Schmelzen und Erstarren in der Silvesternacht

Eben las ich bei Joachim Schlichting wieder einen sehr instruktiven Text über Grenzerfahrungen zwischen Schnee und Eis.

Eine gute Gelegenheit, meine Schmelz- und Erstarrungsexperimente mit anderem Material, nämlich mit Wachs und Paraffin zu zeigen – auch dies ein Vorschlag von Joachim Schlichting, als Ersatz für das Bleigießen. Ich machte sie, wie es sich gehört, in der Silvesternacht.

Die Ergebnisse sind noch ziemlich unbefriedigend. Die Bienenwachskerze wollte lange überhaupt nicht tropfen,  so sehr ich auch nachhalf. Hauptsächlich nahm ich daher Teelichter, deren geschmolzenes Paraffin ich in ein Glas Wasser schüttete. Dort erstarrten sie sofort, verklumpten und bildeten bizarre Formen aus.

Natürlich konnte ich es bei diesen Fotos nicht belassen, die allzu wenige Anhaltspunkte für Interpretationen gaben. Ich isolierte also die kleinen Gebilde und setzte sie auf einen schwarzen Grund, verstärkte auch gelegentlich die Farben ein wenig. Wenn du Lust hast, suchst du dir ein Gebilde aus und sagst mir, was du siehst. Wenn du sie anklickst, siehst du sie besser.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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20 Antworten zu Schmelzen und Erstarren in der Silvesternacht

  1. wechselweib schreibt:

    Rechts oben eine liegende Maus mit großen Zitzen. 🐭

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  2. mynewperspective schreibt:

    Liebe Gerda, meiner Phantasie und den Empfindungen habe ich mal freien Lauf gelassen und meine Kommentare unter den einzelnen Bildern geschrieben.

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  3. Das ist doch eine schöne Variante. Während das von mir beschriebene Verfahren eher zu organischen Formen à la Muschel führt, sind bei dir auch spitze Strukturen dabei, die eine 3D-Brücke zum früheren Bleigießen darstellen. Sehr schön! Werde ich mir spätestens zum nächsten Jahreswechsel aufheben.

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  4. Myriade schreibt:

    Zweite Reihe von unten, das linke Gebilde: ein deutlicher Hinweis darauf, dass dein Hund im Neuen Jahr Bogenschießen lernt. Und rechte Spalte, der zweite von oben ist doch eine Priapos-Darstellung, nur ganz leicht verdreht 🙂

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  5. Ulli schreibt:

    Guten Morgen, Gerda, ich habe bei zwei Bilder direkt kommentiert – insgesamt finde ich es auch schwierig etwas Greifbares zu finden, viele Gebilde erinnern mich an Wolken und lassen mich daran denken, dass es im Buddhismus immer heißt, dass man Gefühle wie Wolken am Himmel weiterziehen lassen soll.
    Zur Schneerose, da könnte ich jetzt noch dazu sagen, dass sie zu den widerstandsfähigen Pflanzen gehört und Widerstand, sowie Widerstandsfähigkeit sind, je nachdem, ja nie verkehrt – mehr zur Schneerose habe ich ja heute bei mir geschrieben …
    Ich fand es allerdings auch schon früher oft schwierig aus den Bleigebilden etwas zu lesen, auch hier waren es oftmals nur seltsame Gebilde …

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    • gkazakou schreibt:

      In der Zukunft klare Ansagen zu finden, ist halt schwierig 😉
      Gefühle soll man wie Wolken ziehen lassen…. Die schockartige Erstarrung des geschmolzenen Wachses ist daher an sich schon anti-buddhistisch, oder? Da wird, was doch nur für den Augenblick gedacht ist, in eine starre Form gebracht, die dann unorganisch unter der Wirkung der Zeit zerbröckelt, zerbröselt…
      Das nehme ich mal als Information für mich und die Molybdomanteia in Wachs . …

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  6. kowkla123 schreibt:

    liebe Gerda, wieder sehr schön, herzliche Wintergrüße von der Müritz kommen zu dir von mir, Klaus

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  7. Peter Klopp schreibt:

    Gleich das erste Bild gefällt mir am besten, weil es wie eine zarte Rosenblüte aussieht. Sehr kreative Arbeit, liebe Gerda!

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  8. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Interessant auf jeden Fall, liebe Gerda. Die feine Blüte, bei der ich kommentiert habe, irgendwie aus Versehen sogar zweimal, scheint mir das deutlichste Objekt. Ansonsten sehe ich auch das seltsam Verwurschtelte, und ich glaube, ich werde es nicht nachmachen oder aber vielleicht mal mit dem Enkelchen und sehen, was er meint

    Gefällt 1 Person

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