich aus, sind Verkürzungen oft schwer. Eben deshalb, weil sich auf wenigen cm unheimlich viel abspielen kann. Und auf diese verkürzten Partien kommt es aber an!
Vielleicht hilft da Überzeichnung der betr. Partie. Das Auge nimmt ja eine bestimmte kernpartie deutlicher wahr.
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danke, Gerhard, wie du es sagst ist richtig. Ich konnte mich halt nicht dazu bringen, diese extreme Perspektive abzuzeichnen. Ich wollte ein Pferd, keinen Pferdehintern zeichnen. 😉
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Ich habe mir den ganzen Holschnitt angesehen und stelle fest, Deine Zeichnung des Pferdes braucht den Vergleich wahrlich nicht zu scheuen, liebe Gerda, und Dein Pferd gefällt mir entschieden besser, weil es ein klein wenig gefälliger wirkt.
Im OriginalHolzschnitt sehe ich ein derberes Schlachtroß, allerdings mit einem edlen Kopf und ich glaube, der war Dir auch sehr wichtig.
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Vermutlich ist hier keine Hexerei im Spiel, das Pferd hatte seinem dahingestreckten Reiter einfach einen heftigen Tritt verpasst *g* .
Vermutlich hatte er es gepiesackt, statt anständig und ordentlich zu striegeln
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