Faschingsmode? Nein, ein Leben mit Niqab.

Heute las ich bei https://nandalya.wordpress.com/:

„Der Wind in meinen Haaren

Während die Narren langsam ihre Masken abnehmen und das graue Gesicht des Alltags wieder übernimmt, werden an anderer Stelle neue Masken angelegt. Natürlich alles unter dem Deckmantel von religiöser Toleranz.“

 

Bleistift-, Kohle und Kulizeichnungen, bis auf die Augenpartie digital bearbeitet.

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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30 Antworten zu Faschingsmode? Nein, ein Leben mit Niqab.

  1. wechselweib schreibt:

    Ich kann das nicht liken.

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  2. Das untere Bild sieht für mich wie eine Metropole von oben gesehen aus, aus der sich ein Gesicht herausschält.

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  3. kowkla123 schreibt:

    mache es gut an diesem schönen Tag

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  4. kunstschaffende schreibt:

    Ein Leben mit dieser Perspektive wäre für mich freiheitsberaubend und grausam, Punkt!

    Ja wie versteinert in einer furchtbaren Welt! Genau so empfinde ich es, wenn ich Deine Bilder ansehe!

    Liebe Grüße Babsi

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    • gerda kazakou schreibt:

      Ich finde es auch schrecklich, wenn bereits kleinen Mädchen ihre normale Lebensfreude suspekt gemacht oder ganz verboten wird. Wind in den Haaren – dies Freiheitsgefühl -, wird ihnen nicht gestattet. Und so vieles andere auch nicht. Das trifft nicht nur auf die Islamisten zu, sondern auf alle religiösen Dogmatiker – christliche Evangelisten, jüdische Extremisten, chinesische Traditionalisten…. Immer werden die Mädchen zu Opfern, damit sie gefügig und verfügbar bleiben. Und als Mütter sind sie dann die willigsten Helferinnen in der Unterdrückung der nächsten Generation…. Leider.
      Selbstverständlich mache ich den Eltern ihr Elternrecht nicht streitig. Aber Toleranz gegenüber dieser Intoleranz finde ich unerträglich. Und es sollte in unseren westlichen Geselllschaften, jedenfalls dort, alles unternommen werden, um die innerfamiliäre Unterdrückung von Mädchen sozial inakzeptabel zu machen.

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      • kunstschaffende schreibt:

        Das sehe ich genauso liebe Gerda! Und die Frauen aus der Vergangenheit haben für unsere Rechte heute bitter gekämpft und bezahlt! Und der Kampf ist noch lange nicht zu Ende! Es gilt all diese Rechte zu erhalten! Die Religionsfreiheit trägt leider nicht dazu bei, dass Musliminnen wenigstens in Europa frei sein können!

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      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        Du sprichst mir aus dem Herzen, liebe Gerda!
        Der Schleier, bzw. das Kopftuch ist kein Schutz, nur Unterdrückung und Ausgrenzung und ich frage mich immer, wieso es so viele Frauen gibt, die bei uns in Deutschland leben, die sich zum Kopfuch immer noch bekennen und es angeblich gerne tragen??? Ist es Gewöhnung oder doch Zwang, den sie nicht zugeben?

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    • gerda kazakou schreibt:

      Liebe Babsi, danke für deine Zustimmung.

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    • gerda kazakou schreibt:

      Liebe Bruni, ich bin froh, dass du es genauso siehst wie ich. Als du unten von den fröhlichen Kopftuchträgerinnen schriebst (ich las den Kommi zuerst), wunderte ich mich, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass du die Situation der betroffenen Frauen für so harmlos hältst, wie es ja manchmal den Anschein hat. Sicher gibt es immer die Frauen, die mit den in ihrem sozialen Umfeld Üblichen gut zurande kommen und nicht zur Rebellion neigen, aber zum Glück gibt es auch die anderen. Und die brauchen unsere volle und nicht unsere halbherzige Unterstützung. Liebe Grüße dir!

