Immer noch bin ich unterwegs – in Gedanken, in Erinnerung an das, was ich vorige Woche im Zürcher Kunsthaus, in der Stiftung Beyerle und im Tinguely-Museum in Basel sah. Große Kunst, große Werke…
Bei der heutigen Betrachtung geht es, wie bei dem Seerosenbild von Monet, um den richtigen Abstand. Dieser Maler hat vorgeschrieben, wie groß er idealerweise sein soll: 45 cm.
Ich fand drei Meter gerade recht, denn die erlaubten mir, den Balken aus Sichtbeton oben an der weißen Wand als Gegenstück zu dem schwebenden grauen Balken im Schwarz des Gemäldes festzuhalten. (Kunsthaus Zürich, eigenes Foto)
Aber um die Kraft des Bildes zu fühlen, musste ich schon die vom Maler verlangte 45 cm-Distanz einhalten. Du stehst dicht vor der Leinwand und tauchst ein in ein Schwarz, das dich ansaugt, verschlingt.
Das feine Grau liegt zu hoch, um es ins Auge zu fassen, es ist wie das schmale Fester in einem Keller, einem Gefängnis, nicht mehr als ein blasser Hoffnungsschimmer über tiefer seelischer Niedergeschlagenheit.
Der Maler war glücklich verheiratet, hatte zwei Kinder, seine Bilder verkauften sich prächtig – zeitweise waren sie die weltweit am teuersten verkauften -, er konnte sich ein Traumatelier bauen, reisen, die Menschen verehrten ihn als einen der ganz Großen – – – und er brachte sich um. Mark Rothko, eigentlich Marcus Rothkowitz, 1903 geboren in russisch Dwinsk, lettisch Daugavpils, deutsch Dünaburg, durchschnitt sich 1970 in New York die Pulsadern. Der Maler des abstrakten Expressionismus, der durch seine schwebenden Farbfelder berühmt geworden war, ging an seiner Depression zugrunde.
Falls du mehr lesen willst, fand ich diesen Artikel in der „Jüdischen Allgemeinen“ anlässlich einer Rothko-Ausstellung in Den Haag recht informativ:
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20527


Tipp für deine Links: Nur die jeweils verlinkte Seite (also hier die mit dem Artikel), nicht die ganze Google-Suche verlinken. Es ist sonst schwierig für Leute, die das auseinander klabüstern müssen, weil sie google nicht nutzen wollen.
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aha, danke! Nun muss ich nur noch rausfinden, wie man das macht.
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Ganz einfach: Geh mal so auf den Link wie du ihn eingegeben hast, dann müsstest du doch zur Google-Suchergebnis-Seite kommen, wo der Artikel zur Jüdischen Allgemeinen gelistet ist, oder sehe ich das falsch? (Ich nutze Google für Suche nicht.) Dann ruf den Artikel bei der Jüdischen Allgemeinen auf und nimm den dortigen Artikel URL.
(Tipp noch: Wenn du über Startpage.com – früher ixquick – suchst, hast du die Möglichkeiten von Google, aber deine IP wird nicht gespeichert.)
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Herschauen, das ist er doch, oder?
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/20527
Wenn er es ist, einfach den verlinken.
(Spuckt startpage unter „jüdische allgemeine rothko den haag“ aus.)
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Aha, interessant. Mit google kriegte ich es nicht hin, da kann man dann die aufgerufene Seite nicht anklicken, sondern eben nur die Suchanfrage. Ich habs nun neu verlinkt. Wie kann man startpage sicher runterladen?
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https://www.startpage.com/
Da brauchst du nichts laden (zumindest nicht am Rechner, für Smartphones weiß ich so etwas nicht, aber da findest du sicher was in der Hilfe, beziehungsweise in dem Menüpunkt – oben rechts aufmachen – mit den mobilen Geräten).
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ich habs eben eingerichtet, aber es wird ebenfalls von google betrieben. (enhanced by google)
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Ja, sagte ich doch: Du kriegst google-Ergebnisse, aber deine IP wird nicht gespeichert.
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Herzlichen Dank, ich werd es ausprobieren. Die Googelei geht mir auch auf den Keks.
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Die Übergänge im malerischen Farbverlauf, sie erschließen sich oft nur im Original, in meinem kleinen Führer aus dem Taschenverlag* sind zwar viele Bilder zu sehen, auch die aus seiner Frühzeit, die man ihm, wenn man nur die späteren Werke kennt, nie zuordnen würde, aber immer sind sie kein Vergleich zu einem solchen Erlebnis, wie Du es hattest. In Frankfurt sind aber auch ein paar seiner Werke zu sehen.
