Kentauren und Lapithen im Kampf (drei Zeichnungen)

Zwei der Metopen, die, in fast quadratische Felder eingelassen, rund um das Heiligtum der Athene (Parthenon – der Jungfrau) liefen, habe ich gestern gezeichnet. Dafür brauchte ich ca zwei Stunden, denn ich bemühte mich um eine möglichst getreue Wiedergabe der komplexen Figurengruppen, die mythische Kampfszenen zwischen Kentauren und Lapithen zeigen.

Die erste Methope ist im Original vorhanden. Ich zeichnete sie bei Tageslicht im großen Block 25×35 cm.

Die zweite Metope ist eine sehr gute Nachbildung in Marmor. Ich brauchte mehrere Anläufe. Schließlich wurde Kunstlicht angeschaltet und veränderte die Lichts-Schatten-Verhältnisse (Bleistiftzeichnung):

Vor dieser machte ich eine große Zeichnung und mehrere kleine, um die Beziehungen zwischen der liegenden und der hoch aufgerichteten Figur richtig zu erfassen. Dabei verstärkte ich die wichtigsten Linien mit Kuli.

Wenn du Spaß an den digitalen Umformungen der Zeichnungen hast, klicke die Galerie zum Vergrößern an.

Und noch eine ganz zarte in gelb:

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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10 Antworten zu Kentauren und Lapithen im Kampf (drei Zeichnungen)

  1. wechselweib schreibt:

    Wow, wunderschön! Und die Negativbilder sind sehr effektvoll!

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  2. Mir gefällt die schwarze Ausführung am besten, sehr dynamisch und dramatisch!

    Gefällt 1 Person

  3. Erscheint in meinem Reader als vorletzte vor der zarten gelben.

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  4. derdilettant schreibt:

    Wenn ich die erste Methope in deiner Fotografie mit deiner Zeichnung vergleiche, so finde ich wirklich bemerkenswert, wie sehr deine Bleistiftzeichnung das Geschehen eines Kampfes in seiner schrecklichen Wirklichkeit abbildet, während die fotografierte Marmorfassung das Geschehen schon ins Allgemein-Menschliche überhöht und damit entschärft. Du holst gewissermaßen das als Kunst abstrahierte irsprüngliche Geschehen in all seiner Rohheit auf den Boden der Tatsachen zurück. Faszinierend!

    Gefällt 3 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      danke für diese feine und zugleich wesentliche Rückmeldung. Es ist wahr, in meiner rohen Zeichnung ist ein rohes Geschehen festgehalten: das mörderische Gesicht des Zentauren, der erbarmungslose Würgegriff, die schwächer werdende Gegenwehr des Lapithen, seine Beine werden schon schlaff…. Während ich es zeichnete, fühlte ich es. Im Original bleibt alles in der Schwebe – ewig. Immer wird der Zentaur den Gegner würgen und kraftvoll ausholen, um ihn zu zerschmettern. Immer wird der Lapithe sich gegen den Pferdeleib stemmen – immer und ewig setzt sich dieses Ringen fort, in Marmor gemeißelt, in klassische Form gegossen. „Ins Allgemein-Menschliche überhöht“, ja!
      In der zweiten Zeichnung, die ich als erste präsentiere, habe ich diesem Verlangen nach Harmonie nachgegeben. Da geht es um die Schönheit der Bewegung, wie sich der Triumphierende aufreckt und der Brustkorb des Gestürzten sich wölbt. Da geht es um das Parallelogramm zwischen Pferde- und Lapithenleib und andere geometrische Beziehungen. Warum diese unterschiedliche Herangehensweise? Es fehlt der Kopf des Zentauren, und der Lapithe hat kein Gesicht. Also vermitteln sich mir die Emotionen von Triumph und Niederlage nicht wirklich. Außerdem ist die Skulptur kein Original, sie ist glatt und weiß, aus neuem Marmor zwar sehr kunstvoll, aber ohne den alten Geist gefertigt. .
      Danke nochmals! Das war wirklich hilfreich.

      Gefällt 3 Personen

  5. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Es ist erstaunlich, wie Du mit Deinen Zeichnungen wieder Leben verleihst, auch wenn Kopf oder Gliedmaßen fehlen. Das geht so weit, daß ich statt des leblosen Leibes am Boden eine Sekunde einen Sarg auftauchen sah. Beim zweiten Blick wußte ich erst, wieso. Du hast den Tod herausgearbeitet und kurz konnte ich ihn symbolisch sehen, liebe Gerda

    Gefällt 1 Person

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