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  5. Peter Klopp schreibt:

    Du hast die Masken der religiösen Toleranz fabelhaft zum Ausdruck gebracht. Vielleicht kannst du mal von der digitalen Verarbeitung deiner Bilder einen Post schreiben. Es würde mich sehr interessieren, liebe Gerda.

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    • gerda kazakou schreibt:

      Wie meinst du das, Peter? Möchtest du, dass ich im einzelnen die Schritte zeige, bis ich das Ergebnis habe?

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      • Peter Klopp schreibt:

        Ja, ich würde mich auch für den Foto-Editor interessieren, den du anwendest, um diese wunderbaren Metamorphosen zu kreieren. Ich glaube, dass andere Bloggers da auch etwas lernen könnten.

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      • gkazakou schreibt:

        Guten Morgen! Ich benutze eine uralte Version von Fotoshop, und davon auch nur ein paar wenige Filter und Funktionen, die mir eine befreundete Graphikerin mal erklärt hat. Mit diesen Spiele ich. Es macht zB einen großen Unterschied, in welcher Reihenfolge ich sie benutze. In diesen Bildern habe ich jedesmal einen Filter namens Chrome benutzt. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, unterlege oder übergehe ich diesen Filter mit anderen, die ich in verschiedenen Stärken einsetze. Auch arbeite ich mit Aufhellung und Kontrasten.
        Ich probiere halt solange, bis mir eine Variante zusagt. Die Wirkung hängt allerdings sehr von der originalen Zeichnung und den Lichtverhältnissen beim Fotografieren ab. Die Augen sind Zeichnung pur, ohne Besrbeitung.

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  6. Ulli schreibt:

    Liebe Gerda, deine Bilder sind so bedrückend, wie es sein muss unter einer Burka zu stecken, allein dieser eingeschrenkte Gesichtskreis … eine Freundin von mir machte im Herbst eine Ausstellung dazu – ich erzähle dir einmal davon, es würde hier zu viel Raum einnehmen.
    Außerdem dachte ich spontan, dass deine Bilder auch ein „Pong“ sein könnten.
    Insgesamt kann ich dir und Nandalya zustimmen, da ich es mir furchtbar vorstelle schon als Mädchen mit 7 Jahren dahinter verschwinden zu müssen, ich finde auch Beschneidungen furchtbar und überhaupt, dass Mädchen und Frauen noch immer als „zweite Wahl“ behandelt werden, wann immerund wo immer bin ich gerne solidarisch, nur kann ich als Deutsche nicht das Sprachrohr z.B. muslimischer Frauen sein. Arno schrieb es sehr treffend (sinngemäß), dass die muslimischen Frauen ihre Emanzipation selbst nach vorne bringen müssen. Selbstredend mit meiner Solidartät, wenn sie es wünschen.

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    • gerda kazakou schreibt:

      danke, Ulli. Ich hab dazu eben was als Antwort auf Bruni geschrieben. Wir sind uns, scheint mir, einig. Es ist ein zweischneidiges Schwert, wenn wir Frauen mit Verboten (Kopftuchverbot etc) erziehen wolllen, da sie dadurch nur in eine schlimmere Zwickmühle geraten. Andererseits ist es auch nicht hinzunehmen, dass in unserer Gesellschaft das so mühsam erkämpfte Recht der Frau auf Selbstverwirklichung und Selbstentscheidung durch sogenannte religiöse Vorschriften untergraben wird. Merkwürdig ist es schon, wie willig viele diese Verschleierungsvorschriften hinnehmen – gerade sogenannte „Progressive“ sind da plötzlich furchtbar tolerant. Dieselben, die gegen die Einschränkung der Rechte von LST-Gruppen in … Tschetschenien kämpfen, finden nichts dabei, wenn Frauen in unserer Geselllschaft als Unmündige und Männerbesitz behandelt werden. Ich habe etwas dagegen, und bin solidarisch mit jeder Frau, die sich dagegen auflehnt, verweigere aber meine Solidarität den Frauen, die unter dem Vorwand der religiösen Vorschrift für das Recht auf Verschleierung kämpfen. Verschleierung ist nur der sichtbare Ausdruck einer Geisteshaltung, die ich keineswegs unterstützen möchte, egal ob sie von Männern oder Frauen geäußert wird.