Um Deinen Kunstgenuss beneide ich Dich ein bisschen; wenn mein Mann noch leben würde, wären wir schon öfter wieder dort gewesen, allein muss ich mich erst aufraffen, obwohl es mit der Bahn ja gar kein weiter Weg ist und zudem noch bequem.
* für alle, die diese Führer noch nicht kennen und sich eine kleine Kunstsammlung in Buchform aufbauen wollen, ist diese kleine Reihe absolut empfehlenswert :
https://www.taschen.com/pages/de/search/kleine-reihe
mit etwas wehmütigem Gruss, Karin
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Liebe Karin, beneiden solltest du mich wirklich nicht, denn ich muss mit dem Flugzeug aus Athen anreisen, um mal ein Original der großen Modernen zu sehen. Das Museum für Moderne Kunst, das in Athen gebaut werden soll (eine Sammlung steht schon seit vielen Jahren bereit), scheiterte bisher an bürokratischen, archäologischen und unbekannten Gründen.
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Das ist natürlich ein anderer Aspekt, aber die Mühe hat sich ja gelohnt🤗
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Ich liebe die Mark Rothko Kunst! Ich verlor meinen besten Freund, er war manisch depressiv! Es ist furchtbar zu sehen, wie ein Mensch so zu Grunde geht!
Dieses Werk sagt all dies aus, vielleicht kann ich irgendwann im richtigen Abstand davor stehen!
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Zürich ist ja fr dich gar nicht sooo weit, liebe Babsi. Das Kunsthaus hat eine ausgezeichnete Sammlung.
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Das glaube ich Dir sofort! Ich muss halt jemanden finden, die/der mit mir hinfährt! Garnicht so einfach für mich! 🤔😁😉
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Das verstehe ich natürlich. Ob es wohl Gruppenreisen gibt? Rollstuhlgerecht ist das Kunsthaus, aber um da hinzukommen, ist nicht ganz einfach.
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Danke für die Infos drum herum!
liebe Grüße, Ulli
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immer gern, Ulli 🙂
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Rothko hatte ich geraten, schulbildung o.k. 🙂
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Nanu, habt ihr sowas in der Schule gelernt? Alle Achtung!
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Nein, natürlich nicht 🙂
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Ich wusste gar nicht, dass er sich umgebracht hat. Wie traurig. Seine Bilder mag ich sehr, besonders die Farbkombinationen. Er hatte die zündende Idee 😉
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ich meine, es war mehr als eine Idee. Ich wüsste niemanden, der es ähnlich umgesetzt hat. Es ist ein wirklich neuer Umgang mit Farben – flächig und transparent, wie schwebend, von innen leichtend.
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Wieder einiges gelernt, sowohl aus Deinem Beitrag, aber auch aus den Kommentaren, danke!
Liebe Grüße
Juergen
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man lernt nie aus 😉
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Alles sehr informativ. Danke 🙂
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wie war das, liebe Gerda, in dieses einsaugende Schwarz hineinzutauchen?
Ist es bedrückend, oder *nur* gewaltig, überwältigend eindrucksvoll?
Ich wußte auch nicht, daß er sich das Leben nahm
Seelische Krankheiten sind oft kaum zu begreifen.
Vorallem dann nicht, wenn man so ein beeindruckendes Talent sieht.
Können übermäßige Selbstzweifel ein Ich zerstören?
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Liebe Bruni, Depressionen können sehr viele Wurzeln haben, wie du weißt. Ich glaube nicht, dass er an Selbstzweifeln litt. Er wurde im Gegenteil sehr fuchsig, wenn seine Bilder nicht angemessen aufgehängt wurden (schummriges Licht, Ruhe), drum hat er eine ganze Serie für ein berühmtes New Yorker Restaurant (glaub ich) zurückgekauft. Geld hatte er ja genug. Irgendwann sagte er mal, er habe sich in den USA nie heimisch gefühlt. Wurde mit 10 Jahren (1913) von den Eltern aus dem damals russischen Heimatort in Lettland gegen seinen Willen nach NY verschleppt, dazu all die schrecklichen Geschicke der Juden – da kann man schon depressiv werden. Was nutzt einem sensiblen Menschen da der Erfolg. Er war auch herzkrank.
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