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  7. wildgans schreibt:

    Allein diese Abbildungen machen mir Angst!
    Lieber Natur oder Eure schönen Gesichter!
    Jaja, das Leben ist kein ….
    Schöne Grüße

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  8. Myriade schreibt:

    Als Bilder sind sie sehr gut geworden, als Lebenssituation furchtbar.

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  9. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Du hast den Schleier künsterisch wundervoll umgesetzt, liebe Gerda. Ernste Augen schauen uns an. Ihre Gedankien teilen sie uns nicht mit.
    Ich wußte zuerst nicht, was ich sehe, bis ich Nandalyas Text las.
    Bei der Burka werde ich immer sehr neugierig was und wer sich darunter verbirgt und zur gleichen Zeit total hilflos, weil ich sie nicht verstehe. In HD sehe ich manchmal kleine Gruppen von jungen Burkaträgerinnen und ein sommerlich europäisch gekleideter junger Mann führt die Gruppe.
    Die Frauen sind lebhaft und froh. Kommen sie in meine Lieblingseisdiele, bestellt ER am Tresen und weiß genau, was jede möchte… und alle scheinen sehr zufrieden…

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    • gerda kazakou schreibt:

      das mag schon sein, liebe Bruni. Auch Schafe sind zufrieden, wenn sie einen freundlichen Hirten haben. (Ich habe nichts gegen Schafe, im Gegenteil, ich schaue ihren Herden sehr gern und mit Sehnsucht nach). Es stimmt auch, dass Burkas unsere Neugierde anregen. Mir sagte mal mein israelischer Kunsttherapie-Lehrer, es gebe nichts erotischeres als die Augen einer Frau, die durch den Schlitz einer Burka blicken. Also los, verhüllen wir uns wieder! Es gab auch bei uns Zeiten, als das Sich-Verhüllen schicklich war, und das Zeigen des Fußes ein gröbster Verstoß gegen die guten Sitten.

      Dennoch frage ich mich, was dieser Rückfall in ältere Vorstellungen von weiblichen Sittlichkeit mit uns Frauen macht. Wollen wir das? Soviel ich weiß, möchten sehr viele Frauen in islamischen Ländern die Burka, den Niqab und auch das Kopftuch ausziehen, und ich wäre eine dieser Frauen, das steht fest. ich habe mich als Jugendliche gegen alle Sätze aufgelehnt, die behaupteten: Mädchen bzw Frauen machen das nicht, können das nicht, sollen das nicht, brauchen das nicht. Hosen durften wir in der Schule nicht anziehen – ich zog sie an. Das Haar war in Zöpfen zu tragen – ich trug es offen. Moden machte ich nicht mit, wenn sie mich zum Weibchen stilisierten. Ich wollte keine Beute und auch kein Geheimnis sein, um dem Mann eine Extralust zu bereiten. ich konnte das alles mit geringem Risiko tun. Aber wie ist es mit diesen Frauen, die du so fröhlich und zufrieden findest? Können sie das? Und was ist mit den kleinen Mädchen, die in diese Rolle der Frau hinein gezwungen werden?
      Du wirst sagen: was schert es dich. Lass die Betroffenen doch selbst entscheiden. Ja, sicher: es geht ums Selbstentscheiden. Genau das aber können sie nicht, ohne ein erhebliches Risiko einzugehen. Warum sollen wir ihnen nicht dabei helfen, sich von der Vormundschaft der Männer zu befreien – jedenfalls in unseren Ländern?

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  10. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Liebe Gerda, denkst Du etwa, ich hätte nicht bemerkt, daß sie wie Schafe liefen? Es fiel mir sehr auf und zufrieden waren sie vermutlich, weil sie in der Gemeinschaft ihrer Freundinnen waren in diesem unbekannten Land. Vermutlich waren sie die Begleitung eines reichen Mannes, vielleicht aus den Emiraten, der zu einer OP in einer bekannten Klinik der Stadt war.
    Ich habe nur die Begebenheit sellbst geschildert.
    Meine Einstellung zur Burka oder dem Kopftuch ist Deiner sehr ähnlich. Wird der Wille eines Menschen gebrochen, einer Gehirnwäsche gleich, bin ich die erste, die sich gegen das Unrecht stellt, die wettert und mit auf die Barrikaden geht, aber hier sieht es für mich sehr viel schwieriger aus. Ich versuche, die willigen Trägerinnen zu verstehen und kann es doch nicht.
    Die Schwiegermutter meiner älteren Tochter trägt kein Kopftuch, brauchte es auch als Kind nie zu tun. Es handelt sich hier aber um eine Frau aus einer Alevitenfamilie und doch erlebe ich hier so krasse Gegensätze zwischen unseren Kulturen, daß ich es manchmal kaum glauben kann.
    Du wirst sagen: was schert es dich, schreibst DU und da tust Du mir sehr Unrecht, liebe Gerda, und ich verstehe nicht, daß Du das denken könntest, denn meine Gedankengänge sind sehr anders.

    Oh, ja, die Zeiten, als bei uns nur das Sich-Verhüllen schicklich war, und schon das Zeigen des Fußes ein großer Verstoß gegen die guten Sitten, sind lange vorbei und wir sind sehr froh und dankbar darüber , aber wie lange hat es gedauert, liebe Gerda.
    Nun sind viele Frauen in vielen islamischen Ländern aufgewacht und beginnen sich aufzulehnen und es wird dauern, bis sie zu Erfolgen gelangen. Natürlich müssen wir ihnen dann helfen, wenn es uns möglich ist, damit sie erkennen, wir stehen an ihrer Seite

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    • gkazakou schreibt:

      Ach liebe Bruni, wie gut, dass du dich noch mal deutlich zu Wort gemeldet hast. Ich hatte mich tatsächlich SEHR gewundert, als ich deinen Kommentar las, und ihn missverstanden. Erst danach sah ich deinen anderen. Nimm das, was ich schrieb, nur als meine Ansicht, die zu schreiben mir grad nötig schien, denn ich bin in diesen Fragen auch hin- und hergerissen und wollte endlich mal ein klares Wort sagen, gerade auch für mich selbst. Du nennst den Zwiespalt, den ich eben auch habe: bevormunden möchte ich niemanden, und niemandem am Zeuge flicken. Wenn eine Frau sich verschleiern möchte, so werde ich ihr das weder verbieten noch ausreden. Es muss aber ihre eigene Entscheidung und darf kein Zwang sein. Auch keine Nötigung.
      Aber was rede ich hier solange, wir sind uns ja einig. Von Herzen, Gerda

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      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        Ja, liebe Gerda. Wir sind uns einig, aber ich merkte, nun muss ich ausführlich antworten, obwohl es mir gerade bei diesem Thema so schwer fällt.
        Ich sehe eine Toleranz der jüngeren türkischen Frauen gegenüber den älteren, die ihr Kopftuch tragen möchten, weil sie es ein Leben lang gewohnt waren.
        Aber ich kenne hier nur die liberaleren.
        Mit einer Burka tragenden Frau habe ich nie gesprochen.

        Herzlichst, Bruni, beim Enkelchen *hüten* ☺

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    • gerda kazakou schreibt:

      Hab einen feinen Tag, liebe Bruni! Ich schwelge grad im Frühling pur. Auf den Bergen liegt noch Schnee, aber hier unten breiten sich die Blumenwiesen unter den alten Olivenbäumen, dass es eine Pracht ist.

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  11. fundevogelnest schreibt:

    Es ist verrückt und kein bisschen repräsentativ – aber ich kenne nur Frauen, die Niquab tragen, die Herkunftsdeutsche sind und einem Mann zuliebe kovertriert sind.
    Natalie

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    • gkazakou schreibt:

      Hm. Das ist dann noch mal eine andere seelische Lage als bei Frauen, die in solche Traditionen hineinsozialisiert wurden. Kant würde es vielleicht „selbstverschuldete Unmündigkeit“ nennen. Frauen tun tatsächlich viel „aus Liebe“.

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